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Oberhavel Spendenstelle ist am Limit
Lokales Oberhavel Spendenstelle ist am Limit
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02:17 05.11.2015
Pur-Mitarbeiterin Soraya Isaqzai aus Afghanistan spielt oft Dolmetscherin. Quelle: Foto: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Alle paar Minuten strömen Menschen herein, warten an der Ausgabestelle in der Hennigsdorfer Fabrikstraße. Rund 400 Frauen, Männer und Kinder kommen jeden Monat. Fast 1000 Einzelpersonen und Familien sind mittlerweile hier gemeldet. Und es werden immer mehr. Vor allem die steigenden Flüchtlingszahlen im Landkreis bringen die Kleiderkammer der Regionalen Arbeitsförderungsgesellschaft Pur allmählich ans Limit, sagt Chefin Annette Koegst. „Auf Dauer werden wir und die Oranienburger Kleiderkammer das nicht alleine schaffen“, sagt Koegst. Auch ALG II-Empfänger und ältere Menschen holen sich in der Hennigsdorfer Ausgabestelle regelmäßig Kleidung, Bettwäsche und tägliche Dinge des Lebens. Die sechs Mitarbeiter – darunter vier Ein-Euro-Jobber – seien angesichts der großen Nachfrage voll ausgelastet. Mit der Stadt Hohen Neuendorf sei man in guten Gesprächen wegen einer neuen Kleiderausgabe, sagt Annette Koegst. Auch andere Kommunen müssten solch ein Angebot für die Menschen machen, so die Pur-Chefin. „Je näher die Ausgabestellen an den Menschen sind, desto besser ist es doch.“

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen vor allem ab dem Sommer in diesem Jahr sei zwar auch die Spendenbereitschaft der Hennigsdorfer gestiegen. Doch längst nicht alle ausrangierten Kleider sind noch brauchbar. „In der letzten Zeit mussten wir etwa 50 Prozent der Sachen entsorgen, weil man sie den Leuten nicht mehr anbieten konnte“, so Koegst. Ein voller Laster pro Woche fahre derzeit nach Oranienburg, wo das DRK die Sachen kostenlos für die Pur entsorgt. Aber auf Dauer gehe das in dieser Masse nicht, sagt Annette Koegst.

Zudem wollten derzeit viele Spender ihre Sommersachen loswerden. Das sei zwar nachvollziehbar, jedoch sei auf den rund 65 Quadratmetern der Kleiderkammer schlicht nicht genug Platz, um Sachen zu lagern, die erst im nächsten Jahr gebraucht werden. Die Hennigsdorfer Stadtverordnete Petra Winkel (SPD) hat von den Platzproblemen erfahren und zwei Räume zum Lagern der Kleiderspenden organisiert. Die Stadtwerke und die Cobios-Stiftung stellen die Räume ab sofort auf unbestimmte Zeit zur Verfügung, so Winkel. Außerdem gehen die Hennigsdorfer Sozialdemokraten mit gutem Beispiel voran, gestern brachten sie rund 20 Säcke saubere und brauchbare Kleidung, Geschirr  & Co. in der Ausgabestelle vorbei. Petra Winkel hatte drei Wochen lang bei Genossen und Hennigsdorfern gesammelt. „Wir müssen die Leute dafür sensibilisieren, dass es großen Bedarf an brauchbarer Kleidung gibt“, sagt Petra Winkel.

Von Marco Paetzel

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