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So meistern Oranienburger die Bombenentschärfung

Zwei 500-Kilo-Bomben So meistern Oranienburger die Bombenentschärfung

Es war ein langer Tag für die Oranienburger, die Lehnitzer und all die anderen, die von der Bombenentschärfung Am alten Hafen betroffen waren. Am Ende zählt: Alles ging gut, niemand kam zu Schaden. Und die Oranienburger zeigten sich von ihrer besten Seite. Auch die Jüngsten.

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Wiebke (l.) und Stella brachten Polizeimeister Lehmann und seinen Kollegen, die für die Sicherheit an der Robert-Koch-Straße sorgten, am Donnerstagabend vorbei.Eine schöne Geste der Mädchen und ihrer Mutter aus der Virchowstraße. .

Quelle: Enrico Kugler

Lehnitz. Es war ein langer Tag für alle Beteiligten, bis die Sirenen um 18 Uhr endlich Entwarnung verkündeten. Die Sprengmeister des KMBD hatten die Oranienburger wieder von zwei Blindgängern Am alten Hafen in Lehnitz befreit.

Liveticker zur Bombenentschärfung zum Nachlesen>>

Für viele Menschen begann der Tag beschwerlich. Vom Schienenersatzverkehr waren nicht nur die S-Bahnfahrer betroffen. Die zahlreichen Busse verstopften zusätzlich die Straßen – es staute sich am Morgen vom Ortseingang Oranienburg bis nach Birkenwerder. Tagsüber durch die gesamten Oranienburger Innenstadt.

Im Asylbewerberheim in Lehnitz lief dieses Mal alles besser. Um 7.30 Uhr waren die Blocks leer.

Im Asylbewerberheim in Lehnitz waren um 730 Uhr schon alle Bewohner raus

Im Asylbewerberheim in Lehnitz waren um 7.30 Uhr schon alle Bewohner raus.

Quelle: Kathert

Die meisten Flüchtlinge standen schon kurz nach Sieben am Bahnhof. Dieses Mal waren auch ausreichend große Busse organisiert worden. Allerdings fuhren diese nur zum Bauernmarkt. Die Asylbewerber, die nach Oranienburg wollten, machten sich in der Morgendämmerung mit Sack und Pack zu Fuß auf den Weg.

Es fehlte an Ausschilderungen

Kurz vor 8 Uhr beeilten sich die letzten Lehnitzer, den Sperrkreis zu verlassen. Manche nahmen’s gelassen, wie Familie Krumreich aus dem Baumschulenweg 1. Mit den Worten „Wir fahren mit unseren Nachbarn nach Polen“, stiegen sie ins Auto. Zwei Minuten später fuhren die ersten Feuerwehren in den Sperrkreis, die Polizei riegelte zeitgleich die Straßen ab.

Manche Posten hatten gut zu tun. Zum Beispiel in der Friedrich-Wolf-Straße. Weil es keine Ausschilderung gab, nutzten viele Autofahrer die Abkürzung von der Lehnitzschleuse rüber nach Lehnitz. Im Zweiminutentakt erklärten Polizeibeamte der Hundertschaft den Autofahrern, dass sie umdrehen müssen.

„Wo sollen wir sonst hin?“

Auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen, eine der beiden Anlaufstellen für die Evakuierten, ging es entspannt zu. Deutlich weniger ältere Leute als bei der letzten Entschärfung hatten sich eingefunden. Viele Flüchtlingsfamilien und nutzten die Spielangebote für die Kinder. Die 83-jährige Gertrud Baum aus Lehnitz hatte sich auf einen langen Tag eingestellt. „Ich rechne ja immer damit, dass sie entschärfen können, aber man weiß ja nie.“ Die Rentnerin ist ein Kriegskind. „Wir haben so was alles schon mal mitgemacht.“

Manfred König und Ingeborg Hiller verbrachten den Tag auf dem Bauernmarkt

Manfred König und Ingeborg Hiller verbrachten den Tag auf dem Bauernmarkt.

Quelle: Kathert

„Wo sollen wir sonst hin?“ meinten Manfred König und Ingeborg Hiller aus der Illerstraße. Die beiden verbrachten den ganzen Tag auf dem Bauernmarkt. Früher seien sie an solchen Tagen in der Weltgeschichte rumgefahren. Manfred König sagt: „Mir gefällt das auch nicht, aber die Bomben müssen nun mal raus.“

Wenn der Sperrkreis nicht verlassen wird

Petra Maaß und Sabine Meiners, beide Erzieherinnen in der Lehnitzer Kita, kümmern sich um die älteren Leute. Weil die beiden wegen der Evakuierung der Kita keinen Urlaubstag opfern wollen, sind sie froh, diese Alternative zu haben. Vonseiten des Marktes sei alles toll organisiert. „Und hier wird auch nicht gemeckert, wenn sich die Leute selbst was zu Essen mitbringen“, sagt Petra Maaß. „Es hat ja nicht jeder ein dickes Portemonaine.“

Sabine Meiners (l) und Petra Maaß kümmerten sich um die älteren Menschen

Sabine Meiners (l.) und Petra Maaß kümmerten sich um die älteren Menschen.

Quelle: Kathert

66 Feuerwehrleute aus ganz Oranienburg gingen am Morgen von Tür zu Tür, kontrollierten den Sperrkreis: Bei zwei Häusern in Lehnitz gab es den Verdacht, dass die Bewohner es nicht verlassen wollen. „Es ist schon ärgerlich wenn dadurch die Arbeit der Sprengmeister aufgehalten wird, sie zusätzlich in Gefahr geraten“, so Michel Müller von der hauptamtlichen Feuerwehr. „Das zieht auch für die Leute, die auf Arbeit sind und auf die Aufhebung des Sperrkreises warten, alles in die Länge.“ Ausreden wie, wir hatten keine Infos, lasse er nicht gelten. „Wir sind am Vorabend noch mit Lautsprechern durch Lehnitz gefahren.“ Aber die meisten Oranienburger verließen den Sperrkreis pünktlich, so der Feuerwehrmann. Und der Verdacht in den beiden Häusern bestätigte sich nicht. „Die Leute hatten dieses Mal viel Verständnis“, bedankte sich Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm.

Von Heike Bergt und Andrea Kathert

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