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Smiley im Gepäck

"Mood Tour" für Menschen mit und ohne Depressionserfahrung Smiley im Gepäck

Eine ungewöhnliche Staffelfahrt machte am Donnerstag in Zehdenick, tags zuvor in Oranienburg, Station. Ein Team auf Tandems, das durch ganz Deutschland zieht. Die sogenannte Mood Tour, veranstaltet vom Bremer Fotograf Sebastian Burger (34), findet zum zweiten Mal statt. Daran nehmen Menschen mit und ohne Depressionserfahrung teil.

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Quelle: Enrico Kugler

Zehdenick. „Wir zeigen, dass Menschen mit Depressionen nicht das ganze Leben daran leiden“, sagte Burger. 3715 Kilometer hatten die Teilnehmer in den Beinen, als sie auf dem Marktplatz in Zehdenick eintrafen – fehlen noch knapp 800 bis zum Ziel an der Ostsee. Eines der wichtigsten Gepäckstücke ist der Smiley. Das Lächeln symbolisiert Offenheit im Umgang mit der Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland, der Depression. Auf der Tour erleben die 64 Teilnehmer, wie Sport ohne Leistungsdruck, Struktur, Natur und Gemeinschaft die Stimmung (englisch Mood) heben können. Und wie Berührungsängste weichen. In Zehdenick kamen die Radler schnell mit den Einheimischen ins Gespräch.

Die im Juni in Leipzig gestartete Tour ist ein Aktionsprogramm auf Rädern. Es soll Betroffenen Mut machen und zugleich ein Zeichen gegen die Stigmatisierung sein. „Leider können es sich die wenigsten Menschen mit Depressionserfahrung erlauben, öffentlich zu der Erkrankung zu stehen“, sagte Burger.

„Wir übernachten in Zelten, waschen uns im Fluss, kochen mit einem Gaskocher und kaufen Essen in Supermärkten. Das Essen bezahlen die Teilnehmer, ansonsten ist die Reise gesponsert“, so Burger. An der ersten Mood Tour vor 2 Jahren nahmen 31 Radler teil, 2014 waren es schon 64 Fahrer aus ganz Deutschland. Unter ihnen sind Sportwissenschaftler, Hebammen, Nervenärzte, sowohl Frauen, als auch Männer, Betroffene und nicht Betroffene. Diese Menschen solidarisieren sich mit der Aktion und mit den 8 Prozent der Menschen in ganz Deutschland, die unter Depressionen leiden.

Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit der modernen Gesellschaft. Dies zeigte vor kurzem auch der Tod von Robin Williams, der sich im August aufgrund starker Depressionen das Leben nahm.

Von Dmitry Vasin

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