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Spendenaktion für die krebskranke Tessa

Birkenwerder Spendenaktion für die krebskranke Tessa

Die 21-jährige Tessa aus Birkenwerder (Oberhavel) erkrankte 2015 kurz vor ihren Abiturprüfungen an Leukämie. Nach allen Behandlungen ist klar, dass ihr nur noch mit einer Stammzellenspende geholfen werden kann. Ihre Mitschüler und Lehrer haben deshalb für Sonnabend, 25. Februar, eine Spendenaktion organisiert.

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Tessa aus Birkenwerder: „Ich liebe es zu kochen, zu lesen, zu reisen und vor allem zu tauchen. Sobald ich darf möchte ich wieder Unterwasser.“

Quelle: privat

Birkenwerder. Wer ein Held und Lebensretter werden will, muss sich den kommenden Sonnabend, 25. Februar, im Kalender rot anstreichen. Von 10 bis 15 Uhr läuft im Foyer der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule (RHS) eine Registrierungsaktion für Stammzellenspender – organisiert von Schülern und Lehrern. Damit wird allen Menschen geholfen, deren Blutkrebs nur durch eine Transplantation von Stammzellen geheilt werden kann. Die Überlebensrate steige dann auf zirka 50 Prozent, sagt Maria Matuschak von der gemeinnützigen DKMS GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei).

Die Aktion, für die Bürgermeister Stephan Zimniok die Schirmherrschaft übernommen hat, gilt ganz konkret der 21-jährigen Tessa Szereiks, die in Birkenwerder aufwuchs. „Ich bin hier zur Grundschule, in den Hort und später an die RHS gegangen“, sagt sie. Und sie habe ihre Schulzeit gemocht: „Da habe ich meine alten Freunde gesehen und neue dazu bekommen. Familie und Freunde sind das Wichtigste für mich. Ich verbringe sehr gerne und sehr viel Zeit mit ihnen.“ Gesundheit sei „natürlich auch super wichtig“, aber ohne Familie und Freunde bringe sie einem nur wenig, sagt die 21-Jährige, die ihre Krebsdiagnose vor zwei Jahren erhielt, kurz vor dem Abitur. Seitdem unterzog sie sich einer Hochrisiko-Chemotherapie, besuchte immer wieder auch die Schule. Doch die Leukämie kam zurück. Ihre Prüfungen konnte sie noch nicht nachholen. Weil es ihr auch gegenwärtig nicht gut geht, hält sie sich im Krankenhaus auf.

Wollen Stammzellenspender gewinnen (v l)

Wollen Stammzellenspender gewinnen (v. l.): Simona Zimmermann und Petra Liese von der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, Bürgermeister Stephan Zimniok und Aktionsleiterin Maria Matuschak von der DKMS gGmbH.

Quelle: Helge Treichel

2011/12 war Tessa für neun Monate in Neuseeland und hat „wahnsinnig viel erleben dürfen“. Berufliche Wünsche habe sie auch. „Aber da ich meine Pläne in den letzten Jahre immer verschieben musste, möchte ich dazu nicht mehr sagen.“

Obwohl mehr als sieben Millionen Spender bei der DKMS registriert sind, sei noch keiner für Tessa gefunden worden, so Maria Matuschak. So ergehe es derzeit etwa jedem siebenten Blutkrebs-Patienten. Gesucht werde ein „genetischer Zwilling“, bei dem zehn von zwölf untersuchten Gewebemerkmalen übereinstimmen. Um dies zu testen, wird den Freiwilligen eine geringe Menge Blut abgenommen (5 ml).

Die Blutmenge aus einem solchen Röhrchen reicht aus, um die genetischen Gewebemerkmale von Spendern zu überprüfen

Die Blutmenge aus einem solchen Röhrchen reicht aus, um die genetischen Gewebemerkmale von Spendern zu überprüfen. Für die eigentliche Stammzellenspende gibt es zwei Wege: eine Knochenmarkentnahme am Hüftkamm (Routineeingriff) oder eine periphere Entnahme über das Blut mittels eines dialyseähnlichen Verfahrens.

Quelle: Helge Treichel

Dafür und für die Betreuung stünden am Sonnabend zahlreiche Helfer bereit, sagt Lehrerin Petra Liese, darunter fünf Krankenschwestern und ein Arzt. Andere Helfer kümmern sich um die Verpflegung und das Umräumen. „Wir versuchen, so viele Leute wie möglich zu mobilisieren“, so die Oberstufenkoordinatorin. Das erklärte Ziel: 500 Registrierungen. Und weil jede einzelne 40 Euro kostet, sind auch Geldspender willkommen.

„Dass meine Schule das zusammen mit der DKMS organisiert und so viele Freunde und Bekannte das teilen, rührt mich sehr“, sagt Tessa. „Meine Familie und meine Freunde sind meine Helden! Aber jeder, der sich dazu entschließt, anderen Menschen zu helfen, ist auch ein Held.“

Jede Spende hilft

Im Jahr 2008 gab es eine Spendenkampagne für den damals 17-jährigen Max-Hilmar Borchert aus Menz. Dem erfolgreichen Springreiter konnte im September 2009 mit einer Stammzellentransplantation geholfen werden.

„Geld oder Leben? – Spenden Sie einfach beides“, heißt es in einem DKMS-Flyer.

Jeder Gesunde im Alter zwischen 17 und 55 Jahren kann am 25. Februar von 10 bis 15 Uhr an der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder (Hubertusstraße 30) untersuchen lassen, ob seine Gewebemerkmale mit denen von Tessa übereinstimmen. Dazu reichen fünf Milliliter Blut aus. Gesucht wird also ein „genetische Zwilling“.

Potentielle Spender stehen nach ihrer Registrierung allerdings auch allen anderen Leukämie-Patienten zur Verfügung.

Nähere Informationen und die Angaben für ein Spendenkonto sind auf der Facebook-Seite der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule zu finden.

Von Helge Treichel

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