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Oberhavel Siebtklässler eröffnen Antikriegsausstellung
Lokales Oberhavel Siebtklässler eröffnen Antikriegsausstellung
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00:35 17.03.2018
Bei der Ausstellungseröffnung „Erinnerung an die Zukunft“ im Strittmatter-Gymnasium Gransee. Quelle: Foto: Martina Burghardt
Gransee

Barfuß durchs Gras gehen, Blumen pflücken, im See schwimmen – warum sollte das gefährlich sein? Siebtklässler des Strittmatter-Gymnasiums Gransee haben darauf eine Antwort. Denn sie haben die Berichte von Kindern aus Tschernobyl gelesen und am Mittwoch eine Ausstellung unter dem Titel „Erinnerung an die Zukunft“ eröffnet.

„Ich war mir nicht sicher, ob ich das den Schülern zumuten kann“, sagte Geschichtslehrer Olaf Hahn, der die Ausstellung von der Friedensbibliothek der evangelischen Kirche in Berlin ausgeliehen hat. „Aber die Schüler haben mir gesagt: Wir schaffen das.“

Wissen heißt nicht akzeptieren

Ihn selbst haben die authentischen Erzählungen der von dem Reaktorunfall in Tschernobyl betroffenen Kinder besonders berührt. Motivation, dieses Thema in den Unterricht zu bringen, war für den Pädagogen allerdings die aktuelle politische Lage. „Die Welt verändert sich nicht zum Guten“, sagte er in seiner Eröffnungsrede und spielte auf verschiedene Präsidenten, die Gefährdung der Demokratie und die zahlreichen bewaffneten Konflikte an. „Das Wissen darüber bedeutet nicht, es zu akzeptieren“, so Olaf Hahn.

Augenzeugenberichte gelesen

Schulleiter Uwe Zietmann lobte das Engagement der Schüler, die sich drei Wochen lang mit dem Thema beschäftigt hatten. Ihre Erkenntnisse präsentierten sie bei der Ausstellungseröffnung dem Geschichtskurs der elften Klassen, lasen mit verteilten Rollen aus den von Swetlana Alexijewitsch gesammelten Augenzeugenberichten der Kinder und verteilten zum Abschluss selbst gefaltete Kraniche, die als Zeichen des Friedens und als warnendes Zeichen für die Zukunft gelten. Niemand soll vergessen was Hiroshima und seinen Menschen zugestoßen ist.

Kraniche als Symbol für Frieden und zur Warnung. Verteilt von den Siebtklässlern im Strittmatter-Gymnasium anlässlich der Antikriegsausstellung. Quelle: Martina Burghardt

Seit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki ist bekannt, wie tödlich Massenvernichtungswaffen sind, welche verheerenden Folgen sie haben. Nach wie vor leiden die Überlebenden und die nachfolgenden Generationen an den Auswirkungen, ebenso an denen der zahllosen Kernwaffentests und der zivilen Nutzung der Atomspaltung.

Immer wieder Reaktorunfälle

Nicht nur in Tschernobyl und Fukushima gab es Reaktorkatastrophen, haben die Schüler herausgefunden. Alle zwei bis drei Jahre passiert irgendwo in der Welt in einem Kernkraftwerk ein Unfall.

Die Ausstellung im Strittmatter-Gymnasium ist bis zum 9. April öffentlich zugänglich, außer in den Ferien. Gezeigt werden Aufnahmen von Menschen, Städten und Landschaften, die die schrecklichen Folgen zeigen, ergänzt von Zitaten, um daran zu erinnern, dass es um die Zukunft geht.

Von Martina Burghardt

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