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Oberhavel Spende fürs Kinderhaus
Lokales Oberhavel Spende fürs Kinderhaus
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17:30 27.02.2017
Tiefbaufirmenchef Bernd Merkel (hinten l.) findet sein Geld im Kinderhaus in besten Händen. Quelle: Heike Bergt
Malz

Ab und zu fliegt der Ball beim Spielen dann doch über die Mauer. Damit könne der Nachbar zwar leben, aber manchmal landet der Ball eben auch auf dem Kaffeetisch, erklärt Sven Hentschel. Das soll sich ändern. Die Mauer wird „aufgestockt“, ein Ballfangzaun draufgesetzt. Seit Montag ist dafür Geld da, denn Bernd Merkel, Chef über 35 Mitarbeiter der Tiefbaufirma in Birkenwerder, hat dem Kinderhaus an der Malzer Dorfstraße eine Spende in Höhe von 750 Euro übergeben.

Zu Weihnachten, erinnerte sich Bürgermeister Hans-Jaochim Laesicke, erreichte ihn eine Glückwunschkarte, verbunden mit der Bitte, einen Tipp zu geben, wo eine Spende dringend gebraucht würde. Und weil zum Jahresende doch so manche Spende fließe, ist die Übergabe ins neue Jahr vertagt worden. Dabei reicht die Summe nicht nur für den Ballfangzaun, auch ein neuer Wäschetrockner ist drin, weil der alte, der rund um die Uhr in Betrieb ist, seinen Geist aushaucht, erklärt Hentschel.

2008 baute der Märkische Sozialverein das Kinderhaus an der Dorfstraße auf. „Es war gut, dass die großen Kinderheime aus DDR-Zeiten aufgelöst wurden, kleine entstanden“, so MSV-Geschäftsführerin Gabriela Wolff. „Bei uns wachsen die Kinder in familienähnlichen Verhältnissen auf.“ Rund um die Uhr sind Betreuer im Haus. „Die Mädchen und Jungen bei uns mussten als Kinder oft Schlimmeres erleben, als es mancher im ganzen Leben nicht erfahren muss. Hier geben wir ihnen Ruhe und Sicherheit. “ Sie kommen aus Familien mit Drogen-, Alkohol- oder Gewaltproblemen, die meisten aus Berlin, auch aus Oberhavel und Eberswalde.

Im Haus I an der Dorfstraße sind acht Kinder zwischen vier und 14 Jahren zu Hause, im Haus II im Ort ebenso viele, allerdings zwischen 14 und 18 Jahren, darunter auch vier Jugendliche aus Afghanistan, und im dritten Kinderhaus in Sachsenhausen fünf Kinder zwischen fünf und elf Jahren. „Ja, wir sind damit an der Kapazitätsgrenze“, sagt Gabriela Wolff, die vor allem Probleme hat, engagierte Erzieher für die Teams zu finden. „Das ist gegenwärtig unsere größte Herausforderung.“ So einen zum Beispiel zu finden wie Sven Hentschel. Zehn Jahre hat der unter anderem auf dem Bau gearbeitet. Derzeit sattelt der 44-Jährige um, macht eine Ausbildung zum Sport- und Bewegungerzieher. Bereut hat er es nicht. Sagt aber auch: „Ich hatte auf dem Bau schon viel Verantwortung, aber nie so viel wie heute." Inzwischen ist er Leiter von Kinderhaus I. „Wir setzen auf Quereinsteiger mit Lust auf diesen wirklich nicht einfachen Job“, macht Gabriela Wolff jedem Mut, es auch zu tun. Denn man müsse nicht nur für die Kinder da sein, einen erheblichen Teil der Arbeit macht auch die mit den Eltern aus. Und man müsse auch mit der Kritik anderer Eltern von Mitschülern umgehen. Denn ein Loch in der Hose eines Heimkindes werde viel kritischer beäugt als das in der Hose eines Kindes aus einer „normalen“ Familie. „Manche Kritik von Eltern hat sich schnell gelegt, als wir sie mal zu uns eingeladen haben“, sagt Hentschel.

Und Bernd Merkel fand am Montag: „Volltreffer, hier ist das Geld an der richtige Stelle.“

Von Heike Bergt

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