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Solarpark steht auf der Kippe

Mühlenbeck Solarpark steht auf der Kippe

Seit mehr als drei Jahren ist der Bau eines Solarparks auf der ehemaligen Hausmülldeponie in Mühlenbeck im Gespräch. Trotz des Zuspruchs auf kommunaler Ebene, gibt es Widerstand im Umweltministerium. Können die Zweifler nicht vor Jahresende überzeugt werden, landet das Projekt – im Mülleimer.

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Von Schweinen heimgesucht: die sanierte Deponie.

Quelle: Helge Treichel

Mühlenbeck. Bereits seit 2013 ist ein Solarpark auf der ehemaligen Hausmülldeponie an der Buchhorster Straße in Mühlenbeck im Gespräch. Und obwohl die Kommunalpolitiker dieses Projekt stets befürwortet hatten und auch die Gemeindeverwaltung es nicht an Unterstützung mangeln ließ, steht das Vorhaben einmal mehr auf der Kippe. Das resümiert Projektmanager Karsten Bühring am Freitagnachmittag frustriert nach einem Termin im Landesumweltministerium. Dort hatte er gemeinsam mit Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) und Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky um eine Lösung gerungen.

Denn die Landesbehörde beharrt auf ihrem Standpunkt, dass ein Solarpark in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) nicht genehmigt werden kann – trotz des einhelligen Zuspruchs aus der Kommune. Dort wäre man nicht nur über den Öko-Strom erfreut, sondern auch über eine Lösung für das Wildschweinproblem. Die Schwarzkittel verschaffen sich illegal Zutritt zum (nicht mehr wirksam) eingezäunten Gelände und wühlen jenen Unrat ans Tageslicht, über den so schön Gras und Gebüsch gewachsen war. Denn zwischen 2001 und Ende 2005 war das 5,5 Hektar große Areal unter Aufsicht der kreislichen Umwelt- und Landwirtschaftsbehörde saniert worden. Kosten: 230 000 Euro. Mit zusätzlichem Erdaushub soll die „Schweinerei“ nun repariert und erschwert werden. Da kommt ein Investor gelegen, der jahrzehntelang Ordnung und Sicherheit auf dem Gelände verspricht.

Sogar einen Stromanschluss hat die Deponie bereits

Sogar einen Stromanschluss hat die Deponie bereits.

Quelle: Helge Treichel

Es handelt sich um die Sunfarming GmbH mit Sitz in Erkner. Die hatte Anfang dieses Jahres das bestehende Projekt eines insolventen Investors übernommen. Der technische Fortschritt allerdings würde nun eine Höchstleistung des Solarkraftwerks von 3,2 statt der bisher geplanten 2,8 Megawatt erlauben. Und eine Hochspannungsleitung wäre auch schon vorhanden.

Hintergrunddaten zum Projekt

Die Anlage würde laut Investor jährlich zirka 3,1 Millionen Kilowattstunden produzieren.

Damit könnten rund 800 Haushalte mit „grünem“ Strom versorgt werden.

Das gesamte Anlagenequipment wie Wechselrichter und Module kommt aus Deutschland.

Auf der Deponie sollen 12 075 Solarmodule verbaut werden.

Aber den Sunfarmern läuft die Zeit davon. Wenn sie ihre Anlage nicht bis Jahresende hinbekommen, geht die erforderliche Einspeisevergütung verloren, sagt Karsten Bühring. Jedes größere Projekt werde damit unmöglich. Seine Firma hat davon noch ein Dutzend allein über brandenburgischen Deponien auf der Pfanne. Voraussichtlich nur ein Drittel davon, also vier, werden voraussichtlich noch realisiert werden können. Eines davon betrifft die Falkenseer Deponie im benachbarten Havelland, wo der Pachtvertrag gerade befürwortet wurde.

Jetzt hoffen Bühring und die Vertreter der Kommune, die Landes-Umweltschützer doch noch mit einer überarbeiteten Projekt-Begründung überzeugen zu können.

Von Helge Treichel

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