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Oberhavel So funktioniert es nicht gut
Lokales Oberhavel So funktioniert es nicht gut
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17:57 16.02.2016
128 Schüler besuchen zurzeit die Friedrichsthaler Schule. Quelle: Andrea Kathert
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Friedrichsthal

Es ist eine Krux mit der Grundschule. Da hatten die Friedrichsthaler die große Hoffnung, ihre Schule bekäme endlich einen Anbau und würde ein wenig moderner werden, da stehen plötzlich kurz vor der Verabschiedung wieder andere Zahlen im Haushalt. Die 5,7 Millionen Euro, die sich die Stadtverordneten schon als Investition in den Schulstandort Friedrichsthal in den Jahren 2018/19 vorstellen konnten, sind nun in eine allgemeine „Hausnummer“ verwandelt worden, aus der vielleicht mehrere Schulen zu speisen sind. Grund ist eine Entwicklungskonzeption, deren Ergebnis erst jetzt liegt vorliegt. Die große Frage ist nun, welchen Zuzug, in welchen Stadtvierteln oder Ortsteilen mit welchen baulichen und infrastrukturellen Konsequenzen möchte sich Oranienburg leisten. Das alles soll in einer Baulandstrategie zusammenfließen. Doch das kann noch dauern.

So lange möchte Friedrichsthals Schulleiterin Antje Ernst, ihre Kollegen und die Eltern nicht warten. Lange genug hätte man Verständnis gehabt, wenn hier und dort an den anderen Schulstandorten investiert worden sei. „Irgendwann sind wir auch mal dran“, hatten sich die Friedrichsthaler getröstet. Eine Machbarkeitsstudie zeigte 2012 die Lösung auf: An das Verwaltungsgebäude wird ein Trakt angebaut und auf dem Schulhof entsteht zusätzlich ein zweistöckiger Neubau. Damit wären alle Probleme an dem Standort gelöst worden. Doch nun steht alles wieder auf Anfang, nur die Sorgen von Antje Ernst und ihren Kollegen sind größer denn je. „Unser wirkliches Problem sind die Raumgrößen und die Teilungsmöglichkeiten“, sagt Antje Ernst.

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Die Schule Friedrichsthal braucht mehr Platz und eine Modernisierung. In den einzelnen Klassenräumen geht es beengt zu. Hier ein Rundgang durch die einzelnen Gebäude.

Im kleinsten Klassenraum im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sitzen 17 Sechstklässler, und zwar ziemlich beengt. Ein Mädchen hat ihr Tun, bis sie sich mit ihrem Schul-Trolli hinter die Bank gezwängt hat ohne die Ordner in dem kleinen Regal an der Wand mit herunterzureißen. Möchte jemand in den Nebenraum gehen, muss der Schüler der letzten Bank erst mal aufstehen. Und ist den Sechstklässlern nach frischer Luft, hängt das geöffnete Fenster über der Schulbank. Auch Klassenlehrerin Iris Heinrich kann keine großen Sprünge machen vor der Tafel, dafür ist kein Platz. In den anderen Klassenräumen sieht es ähnlich aus. Dort muss auch noch für geistig- oder sehbehinderte Schüler nebst Einzelfallhelfer Platz geschaffen werden. „Wir hätten schon gern einen Teilungsraum, wo mal Einzelunterricht stattfinden könnte“, sagt Antje Ernst. Aber das ist nicht drin. In der 3. Klasse hat der behinderte Junge wenigstens noch in einer Ecke des Raumes einen separaten Platz. Das ist schon alles.

In einem separaten Haus auf dem Hof liegt das einzige Fachkabinett für Musik und Zeichnen. Es ist der allergrößte Raum in der ganzen Schule. Separat steht auch das Toilettenhaus auf dem Hof. „Den Weg dahin finden die Schüler aber nicht schlimm“, weiß die Schulleiterin. Zeitgemäß ist natürlich was anderes. Die Schulleitung selbst sitzt in einem ehemaligen Wohnhaus, das zum Schulgelände gehört. Lehrerzimmer, Vorbereitungsraum, eine kühle Mini-Veranda mit Liege, die Büchervorräte verstaut in Wandschränken, die Musiktechnik versteckt hinter einem Vorhang auf dem Flur, das Sekretariat und das Direktorenzimmer _ all das muss in das Wohnhaus passen.

Für das nächste Schuljahr liegen Antje Ernst 33 Neuanmeldungen vor. Selbst wenn 25 übrig blieben, sie wüsste nicht, wohin mit den Abc-Schützen. Und noch eine Krux tut sich auf. Nach Landesvorschriften gäbe es rein rechnerisch mehr Plätze in der Schule. „Würde ich Einschulungswünsche abweisen, könnten Eltern dagegen klagen“, sagt Antje Ernst. Anke Michelczak, die Amtsleiterin für Bildung in der Stadt, gibt ihr Recht. „Wir betreten ganz dünnes Eis.“ Anke Michelczak muss trotzdem alle Schulstandorte im Blick haben. Die zahlreichen Zuzüge und die Flüchtlinge waren nicht voraussehbar. Bis Mai muss Antje Ernst wissen, ob die Verwaltung eine Lösung findet. Dann gehen die Elternbriefe raus. Wie hatte Baustadtrat Frank Oltersdorf gesagt: „Die Friedrichsthaler Schule funktioniert.“ Antje Ernst sagt: „Ja, aber sie funktioniert nicht gut.“

Vier Gebäude für eine Schule

Die Friedrichsthaler Schule wurde 1833 gegründet. An das Hauptgebäude wurde 1914 angebaut.

Zurzeit werden 128 Mädchen und Jungen in folgenden Klassen unterrichtet: 1. Klasse: 23 Schüler, 2. Klassse: 20 Schüler, 3. Klasse: 21 Schüler, 4. Klasse 25 Schüler, 5. Klasse: 22 Schüler, 6. Klasse: 17 Schüler.

Sechs Klassenräume im Hauptgebäude, ein PC-Raum unterm Dach und ein WAT-Raum im Keller stehen zur Verfügung. Die Toiletten, ein Fachkabinett und die Verwaltung sind in separaten Gebäuden auf dem Hof, der Speiseraum in einem Anbau untergebracht.

Laut Landesverordnung stehen jedem Grundschüler 1,7 m² Raumfläche zu. Danach gäbe es rein rechnerisch mehr Plätze in den Klassenräumen als jetzt genutzt. Für die Friedrichsthaler Grundschule empfiehlt das Land zwei Teilungsräume.

Die Mitglieder im Bau-, Bildungs- und Sozialausschuss sind mehrheitlich einem Antrag der CDU gefolgt, für die Friedrichsthaler Schule die Summe von 5,67 Millionen Euro für die Jahre 2018/19 einzustellen. Der Hauptausschuss und die Stadtverordneten müssen darüber noch befinden.

Von Andrea Kathert

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