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Sport-Kommentator und Jetsetter

„Überflieger“ aus Oberhavel Sport-Kommentator und Jetsetter

Als Sport-Kommentator ist Karsten Petrzika seit Jahren bei zahlreichen Events zu hören – von regional bis international. Beim Bezahlsender Sky will er nun Live-Übertragungen der Handball-Bundesliga auf eine neue Ebene heben.

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Karsten Petrzika möchte beim TV-Sender Sky die Berichterstattung über die Handball-Bundesliga auf ein neues Niveau heben.

Quelle: Sky

Bergfelde. Ob Handball, Fußball, Tennis, Boxen, Beach-Volleyball, Leichtathletik oder Wintersport – Karsten Petrzika aus Bergfelde kommentiert jede Sportart fürs Fernsehen. Sogar vor einer Kabaddi-Übertragung ist der 48-Jährige nicht zurückgeschreckt – obwohl auch er erst einmal nachlesen musste, worum es bei dieser in Indien und Pakistan populären Mannschaftssportart überhaupt geht.

Trotz dieser Bandbreite hat Petrizika noch nie einen Schalke-05-Moment erlebt. Ein Siebenmeter beim Fußball kam ihm noch nicht über die Lippen, sagt er. Sein Geheimnis: eine systematische, gut strukturierte Vorbereitung. Fußball, Tennis, Handball, erste oder zweite Liga: „Ich habe Dateien zu jedem Spieler und jeder Mannschaft auf meinem Computer.“ Die werden stets aktualisiert und bei Bedarf ausgedruckt. Nie aber mehr als eine DIN-A4-Seite. Denn ein Berufsgeheimnis sei es auch, nicht zu viel zu quatschen.

Begann seine journalistische Laufbahn bei der MAZ in Oranienburg

Begann seine journalistische Laufbahn bei der MAZ in Oranienburg: Karsten Petrzika.

Quelle: Helge Treichel

Karsten Petrzika wuchs in Bergfelde auf, machte sein Abi 1987 am „Runge“ in Oranienburg. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich bei der Märkischen Allgemeinen, damals „Volksstimme“. Von 1990 bis 1995 studierte er Journalistik, Sportwissenschaft und Politik an der Universität Leipzig. 2005 bekam er von der Universität sein Diplom in Journalistik. Seit 2010 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Leipzig. Regelmäßig unterweist er seitdem den Sprecher-Nachwuchs im Live-Kommentieren – für Radio und Fernsehen.

Für diverse Sender hat Petrzika seit 1992 gearbeitet, beginnend mit dem ORB, später für DSF (Sport1), Premiere, Sat.1, Pro 7 und RTL. Zu seinen beruflichen Höhepunkten zählt er die olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City und die Handball-WM 2009 in Kroatien. Bis zu elf Millionen Zuschauer hatte er bei RTL. Seit drei Jahren beim Bezahlsender Sky, möchte sich Petrzika ab diesem Jahr wieder stärker auf seine Paradedisziplin fokussieren – den Handball. Denn Sky hat die Bundesliga-Rechte für sechs Jahre erworben und möchte das Niveau der Berichterstattung an die des Fußballs heranführen. „Wir wollen Dinge probieren, die es im Fernsehen noch nie beim Handball gegeben hat“, sagt Petrzika voller Begeisterung. Drei Jahre habe er am Konzept gearbeitet, Ende August soll es losgehen. „Das wird total irre!“, ist Petrzika überzeugt. Noch nie habe ein Sender so viel Geld und Manpower in diese Sportart investiert wie jetzt Sky. Und er selbst sieht sich in Deutschland als „Nummer eins“ unter den Handball-Kommentatoren – auch wenn es „blöd“ sei, so etwas über sich zu sagen.

Interview in der MAZ-Redaktion

Interview in der MAZ-Redaktion.

Quelle: Max Iversen

Der Job hat einen Preis, die Reisen zu den Spielstätten. Bis zu 120 000 Kilometer legt Petrzika pro Jahr mit dem Auto zurück. Dazu kommen durchschnittlich 120 bis 130 Flüge. Dieser Tage jettet er nach München, Ljubljana, Skopje und weiter nach Barcelona. Der Lohn: „Abends in der Altstadt von Skopje den Sommer genießen.“ Bleibt die Familie da nicht auf der Strecke? Der zweifache Familienvater, der seit 1999 verheiratet ist, winkt ab. Seine Ehe habe nicht trotz des rastlosen Lebens gehalten, „sondern deshalb“!

Seine Frau, damalige Bundesliga-Torhüterin in Frankfurt (Oder), hat er quasi beruflich kennengelernt, als er nämlich über ein Europacup-Spiel berichtete. Und sie hatte ihm an den Kopf geknallt, wie „blind“ er doch in einer Szene gewesen sei. Heute verfolge seine Familie nicht nur jedes „seiner“ Spiele, er selbst schaue sich auch jede Aufzeichnung an. Während aber die Kinder selbst sportliche Erfolge haben, komme er selbst kaum noch zum Joggen. Ob er sich selbst als Überflieger sieht? „Nö, eher privilegiert“, sagt Karsten Petrzika: „Ich darf in der ersten Reihe sitzen, meinem Hobby nachgehen und bekomme auch noch Geld dafür.“

Von Helge Treichel

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