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Oberhavel Sport spricht alle Sprachen
Lokales Oberhavel Sport spricht alle Sprachen
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00:36 16.07.2015
Gemeinsamer Spielspaß der Jüngsten an den Seilen. Quelle: Ulrike Gawande
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Lehnitz

„Ich sage jedes Mal sämtlichen Nachbarn Bescheid, wenn sich Asylbewerber, Lehnitzer und Oranienburger zum gemeinsamen Spiel- und Sportnachmittag hier in der alten Kasernen-Sporthalle in Lehnitz treffen“, erzählt Ulrike Feldner, Lehramtsstudentin, die in ihrer Freizeit im Rahmen der Willkommensinitiative gerade mehreren Somaliern aus der Asylbewerberunterkunft in Lehnitz Deutschunterricht gibt. „Leider folgte bisher kein Nachbar meiner Einladung, dabei könnte mancher hier beim Sport viele seiner Vorurteile abbauen“, fährt sie bedauernd fort.

Bereits zum vierten Mal öffneten sich am Sonnabend die Türen der Turnhalle auf dem ehemaligen Lehnitzer Kasernengelände für „Sport spricht alle Sprachen“, unter anderem organisiert von der Willkommensinitiative Oranienburg und dem Familien-Sport-Verein Oberhavel (FSV). „Wir wollten nicht nur reden, sondern etwas tun“, erklärt Initiator Jens Grande vom FSV. Wichtig sei es, etwas Wiederkehrendes zu schaffen, bei dem alle mithelfen und sich engagieren können. Und sollen. Die Kosten trägt derzeit das Land. Und es funktioniert. Langsam füllt sich die Halle auch an diesem Nachmittag. Lehnitzer Familien und Kinder verschiedenster Nationen kommen ebenso wie Helfer der Initiative.

Die Jüngeren nehmen begeistert kleine Spielangebote von Annett Pölöski an. Über unklare Regeln wird gelacht und einfach weitergespielt. Anschließend vergnügen sich die Kinder an den Seilen oder beim neuen Tanzangebot, über alle Sprachgrenzen hinweg. Viele gehen mittlerweile gemeinsam in Lehnitz zur Schule.

Seit Januar unterrichtet Annett Pölöski Flüchtlingskinder in Deutsch. Begonnen habe sie mit 21 Schülern, heute seien es noch elf. In den Kursen herrsche jedoch, wegen Umzügen oder Abschiebungen von Familien, eine hohe Fluktuation, erzählt sie. Doch schon vor Ostern hatten einige ihre Schüler so viel Deutsch gelernt, dass sie seitdem schrittweise in den normalen Schulunterricht integriert werden konnten. „Ab kommendem Schuljahr findet der Deutschunterricht dann für alle Flüchtlingskinder sofort komplett an den Schulen statt.“

Beim Sportnachmittag aber sei sie rein privat. Für die Kinder aus Syrien und anderen Nationen ist sie jedoch eine wichtige Kontaktperson und stets Ansprechpartner. Sie berichtet, dass nur selten ganze Familie aus dem Asylbewerberheim das Sportangebot wahrnehmen würden. Zudem sei gerade Ramadan.

gemeinsames Volleyballspiel Quelle: Ulrike Gawande

Ein Grund, weshalb auch erst nach und nach die jungen Erwachsenen in die Halle kommen. Schnell bilden sich zwei Volleyballteams. Ein buntes Völkergemisch, das sich ohne viele Worte versteht und vor allem Spaß am Spiel hat. Diskussionen? Fehlanzeige! „Dieser Nachmittag ist für viele eine gute Abwechslung zwischen Behördengängen und tristem Alltag im Heim“, erklärt Ulrike Feldner. Man könne hier völlig unverkrampft Kontakte knüpfen.

Den Kontakt zu einer Familie aus Palästina pflegt auch der Oranienburger Christian Alexi: „Wir bieten ihnen unsere Gesellschaft an. Wir reden, spielen mit den Kindern und geben auch Deutschunterricht.“ Vor allem die Kinder hätten schon gute Fortschritte gemacht, erzählt er. Sorgen mache er sich nur, dass sich seine Schützlinge mit dem jetzigen Kenntnisstand zufrieden geben könnten.

Fußballspiel über alle Sprachbarrieren hinweg. Quelle: Ulrike Gawande

Und schon steht er wieder auf und spielt mit den Jungs eine Runde Fußball.

Von Ulrike Gawande

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