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Spatenstich für Kanalbau in Friedrichsthal und Malz

Jauchegruben haben ausgedient Spatenstich für Kanalbau in Friedrichsthal und Malz

Am kommenden Montag beginnen die Bauarbeiten für die Kanalisierung der Oranienburger Ortsteile Friedrichsthal und Malz. Rund elf Kilometer Leitungen wird das Abwassernetz zukünftig umfassen. 812 Grundstücksbesitzer können das Thema Jauchegruben und Abfuhr damit endgültig abhaken.

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Beim symbolisches Erdeschippen: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (M.) mit den Ortsvorstehern von Friedrichsthal, Jens Pamperin (l.), und dem Malz Vorsteher Manfred Hartmann.

Quelle: Heike Bergt

Friedrichsthal. Die Angst einer Anwohnerin war unbegründet: Der riesige Kontrollschacht wird nicht am Ernst-Thälmann-Platz in die Luft ragen, sondern recht bald in der Erde verschwunden sein. Am kommenden Montag beginnen die Kanalbauarbeiten. Am Mittwoch erfolgte der symbolische erste Spatenstich für die Kanalisierung der Oranienburger Ortsteile Friedrichsthal und Malz. Nicht jeder, aber viele warten darauf, dass die Zeit der Grubenabfuhr endlich Geschichte ist.

Ein Kontrollschacht, der am Ernst-Thälmann-Platz in Friedrichsthal demnächst in der Erde verschwindet. Sichtbar bleibt lediglich der Schachtdeckel. Die Öffnung befindet sich noch in 4,5 Metern Höhe.

Quelle: Heike Bergt

In der Stadt Oranienburg waren nach der Wende lediglich 30 Prozent der Grundstücke am Abwassernetz. Dann begann die Aufholjagd. Seit 2000 gilt die Stadt als voll erschlossen, bis auf weit abgelegene Bereiche, die zu erschließen sehr teuer ist. Nun bricht für die Ortsteile Friedrichsthal und Malz eine neue "Epoche" an, beschrieb es gestern Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. Die nach der Wende angestrebte Lösung erwies sich als Provisorium, schaute er zurück. Nun sei der EBO planerisch und wirtschaftlich gut auf das Bauvorhaben in Friedrichsthal und Malz vorbereitet. Schließlich sei der Kanalbau in Regionen, in denen die Abnehmer weit auseinander liegen, wesentlich aufwändiger und teurer, als in städtischen Gebieten mit vielen Häusern und Bewohnern.

"Wir haben lange gewartet, aber nun ist es soweit", waren sich die Ortsvorsteher von Friedrichsthal und Malz, Jens Pamperin und Manfred Hartmann, einig. Auch wenn es immer wieder kritische Stimmen von Anwohnern gebe, so hoffe man doch, dass letztlich alle zufrieden sind, weil eine neue Zeitrechnung in Sachen Abwasser anbricht.

Das Fünf-Millionen-Projekt

  • Der Entwässerungsbetrieb Oranienburg (EBO) hat die Erschließung des Ortsteile Friedrichsthal und Malz geplant.
  • Nach Abschluss sind 812 Grundstücke ans Netz.
  • Bauzeit: Ab kommenden Montag bis zum Herbst 2014.
  • Baukosten: Rund fünf Millionen Euro.
  • Bauausführende Unternehmen sind Peter Tiefhoch aus Oranienburg, TRP Bau aus Teltow und der Esbe Rohrleitungsbau aus Eichstädt.
  • Verlegt wir eine geschlossenes Kanalnetz aus Kunststoffrohren und Kontrollschächten.
  • Insgesamt 11 474 Meter Abwasserkanalrohre kommen in die Erde, dazu 232 Kontrollschächte und sechs Pumpwerke gehören dazu.
  • Das erste Baulos umfasst die Siedlung Fichtengrund, einschließlich Durchdükerung der Havel. Das zweite die Siedlung Friedrichsthal mit Malz, südlich der Schleuse.
  • 90 Prozent der Anwohner haben sich bisher beim EBO in Sachen Hausanschluss in Verbindung gesetzt.
  • Eine Woche vor Beginn im jeweiligen Straßenzug informieren die Baufirmenen die Anwohner per Post.
  • Der Kanalbau erfolgt unter Vollsperrung der Straße, der Bau der Hausanschlüsse bei halbseitiger.

Rund elf Kilometer Leitungen wird das Abwassernetz zukünftig umfassen. 812 Grundstücksbesitzer können das Thema Jauchegruben und Abfuhr damit endgültig abhaken. Dabei sei der Bauuntergrund in Friedrichthal "wie überall in Oranienburg: Sand und Wasser", beschrieb es der technische Leiter des EBO, Thomas Schlegel. Die Rohre werden in einer Tiefe zwischen 1,60 und 4,50 Metern verlegt. Da das Grundwasser bei etwa 3,20 Meter anliegt, sind Grundwasserabsenkungen gleich zu Beginn am Ernst-Thälmann-Platz erforderlich.

Dabei hat sich der EBO für ein gesamtes Netz aus PVC-Rohren entschieden: Gerade wegen des Wassersparens und vergleichsweise geringer Abwassermengen, sei die Gefahr der Korrosion im Leitungsnetz groß. Vielerorts seien Kontrollschächte aus Zement schon nach wenigen Jahren regelrecht zerfressen. Ein System aus Plastik sei nicht anfällig, erklärt Schlegel. Rohrspülungen fänden in der Regel aller drei Jahre statt.

Firmeninhaber Jürgen Peter von Peter Tiefhoch findet die Entscheidung fürs PVC-System vorausschauend. Die Rohre seien nicht teurer als herkömmliche aus Zement, aber die Kontrollschächte. Doch die hätten eben eine längere Lebensdauer.

Die Schachtarbeiten beginnen am Thälmannplatz Richtung Victoriastraße und Thälmannstraße, im Friedrichthaler Weg Richtung Keithstraße und sowie in der Bahnhofstraße.

"Wir hoffen, dass Ende Oktober kommenden Jahres der 812. Hauseigentümer planmäßig ans Netz geht", so Laesicke.

Von Heike Bergt

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