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Oberhavel So nutzten Abiturienten ihre zweite Chance
Lokales Oberhavel So nutzten Abiturienten ihre zweite Chance
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00:19 16.06.2017
Haben die zweite Chance genutzt: Jasmin, Timon und Anna vom Louise-Henriette-Gymnasium (v. l.). Zwei Drittel ihres Jahrgangs schrieben die Mathe-Klausur neu. Quelle: Helge Treichel
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Oranienburg

„Es lief tausendmal besser!“ Anna Meyer aus Hohenbruch ist die Erleichterung anzumerken, als sie am Montag um 13.30 Uhr vor dem Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg steht. Gerade eben hat sie die diesjährige Mathe-Abi-Prüfung zum zweiten Mal geschrieben. Die 19-Jährige ist damit eine von 33 Abiturienten ihrer Schule, die diese Chance genutzt haben – und eine von 2600 im Land.

Möglich war das für brandenburgische Schüler, weil es bei der ersten Prüfung Anfang Mai eine Panne gab. Die Hälfte der zur erreichenden 100 Punkte hingen von einer Wahlaufgabe ab, deren Lösungsgrundlage in vielen Mathe-Kursen zuvor gar keine Rolle gespielt hatte. Das Bildungsministerium hatte daraufhin allen rund 6000 Betroffenen angeboten, eine neue Mathe-Klausur zu schreiben, wobei die erste Prüfung ohne Kenntnis der Note annulliert wurde. 40 Prozent nahmen dieses Angebot an.

Wie lief deine Mathe-Wiederholungsprüfung? „Definitiv besser. Es waren viel einfachere Aufgaben. Ich habe die zweite Chance genutzt“, sagt Leonie (17), aus Oranienburg. Quelle: Helge Treichel
Wie lief deine Mathe-Wiederholungsprüfung? „Auf jeden Fall besser als beim ersten Mal, es war schon einfacher, fand ich“, sagt Timon (18) aus Oranienburg. Quelle: Helge Treichel
Wie lief deine Mathe-Wiederholungsprüfung? „Die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Schwerer als vorher ging nicht“, sagt Jasmin (18) aus Oranienburg. Quelle: Helge Treichel

Für Schulleiterin Gabriele Schiebe hat das Ganze dennoch einen bitterbösen Nachgeschmack. Denn den brandenburgischen Lehrern war vorgeworfen worden, den aktuellen Rahmenlehrplan nicht gekannt zu haben. 30 Prozent der Schulen hätten ihre Fachlehrer nicht zu den Fortbildungen dazu geschickt, obwohl diese verpflichtend waren. Gabriele Schiebe widerspricht: „Unsere Lehrer schwänzen keine Fortbildungen! Das ist ein Unrecht. Unsere Lehrer haben korrekt gearbeitet. Wir sind uns keiner Schuld bewusst.“ Die Nachprüfung jedoch wirke nun wie ein Schuldeingeständnis.

Direktorin Gabriele Schiebe legt den Ordner mit den Fortbildungsanträgen vor. Quelle: Helge Treichel

Zum Beweis schlägt die Direktorin einen dicken Aktenordner mit Fortbildungsanträgen der vergangenen Jahre auf. Am 19. November 2014 hat Mathe-Fachbereichsleiter Frank Thienert die besagte Fortbildung besucht – bis spät abends waren er und eine Kollegin dafür unterwegs. Im Nachgang seien alle Lehrerkollegen über die Neuerungen informiert worden.

Das eigentliche Problem sei aber, dass der Rahmenlehrplan nicht verpflichtend definiert, was genau behandelt werden muss, bedauert die Direktorin: „Nur zwei von vier Logarithmusfunktionen müssen gelehrt werden.“ So hätten die Mathelehrer vor der Wahl gestanden – und sich für die Formeln entschieden, die den Prüfungsstoff der Vorjahre abdecken. Außerdem gäbe es bereits erneut widersprüchliche Aussagen dazu, welcher Rahmenlehrplan für die Prüfungen 2018 gilt.

„Dass es irgendwann zum Crash kommt, war uns Mathelehrern klar“, sagt Frank Thienert mit Blick auch auf die Unterschiede zwischen Berlin und Brandenburg im Oberstufensystem. Obwohl die selbe Prüfung geschrieben wird, gäbe es hierzulande für alle nur vier Wochenstunden Mathe, in Berlin fünf im Leistungskurs und drei im Grundkurs.

Habe sie sich bei der ersten Prüfung noch wie „vor den Kopf gestoßen“ gefühlt, hat Anna Meyer die Aufgaben im zweiten Anlauf lösen können. Sie hofft jetzt auf die Note zwei.

Während der erneuten Mathe-Prüfung im Louise-Henriette-Gymnasium. Der gesamte Aula-Bereich ist abgesperrt. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel und Malena Rink

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