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Oberhavel Smartphone statt Münzen
Lokales Oberhavel Smartphone statt Münzen
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17:20 04.05.2016
Elyess Jelassi von der Firma Mobile City demonstriert, wie das Bezahlen der Parkgebühr mit dem Handy funktioniert. Quelle: Foto: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beschwert, dass man auf den Cent genau für Parkscheine bezahlen muss, sagt Edith Wiesner. Seit dem Jahr 2011 haben die Fachbereichsleiterin Bürgerdienste und ihre Kollegen im Hennigsdorfer Rathaus nach einer Lösung gesucht, die Möglichkeit des Zahlens per EC- oder Kreditkarte legten sie aber schnell ad acta. „Schon unsere Kollegen wollten nicht kleine Beträge wie 50 Cent oder einen Euro mit der Karte zahlen“, so Wiesner. Nun ist die Lösung da: Wer es als Parker nicht passend hat, kann an den 18 Automaten in der Innenstadt mit dem Smartphone oder Handy bezahlen.

Das Ticket lässt sich auf drei Wegen bestellen. Der Einfachste: Man ruft eine kostenlose 0800-Nummer samt sechsstelliger Nummer des Parkautomaten an, das Geld wird vom Konto abgebucht. Dafür muss man sich allerdings online registrieren, erklärt Elyess Jelassi von der Firma Mobile City, die den Zuschlag für das Handypark-Projekt bekommen hat. Fährt man wieder los, signalisiert man mit einem erneuten Anruf, dass die Parkzeit vorbei ist.

Touristen oder Leute, die sich online nicht registriert haben, können den Parkschein auch per SMS ordern. Dazu verschicken sie die Parkzonennummer, das Kfz-Kennzeichen und die voraussichtliche Parkdauer an die Nummer 44077. Das hat den Nachteil, dass man nicht einfach die Zeit überziehen kann. Die Nutzer werden per SMS darauf hingewiesen, dass die Parkzeit endet. „Dann kann man sie etwa aus dem Café nochmal per SMS verlängern“, erklärt Elyess Jelassi. Abgebucht werden die Parkgebühren dann über den Mobilfunkanbieter.

Für Android- und Apple-Smartphones gibt es außerdem eine kostenlose App, mit der man den Parkschein ordern kann. Beim Start wird der Nutzer mit seinem Auto per GPS lokalisiert und braucht nur noch den Parkvorgang per Klick zu starten. Eine Erinnerung sendet die App gegen Ende der Parkdauer. Diese Variante solle auch ohne Registrierung funktionieren, so Elyess Jelassi.

Bei allen drei Methode fallen Gebühren an: registrierte Nutzer zahlen pro Parkschein zwölf Cent Aufschlag, unregistrierte Nutzer 18 Cent.

Das Handyparken ist in Berlin verbreitet, auch in anderen Städten gibt es das System schon. „In Bayreuth nutzen etwa 25 Prozent der Parker das System heute“, sagt Jelassi. Wie viele es in Berlin sind, darüber spricht er aber nicht. Nur soviel: „Es wird immer besser angenommen.“ Fachdienstleiterin Edith Wiesner glaubt, dass das System sich in Hennigsdorf durchsetzen könnte, und zwar über Generationengrenzen hinweg. „Selbst alle Mitglieder in unserem Seniorenbeirat sind heute mit Handy oder Smartphone ausgestattet, das sollte also für die meisten machbar sein.“

Einen Parkschein aus Papier bekommen die Handynutzer logischerweise nicht mehr. Liegt kein Parkschein hinter der Frontscheibe, prüfen die Hennigsdorfer Ordnungsamtsmitarbeiter online via Auto-Kennzeichen, ob das Gefährt einen digitalen Parkschein hat. Auch für sie ist das Smartphone dabei schon unverzichtbar.

Von Marco Paetzel

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