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Sinti und Roma auf Wanderschaft

Fremde Kulturen in Oranienburg Sinti und Roma auf Wanderschaft

Immer wieder machen Sinti und Roma auch in Oranienburg Station. Die Wagenburgen mitten in der Stadt stoßen nicht auf die Begeisterung aller Oranienburger. Um Konflikte in der Innenstadt zu vermeiden, wurde der ehemalige Sportplatz an der Carl-Gustav-Hempel-Straße am Rande des Gewerbegebietes Nord hergerichtet. Aber auch das passt einigen nicht.

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Die hergerichtete Fläche liegt am Rande des Gewerbegebietes-Nord. Vor der Zufahrt steht eine Schranke.

Quelle: Foto: Kathert

Oranienburg. Seit etlichen Jahren machen Sinti und Roma auch in Oranienburg halt. Früher war es der unbefestigte Platz neben Möbel Boss, wo die Wagenburgen standen. In diesem Jahr schlugen die Familien ihr Domizil an der Walther-Bothe-Straße auf, direkt auf der Rasenfläche, die an das neue Wohngebiet „Am Wolfsbusch“ angrenzt. Das nicht jeder Oranienburger über das Lager aus Wohnwagen und Reisemobilen begeistert war, wird nicht wirklich jemanden überraschen. Es gab mehrere Bürgerbeschwerden. Mancher Oranienburger verbreitete seinen Unmut ausführlich und ohne feine Worte auf Facebook-Seiten.

In der Stadtverwaltung wurde deshalb über Alternativen nachgedacht, „um dem einem Riegel vorzuschieben und Konflikte zu vermeiden“, wie es Stadtsprecherin Susanne Zamecki formuliert. „Ziel ist es, das wilde Campen in der Bothestraße zu unterbinden.“ Inzwischen wurden dort sogar Schilder aufgestellt mit einem Campingverbot.

Die Fläche des ehemaligen Sportplatzes wurde von Stadthof-Mitarbeitern in Ordnung gebracht

Die Fläche des ehemaligen Sportplatzes wurde von Stadthof-Mitarbeitern in Ordnung gebracht.

Quelle: Andrea kathert

Als Alternative wurde ein Grundstück an der Carl-Gustav-Hempel-Straße am Rande des Gewerbeparks Nord gefunden. Die ehemalige Sportplatzfläche unweit des Wasserwerkes, die hinter der Villa Eicke liegt, ist im Besitz der Stadt. In den vergangenen zwei Wochen wurde die Brache von Mitarbeitern des Stadthofes hergerichtet. Eine Zufahrt wurde angelegt und befestigt, der Bordstein leicht abgesenkt und die Fläche gemäht. Ende letzter Woche sei alles fertig geworden, meint Susanne Zamecki.

Die Sinti und Roma würden in der Regel vollkommen unverhofft in Oranienburg auftauchen. „Man weiß nie, wann sie kommen“, sagt Susanne Zamecki. Allerdings würden sich die Leute fast immer bei der Stadtverwaltung melden, so die Sprecherin. Leider war das an der Walther-Bothe-Straße nicht passiert. Meistens handele es sich um fünf bis zehn Wohnwagen, für die eine Fläche gebraucht wird.

Zum ersten Mal kann die Stadt nun spontan ein Gelände anbieten. „Die Nutzungserlaubnis wird höchstens für fünf Tage erteilt“, erklärt die Stadtsprecherin.

Die Schranke vor der neue angelegten Zufahrt ist mit einem Schloss versehen

Die Schranke vor der neue angelegten Zufahrt ist mit einem Schloss versehen.

Quelle: Andrea kathert

In besagten Facebook-Beiträgen wird die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet Sinti und Roma kostenlos eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten wird. Jeder andere Bürger könne auch nicht einfach auf städtischen Flächen campieren.

Die Stadt Oranienburg will die Sinti und Roma nicht einfach abweisen und hat das wilde Campen an der Bothestraße nur deshalb geduldet, weil die Sinti und Roma ihren Aufenthalt mit einem Besuch in Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen verbunden hatten, um ihren dort ermordeten Familienangehörigen zu gedenken.

„Wir sind uns unserer Geschichte sehr bewusst und setzen uns für einen menschenwürdigen Umgang mit verfolgten Minderheiten ein“, sagt Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke dazu. Die Kosten, die der Stadt entstanden sind, hätten die reisenden Familien selbstverständlich selbst getragen. Auch der neue Platz sei keine Ideallösung, räumt der Bürgermeister ein. Es sollte vor allem, eine pragmatische, schnelle Lösung gefunden werden, „die einerseits den kulturellen Traditionen der nicht sesshaften ethnischen Minderheiten und andererseits den Belangen der Anwohner, die in ihrer Wohnqualität beeinträchtigt waren, Rechnung trägt“, so Laesicke. „Deshalb ist die zur Verfügung gestellte Fläche auch kein offizieller Campingplatz, der den üblichen Standards entsprechen müsste.“

Von Andrea Kathert

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