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Sie sind die Zukunft des Handwerks

Lehnitz Sie sind die Zukunft des Handwerks

49 Lehrlinge bekamen am Sonnabend in Lehnitz ihre Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe. „Ihr alle habt etwas erreicht, und darauf könnt ihr stolz sein“, gratulierte Kreishandwerksmeister Norbert Fischer. Es sei wichtig, das die jungen Leute im Landkreis bleiben, sie seien die Zukunft des Handwerks.

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Maximilian Redlin aus Velten (vorne) war einer der vier besten Lehrlinge, er bekam 250 Euro als kleine Belohnung.

Quelle: FotOs: Robert Roeske

Lehnitz. Kumpels von Maximilian Redlin haben in ihrer Freizeit immer an Autos und Mopeds geschraubt. Er selbst war nie der große Autofreak. „Bei mir kam das Interesse erst beim Praktikum im Autohaus“, sagt der 21-Jährige. Dafür aber dann richtig: Maximilian hat alle überflügelt, bei der Lehrlingsfreisprechung am Sonnabend im Lehnitzer Kulturhaus „Friedrich Wolf“ wurde der Kfz-Mechatroniker-Azubi der AWU Oberhavel als einer der vier Jahrgangsbesten auf die Bühne gerufen. Mit „Gut“ hatten auch der Kfz-Mechatroniker Nils Schattschneider (Winzler GmbH, Germendorf) sowie die Elektroniker Milan Habovcik (MTL-Mega Top Light GmbH, Schwielowsee) und Manuel Hönow (ebatec GmbH, Birkenwerder) abgeschlossen. Für die Jungs gab es jeweils 250 Euro als kleine Belohnung.

Insgesamt bekamen 49 Lehrlinge ihre Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe. Sie sind nun Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik, Maurer, Tischler und Bäcker. „Ihr alle habt etwas erreicht, und darauf könnt ihr stolz sein“, gratulierte Kreishandwerksmeister Norbert Fischer. Gute Gesellen würden weiterhin gebraucht, im Kreis wie im ganzen Land Brandenburg. Es werde aber immer schwerer, Gesellen zu finden. „Wir haben derzeit im Kammerbezirk Potsdam noch über 600 freie Ausbildungsplätze, 80 davon im Landkreis Oberhavel.“ Gründe seien die sinkende Zahl der Schulabgänger, schlechte schulische Leistungen und mangelnde Motivation bei den jungen Leuten, so Fischer.

Dazu komme, dass immer mehr Jugendliche Abitur machen und studieren wollten. „Dabei bricht statistisch gesehen jeder vierte Student sein Studium ab, weil er den Anforderungen nicht gewachsen ist.“ Zudem würden Berufsschulklassen geschlossen, nach Oranienburg nun auch in Neuruppin. Ein weiteres Problem sei, dass Wege weiter und Kosten für Betriebe steigen würden. „Ich möchte an unsere Politiker appellieren, das Handwerk nicht als Spielball zu benutzen, sondern es zu unterstützen“, forderte Fischer.

Dieter Starke, Dezernent für Bildung und Jugend in der Oberhaveler Kreisverwaltung, appellierte an die Gesellen, dem Kreis nicht den Rücken zu kehren. „Sie sind die Zukunft des Handwerks, und das Handwerk ist Basis unseres wirtschaftlichen Erfolges.“ Der Kreis investiere nachhaltig in Bildung, nur so könne man wettbewerbsfähig bleiben. Es gebe auch viele gute Gründe für die jungen Leute, im Landkreis zu bleiben. Neben der niedrigen Arbeitslosenquote von sieben Prozent sei das die Tatsache, dass Handwerker händeringend gesucht würden. „Ihre Berufe sind gefragt!“, so Starke, der sich auch bei den 242 Ausbildungsbetrieben im Kreis bedankte, die derzeit 480 Lehrlinge ausbilden – darunter immerhin 70 junge Frauen. „Ich hoffe, dass sie irgendwann ihren Meister machen, hoffentlich in Oberhavel.“

Maximilian Redlin, einer der vier Besten, will auf jeden Fall im Landkreis bleiben. Er hat kürzlich bei der Veltener AWU einen unbefristeten Vertrag unterschrieben. Neben der Tatsache, dass er selbst aus der Ofenstadt kommt, findet er auch das Arbeitsklima und die Kollegen bei der AWU super. „Ob ich irgendwann den Meister mache, weiß ich aber nicht“, sagt der 21-Jährige.

Den Landkreis verlassen wird ein 19-jähriger Kfz-Mechatroniker-Geselle, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er wird sich der Bundeswehr anschließen. In seinem Oberhaveler Ausbildungsbetrieb sei er nur als billige Arbeitskraft genutzt worden, sein Meister sei nach dem ersten Jahr gegangen und nicht ersetzt worden. Außerdem sei ihm die Bezahlung hier zu schlecht. Denn der junge Mann hat große Träume für sein Leben. „Ich hätte gerne irgendwann ein Haus und zwei, drei schnelle Autos. Das kostet ja auch etwas.“

Von Marco Paetzel

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