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Oberhavel Sommer auf der Werft
Lokales Oberhavel Sommer auf der Werft
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09:21 23.08.2017
Die Schiffsschraube des Eisbrechers „Seeotter“. Quelle: Enrico Kugler
Malz

Der „Pinguin“ sitzt seit einer Woche auf dem Trockenen. Doch schon in wenigen Tagen wird das Fahrgastschiff der Reederei Grimm & Lindecke aus Hennigsdorf wieder eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben. „Er bekommt nur seinen TÜV“, erklärt Ralf Loerke.

„Sieben Schiffe liegen derzeit draußen, ebenso viele in der Halle. Wir haben volle Auftragsbücher und gut zu tun“, sagt Loerke, der seit sechs Jahren Inhaber der Malzer Werft ist. Eine der wenigen Binnenwerften in Ostdeutschland. Hier laufen keine sektgetauften Neubauten vom Stapel, „wir haben uns auf die Modernisierung und die Reparaturen älterer Schiffe spezialisiert. Wobei wir schiffbautechnisch vom Holzkahn bis zum modernen Stahl- und Aluschiffbau nichts verlernt haben.“

Ralf Loerke ist viel auf Achse. Denn um Aufträge zu akquirieren, muss er an vielen Ausschreibungen teilnehmen. Ob es dann klappt mit dem Auftrag, bleibt vage. Aber gute Arbeit spricht sich rum. Das liegt wohl auch daran, dass viele Kollegen, so wie auch er selbst, auf der Malzer Werft von der Pike auf gelernt haben. Ein festes Team, das da vor allem Schiffe der Wasserschutzpolizei und der Wasser- und Schifffahrtsämter und Fahrgastschiffe wieder flott macht. Heute ist der studierte Maschinenbauer Loerke in Wolfsburg, morgen in Minden, sieht sich die „Patienten“ an, die eine Reparatur nötig haben oder völlig neu aufgebaut werden sollen. Dann macht er ein Angebot, bekommt den Zuschlag – oder nicht. Das weitgereisteste Schiff „kam mal aus Passau von der dortigen Wasserschutzpolizei“ zu ihm auf die Werft.

Im Moment ist hier Sommer und damit „Eisbrecher-Zeit.“ Am Ausrüstungskai liegt der „Eisfuchs“ für einen TÜV vertäut. Im Winter sorgt er wieder auf dem Lehnitzsee und dem Oder-Havel-Kanal für freie Fahrt für die Lastkähne der Berufsschifffahrt. „Schiffe haben im Durchschnitt eine fünf Millimeter dicke Stahlwand. Misst sie nur noch drei, müssen die Stellen ausgetauscht werden.“ Bei Eisbrechern sind die Schiffswände mindestens acht Millimeter stark, erklärt der Fachmann. Vor einigen Tagen aus dem Wasser gehievt worden ist auch der „Seeotter“, Eisbrecher des WSA Berlin. Auch hier steht eine Sommerrevision an mit Check der Systeme, neuem Anstrich. In einer Woche soll es erledigt sein.

Wesentlich mehr ist an dem „Dreierpack“ zu tun, die in der Halle „aufgebockt“ liegen: Die „Magdeburg“, die „Eberswalde“ und die „Brandenburg“. Drei Arbeitsschiffe des selben Typs. Nach 15 Jahren bekommen sie nach dem Abstrahlen des Rumpfes einen neue Anstrich, einen neuer Propeller, Radar und neue Maschinen – eine kostet rund 20 000 Euro. „Die alten entsprechen nicht mehr der Abgasnorm.“ Und der Bund fördert die Umrüstung. In den drei Schiffen stecken zum Schluss vier Monate Arbeit drin.

2018 arbeitet Ralf Loerke 40 Jahre auf der Werft. „Und es macht mir immer noch Spaß“ sagt der 56-Jährige. Auch wenn er heute nicht mehr „selbst auf dem Schiff steht“, kennt er jedes genau. Er bereitet die Projekte vor, kalkuliert, bestellt das Material, rechnet zum Schluss ab. Er will noch ein paar Jahre auf der Werft anpacken. Und doch muss er Nachwuchs suchen. Denn jedes Jahr gehe ein weiterer Kollegen von Bord – in den Ruhestand. Deshalb sucht er Azubis oder auch Praktikanten.

Derzeit ist Mareike Springer auf der Werft, die in Bremen Schiffbau und Meerestechnik studiert. Sie hatte von Freunden erfahren, dass man hier auf der kleine Werft für Praktika willkommen ist. Gestern hat sie das Ruderblatt des „Seeotter“ mit abgebaut. „Ich gebe jungen Leuten gern eine Chance. So, wie wir sie auch bekommen haben.“

Von Heike Bergt

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