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Oberhavel Skateranlage im Fokus der Polizei
Lokales Oberhavel Skateranlage im Fokus der Polizei
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21:03 28.06.2017
Der Bürgerpark in Glienicke bietet diverse Freizeitangebote, darunter für Streetballer und Skater. Quelle: Helge Treichel
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Glienicke

„Alkohol, Drogen (nicht ,nur’ Cannabis), Bedrohung, blinde Zerstörungswut und mehr.“ Mit diesen drastischen Worten umreißt SPD-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Uwe Klein die Situation im Glienicker Bürgerpark und der Skateranlage. Schon am Morgen auf dem Schulweg würden dort Jugendlichen Betäubungsmittel angeboten, ebenso auf dem Rückweg.

Deshalb begrüßte Klein die Polizeiaktion am vergangenen Freitagabend. Sechs Polizisten waren zusammen mit einem Rauschgiftsuchhund und Mitarbeitern des Ordnungsamtes ab 19 Uhr bei einer Kontrolle im Einsatz. Nach Auskunft von Polizeisprecherin Dörte Röhrs wurde eine 16-jährige Person unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln und Alkohol angetroffen und später ihren Eltern übergeben. Volljährig war eine zweite Person, die mit Betäubungsmitteln in der Tasche festgestellt wurde. Die Personalien wurden festgestellt und eine Anzeige aufgenommen.

Widerspruch folgte sofort

In der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend blieben die öffentlichen Darstellungen Kleins allerdings nicht ohne Widerspruch. Der „semikompetente Artikel“ im Internet suggeriere, dass die Verwaltung und der Bürgermeister ihren Pflichten nicht nachkämen, sagte Peter Kimmel (CDU/Freie Demokraten). Es gebe jedoch sehr wohl Abstimmungen zwischen Jugendsozialarbeitern, Ordnungsamt und Polizei. „Den Polizeieinsatz zu diskreditieren, löst nicht das Problem, sondern macht nur die gute Arbeit – auch präventive Arbeit – ein Stück weit zunichte“, so Kimmel. Er warf dem Bürgermeisterkandidaten vor, mit seinen Äußerungen „die handelnden Personen der Verwaltung zu diskreditieren“. In der Glienicker Facebook-Gruppe war nach der Kontrolle unter anderem diskutiert worden, warum ein 16-jähriges Mädchen in Gewahrsam genommen wird, obwohl der Drogentest negativ ausfiel.

Fachbereichsleiterin: „Bereich ist im Fokus der Polizei.“

Fakten präsentierte die stellvertretende Bürgermeisterin Jana Klätke. Die Fachbereichsleiterin für Soziales und Ordnung trug eine ganze Liste von Protokollnotizen zu Gesprächsterminen vor, beginnend 2014. Danach waren neben Polizei, Ordnungsamt und Sozialarbeitern sogar Schule, Hort und Schulsozialarbeit involviert. Im Sommer 2015 habe es ein Krisengespräch an der Skaterbahn gegeben, im November einen Workshop, um junge Menschen stark zu machen gegen Drogenmissbrauch. Erst im Mai dieses Jahres habe es ein Auswertungsgespräch mit Jugendlichen gegeben, in dessen Ergebnis aufgeräumt und Graffiti übermalt wurden. Es wäre also „sehr unfair“, in den Raum zu stellen, „es hätte in der Vergangenheit keine Aktionen gegen Drogen und Gewalt gegeben“, betonte Jana Klätke. Ohne die vorbeugende Arbeit sähe die Lage noch anders aus. Und sie betont: „Dieser Bereich ist im Fokus der Polizei.“

Zuvor hatte sie bestätigt, dass am Freitag eine minderjährige Person wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz mit ins Rathaus genommen wurde. Die Ordnungsamtsmitarbeiter würden ihrerseits regelmäßig das Einhalten des Jugendschutzgesetzes kontrollieren. Wenn Jugendliche aber schweigen und einfach weglaufen, dann sei das Ordnungsamt nicht dafür ausgestattet, sich dem entgegenzustellen.

Marihuana auf dem Schulweg?

Wenn auf Schulwegen „Gras“ angeboten und im Bürgerpark mit Softairwaffen geschossen wird, „dann bin ich nicht bereit, das hinzunehmen“, sagte Uwe Klein. Und vor allem wolle er nicht hinnehmen, dass die Skateranlage und der Bürgerpark zu einem „rechtsfreien Raum“ werden. Nach mehr Polizei zu rufen, sei ihm „zu einfach“. Zugleich widersprach er einer protokollierten Aussage des Bürgermeisters vom September 2016, wonach die auffälligen Jugendlichen vorrangig aus dem Märkischen Viertel in Berlin stammten und weder die Sozialarbeiter noch das Ordnungsamt aus Glienicke zuständig seien.

Und was sagen die Betroffenen? Eine Gruppe 18- bis 20-Jähriger sieht den Einsatz am Freitag kritisch: „So dagegen vorzugehen, ist keine Lösung.“ Die Jungs halten das für einen „Eingriff in die Privatsphäre“. Sie kritisieren auch, dass im Zuge der bereits erwähnten Reinigungsaktion eine Wand für Sprayer demontiert wurde: „Hier war alle zwei Tage ein neues Bild dran.“

Einladung, um Lösungen zu suchen

Uwe Klein lobte den Polizeieinsatz vom Freitagabend wiederholt, „aber das reicht nicht aus“, fügte er bestimmt hinzu. Er lud dazu ein, Lösungsansätze im Sozialausschuss zu diskutieren. Die Sitzung beginnt am Montag, 3. Juli, um 18.30 Uhr im Neuen Rathaus.

Von Helge Treichel

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