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Simone Pieper hat bei Brand alles verloren

Dank für große Hilfsbereitshaft Simone Pieper hat bei Brand alles verloren

Sie möchte am liebsten alle umarmen. Danke sagen und dabei niemanden vergessen: Simone Pieper ist ergriffen von der Welle der Hilfsbereitschaft, die sie seit Montag erlebt. Am Morgen war ihr Wohnhaus in Friedrichsthal in Flammen aufgegangen. Seitdem stehen ihr Familie, Freunde und vor allem auch Nachbarn und Mitbewohner zur Seite. Sammeln spenden.

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Simone Pieper mit ihren beiden Jungs Moritz und Paul vor der Brandruine.

Quelle: Robert Roeske

Friedrichsthal. Am liebsten würde Simone Pieper jeden in Friedrichsthal umarmen. Mal drücken, um danke zu sagen. „Alle helfen mir und ich möchte niemanden vergessen“, sagt die 45-jährige und ihr kommen immer wieder die Tränen. Denn der Schock sitzt noch tief.

Am Montagmorgen war ihr Haus in der Karl-Marx-Straße einem Brand zum Opfer gefallen. Der Nachbar rief gegen 8.15 Uhr die Feuerwehr, „da waren wir eine halbe Stunde aus dem Haus“. Die Söhne Moritz (8) und Paul (10) zur Grundschule, sie selbst zur Arbeit in der Sauna der Turm-Erlebniscity in Oranienburg. Der Nachbar habe noch die Tür aufgebrochen, nach Hund „Luna“ gerufen. Zu spät. Der Verlust des geliebten Tieres habe ihre Jungs besonders mitgenommen. Geblieben ist ihr nichts. „Nur mein Personalausweis, Führerschein, Telefon, was ich an hatte.“ Die Gutachter der Versicherungen waren bereits vor Ort. Eine Entscheidung, ob sie das Haus wieder aufbauen kann, steht noch aus.

Dabei war der Brand der Höhepunkt eines für sie rabenschwarzen Jahres: Krankheit suchte die ganze Familie heim, die Scheidung stand an, die Oma sei gestorben. „Schicksalsschläge, die für Jahre gereicht hätten.“ Seit Donnerstagabend sieht sie wieder einen winzigen Punkt Licht am Ende des Tunnels. Denn sie hat eine Wohnung bei der Woba bekommen. „Etwas eng, aber wir können dort gut bleiben. Ich bin so glücklich.“ Eine gebrauchte Küche hat sie am Freitag in Berlin abgeholt. Und die Friedrichsthaler sammeln und sammeln: „Sie sind alles so fleißig, sonst wüsste ich nicht, was ich tun sollte.“ Bekleidung, Spielsachen, Bücher, Fernsehgeräte, sogar eine Playstation für die Jungs ist dabei. Von ihrem Haushalt ist nicht geblieben, „wir dürfen da nicht mal mehr ran, das ist alles Sondermüll und giftig, hat die Feuerwehr gesagt“. Und eine Hausratversicherung hatte sie nicht.

Wenn die Gebäudeversicherung zahlt, will sie ihr Haus wieder aufbauen. Nebenan auf dem Grundstück wohnt ihre Mutti. Und auch ihre beiden „Großen“ ein 18-jähriger Sohn und eine 25-jährige Tochter mit Enkelkind kommen gern zu ihr. Am Freitag hat sie sich erst einmal Werkzeug geborgt: „Die ganze Werkstatt ist mit verbrannt. Ich habe nicht mal einen Akkuschrauber.“ Doch Kollegen aus dem Turm wollten helfen. Ab Montag wird sie wieder arbeiten. Es sei wichtig, dass wieder ein Stück Normalität einzieht. Eine Hose und eine Bluse für ihre Arbeit habe sie noch. Aus dem Gartenteich hätten sie übringens die Fische gerettet und zwei Frösche, die sind bei Nachbarn im Zwischenquartier.

Simone Pieper weiß, dass „so viel Hilfe nicht selbstverständlich ist“. Und das geht ihr so zu Herzen. „Oranienburg ist wirklich anders“, sagt sie und lacht unter Tränen.

Von Heike Bergt

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