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Sinnvolle Arbeit in den Kommunen

Projekte für geförderte Beschäftigung vorgestellt Sinnvolle Arbeit in den Kommunen

Die Zahlen sind nicht ermutigend: 50.000 Arbeitsplätze gibt es im Landkreis Oberhavel, 11.000 Menschen haben keinen Job. Auf dem Arbeitsmarkt werden jedoch nur 800 offene Stellen angeboten. Welche Möglichkeiten der öffentlich geförderten Beschäftigung es gibt, wurde am Mittwoch während einer Rundreise durch den Südkreis Oberhavel gezeigt.

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Peter Leys, Bürgermeister der Gemeinde Oberkrämer, zeigt auf der Karte denWanderweg am Mühlensee.

Quelle: Marion Bergsdorf

Oberkrämer/Hohen Neuendorf/Hennigsdorf. Die Zahlen sind nicht ermutigend: 50.000 Arbeitsplätze gibt es im Landkreis Oberhavel, 11.000 Menschen haben keinen Job. Auf dem Arbeitsmarkt werden jedoch nur 800 offene Stellen angeboten. Die Arbeitslosigkeit geht bundesweit zwar zurück, dafür nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit immer mehr zu. Es reiche nicht, Langzeitarbeitslose nur zu beraten. Sie bräuchten öffentlich geförderte Beschäftigung, um sich wieder gebraucht zu fühlen und um sie auf den Neueinstieg in die Arbeitswelt vorzubereiten. Das sagt Kerstin Thiele, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung (ABS) in Hennigsdorf. Drastisch reduziert hat die Bundesrepublik jedoch ihre Mittel für Eingliederungshilfen von Arbeitslosen. Erhielt der Landkreis Oberhavel 2010 noch rund 23 Millionen Euro für diese Hilfen, sind es in diesem Jahr nur noch 9,4 Millionen Euro gewesen.

Welche Möglichkeiten der öffentlich geförderten Beschäftigung es gibt, das wurde am Mittwoch während einer Rundreise durch den Südkreis Oberhavel gezeigt. Arbeitsmarktinitiative (Ami) Oberhavel-Süd heißt das Bündnis von sieben Kommunen: Hennigsdorf, Oranienburg, Liebenwalde, Oberkrämer, Hohen Neuendorf, Birkenwerder und Glienicke. Dieses ermöglicht mit eigenem Zuschuss sowie Mitteln der EU und des Bundes Projekte in ihren Gemeinden. Dort finden Langzeitarbeitslose befristet Arbeit. In diesem Jahr sind es rund 300 Menschen in 153Maßnahmen. Angestellt sind die Teilnehmer bei der ABS und ihren Töchtern Pur und Novareg. Die Kommunen profitieren von den zusätzlichen Arbeiten, für die es in ihren Haushalten kein Geld geben würde. Im Schlosspark Schwante holen die Novareg-Beschäftigten den Müll aus der Natur, halten Wege für Wanderer frei und helfen bei der Renaturierung des Schwantener Sees. Eine Attraktion im Schlosspark sind die Wasserbüffel der "LSV-Landwirtschafts-GmbH Schwante-Vehlefanz".

Hilfreich bei der Jobsuche

Christian Neumann (51) arbeitet im Bürgergarten in Hennigsdorf-Nord, einem öffentlich geförderten Projekt.
MAZ:  Wie gefällt Ihnen diese Arbeit?
Christian Neumann: Wir haben Beete angelegt und geholfen, den Bürgerpark zu gestalten. Das ist eine sinnvolle Arbeit für die Anwohner. Ich bin froh, dass ich diesen Job gekriegt habe, denn ich bin schon mehrere Jahre arbeitslos gewesen.  

Ist die Arbeit in diesem Projekt hilfreich bei Ihrer Jobsuche?
Neumann: Ein Integrationscouch hilft uns mit Gesprächen und bei Bewerbungen. Als gelernter Facharbeiter für Lagerwirtschaft bin ich optimistisch, einen richtigen Job, ohne Aufstockung vom Jobcenter, also weg vom Amt, zu finden.

Wie lange werden Sie noch hier im Bürgerpark arbeiten?
Neumann: Das Projekt läuft im Sommer des nächsten Jahres aus. Ich war dann drei Jahre dabei, konnte in meiner Heimatstadt arbeiten und hatte mehr Geld im Portmonee. Wir sind ein gutes Team im Projekt. Es macht mir Spaß, hier mitzumachen.

Am Mühlensee in Vehlefanz bewunderten die Gäste eine Steganlage und einen Wanderweg, der von Novareg-Leuten freigehalten wird. Öffentlich geförderte Arbeit gibt es zudem im Haus der Generationen in Oberkrämer, am Briesesee in Birkenwerder und in der Waldgrundschule Hohen Neuendorf. Die Ami-Rundreise-Teilnehmer schauten sich die Projekte an und haben dann in Hennigsdorf-Nord Boule gespielt. Denn auf der ehemals komplett betonierten Fläche einer Kegelanlage hinter dem heutigen Edeka-Markt an der Rigaer Straße ist ein Bürgergarten mit einer Boule-Bahn entstanden. Hier ist nachmittags immer etwas los. Anwohner rücken mit ihren Boulekugeln an und spielen zusammen. Auf den von den Novareg-Leuten gebauten Bänken sitzen ältere Leute und Mütter mit Kindern und schauen ins Grüne.

Im ABS-Haus an der Fabrikstraße in Hennigsdorf ist das Projekt Computerpraxis ansässig. Arbeitslose mit einer Behinderung werden hier mit Computertechnik vertraut gemacht.

Von Marion Bergsdorf

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