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Oberhavel Smily hatte im Klubhaus seine DJ-Prüfung
Lokales Oberhavel Smily hatte im Klubhaus seine DJ-Prüfung
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02:15 20.03.2017
Frank Liedke alias DJ Smily vor dem Klubhaus in Kremmen. Dort absolvierte er die Prüfung für die staatliche Spielerlaubnis. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Schon in der 5. Klasse hat Frank Liedke gemeinsam mit Freunden den Discotheker gemacht. Das war 1978, mit Musik von der Kassette. Heute ist er in Kremmen als DJ Smily bekannt. Hin und wieder macht er auf Feiern noch Musik, bei Partys sorgt er auch mal im Hintergrund für die Technik.

Frank Liedke ist allerdings kein Ur-Kremmener, wie manche vielleicht meinen. Er stammt aus Berlin-Kaulsdorf, ging in Friedrichsfelde zur Schule und lernte später im Hennigsdorfer Stahlwerk und beim Reichsbahnamt in Elstal für den Facharbeiter in der Eisenbahntransporttechnik und speziell für den Stellwerkdienst. Während dieser Lehrzeit kam auch die Initialzündung für sein DJ-Dasein.

„In Glowe auf Rügen hatte die Reichsbahn damals ein Zeltlager“, erinnert sich Frank Liedke. „Und wir haben da Musik gemacht.“ Sie koppelten zwei Kassettenrecorder zusammen und legten los. „Das war das, was wir hatten, und alles von Kassetten.“ Um 1984 an die aktuelle Musik zu kommen, saß er vor dem Radio und nahm auf. „Oft habe ich das Band auf Verdacht gestartet“, erzählt er. „Entweder hatte ich das Lied schon oder nicht, und ich habe immer gebangt, dass der Moderator nicht draufspricht.“

„School’s out“ auf SFB 2 oder die Jugendsendungen auf Rias 2 waren damals angesagt. Aber auch DT 64 und die dortige Sendung „Duett – Musik für den Rekorder“ waren beliebt, denn dort sind ganze Alben gespielt worden. Ideal zum Mitschneiden.

Mit Peter Ott, der heute auch noch aktiv ist, zog Liedke damals zeitweise durch die Lande. Durch einen Freund, den er in der Lehre kennengelernt hatte, entdeckte er Mitte der 80er-Jahre Kremmen. „Damals gab es hier noch viele Veranstaltungen.“ Mittwochs war im Klubhaus Disco. Außerdem regelmäßig in zwei Beetzer Gaststätten, im großen Saal in Staffelde, in Wall und Groß-Ziethen. Um aber wirklich als DJ in der DDR arbeiten und Geld verdienen zu dürfen, musste eine professionelle Einstufung absolviert werden – inklusive Prüfung. „In Oranienburg haben wir Lehrgänge besucht. Politische Bildung und wie man am besten moderiert. Da musste man durch. Aber man bekam auch beigebracht, wie man bestimmte Dinge organisiert.“ Die Prüfung selbst fand im Kremmener Klubhaus statt. „Ich habe den Kumpels Bescheid gesagt: Feiert mit, wir müssen die Prüfung bestehen!“ Am Ende erhielten er und sein DJ-Freund die staatliche Spielerlaubnis.

„Dann waren wir unterwegs“, erinnert sich Frank Liedke. Ursprünglich waren sie zu zweit, er war er immer nur für die Technik zuständig. „Mit dem Trabbi und einem Anhänger ging es dann los.“

1990 gründete er seine eigene Discothek, und der Name „DJ Smily“ war geboren. Der CD-Player hielt Einzug. „Das alte Teil zieht heute noch alles durch, die ersten CDs von damals habe ich auch noch“, sagt er und lacht. AC/DC mag er sehr. „Ansonsten nehme ich, wie es kommt. Ich höre auch mal gerne alte Schlagerschinken, nur rechte Musik ist doof.“ Ab und zu fährt er zu Konzerten, reist auch zu Punkfestivals.

Er war viel unterwegs in seiner großen Zeit als DJ. inzwischen musste er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. „Ein paar Geschichten mache ich aber noch“, sagt er. Der Fußballfan von Union Berlin fährt einmal im Jahr mit dem Partyzug – und sorgt dort auf der Reise für die Musik. Letztes Jahr ging es nach Freiburg, als Nächstes nach Stuttgart. „Das macht riesen Spaß.“

Von Robert Tiesler

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