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So geht es Familie Müller ein Jahr danach

Vogelgrippe-Fall So geht es Familie Müller ein Jahr danach

Der 2. Dezember 2016 war für Landwirt-Familie Müller aus Schwante der Horror. Wegen eines Vogelgrippefalles mussten auf dem Hof 600 Tiere getötet werden. Danach war es lange still auf dem Gelände – die Hilfsbereitschaft groß. Wie geht es Müllers ein Jahr danach?

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Für Karl-Heinz (l.) und Hannelore Müller (2.v.l.) und das ganze Team in Schwante war es ein hartes Jahr.

Quelle: Robert Roeske

Schwante. Sie denken noch oft daran. In anderthalb Wochen, am 2. Dezember, jährt sich der Tag, der für Landwirtfamilie Müller in Schwante zum Horror wurde. Bei einer von 45 Zierenten auf dem Hof am Kuckswinkel ist damals eine milde Form des Vogelgrippe-Virus entdeckt worden. Danach erlebten Müllers ein regelrechtes Massaker. Etwa 600 Tiere sind daraufhin von Amts wegen getötet worden – Hühner, Enten, Gänse und Ziergeflügel. „Die Keulung war vollkommen sinnlos“, sagte Karl-Heinz Müller am Montag rückblickend. Inzwischen ist er überzeugt, dass sie das unter anderen Umständen hätten verhindern können. „Hätten wir schon früher vom Aktionsbündnis Vogelfrei gehört, hätte deren Anwalt einen Tötungsstopp erwirkt“, sagte der Landwirt. „Wir waren ein Bauernopfer.“ Davon ist Karl-Heinz Müller überzeugt.

Familie Müller auf ihrem Hof

Familie Müller auf ihrem Hof.

Quelle: Robert Roeske

„Uns geht es heute wesentlich besser“, sagt der Schwantener. „Schlimm wird es wieder am 2. Dezember, dann sind wir wahrscheinlich wieder in tiefer Trauer.“ Müllers haben wieder Tiere auf dem Hof, aber nicht mehr so viele wie noch im Herbst 2016. „Wir haben kein Mastgeflügel mehr“, sagt Karl-Heinz Müller. „Das wollen wir uns nicht mehr antun.“ Aber rund 20 Arten haben sie wieder bei sich leben, darunter Kaiser- und Schneegänse und ein paar Hühner für den Eigengebrauch. „Wir erwarten aber noch neue Tiere, zum Beispiel Schwarzhalsschwäne und Kaiserganter.“

Direkt nach dem Alptraumtag herrschte erst mal eine gespenstische Stille auf dem Hof. Womit Müllers aber nicht gerechnet hatten, war die große Hilfsbereitschaft der Menschen. „Ich dachte, die werden mit dem Finger auf uns zeigen“, erzählte Hannelore Müller. So aber kam es nicht. „Über die riesige Spendenbereitschaft haben wir erfahren, wie die Leute zu uns gestanden haben“, so ihr Mann Karl-Heinz weiter. Peter Leys, der Bürgermeister von Oberkrämer, war schnell vor Ort. Über die Gemeinde startete dann auch recht schnell eine Spendenaktion. Von der Tierseuchenkasse bekamen Müllers Geld, aber auch die vielen Spenden und Hilfsangebote von Privatpersonen und Unternehmen haben geholfen – sogar aus Tschechien und der Schweiz kam Hilfe.

Karl-Heinz Müller kann sich wieder um seine Tiere kümmern

Karl-Heinz Müller kann sich wieder um seine Tiere kümmern.

Quelle: Robert Roeske

Nach etwas mehr als zwei Monaten war wieder Leben auf den Hof gezogen, und noch heute werden Müllers von den Leuten auf die Ereignisse im vergangenen Jahr angesprochen. Froh ist Karl-Heinz Müller, dass er seine Tauben behalten durfte. „Hätten sie die auch noch getötet, dann wäre ich am Ende gewesen.“ Es sei ein Verbrechen am Tier begangen worden, von der Meinung rücken Müllers nicht ab. Sie sprechen sich auch weiterhin gegen die Stallpflicht aus.

Von Robert Tiesler

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