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Sportler aus Leidenschaft

Hohen Neuendorf Sportler aus Leidenschaft

Zahlreiche Autogrammwünsche musste Turnlegende Eberhard Gienger bei seinem Besuch in Hohen Neuendorf erfüllen. Der Mann, der nicht nur Weltmeister am Reck ist, sondern nach dem auch ein Salto benannt wurde und der sportpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion ist sah sich die Nachwuchsarbeit des SV electronic Hohen Neuendorf an.

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Zahlreiche Autogrammwünsche musste die Turnlegende Eberhard Gienger (r.) – hier mit Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt (M., CDU) – beim SV electronic Hohen Neuendorf erfüllen. Der Sportler war auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (2.v.r.) nach Oberhavel gekommen.

Quelle: Foto: Gawande

Hohen Neuendorf. Obwohl es beim Sportverein electronic Hohen Neuendorf gar keine Turnabteilung gibt, sorgte am Mittwoch der Besuch von Turnlegende Eberhard Gienger für Begeisterung bei den jungen Sportlern. Besonders die 15 Stabhochspringer, die gerade ihre Vereinsmeisterschaft auf dem Rudolf Harbig Sportplatz austrugen begrüßten Gienger und baten um Autogramme auf ihren Trikots.

Anerkennend beobachtete dann Gienger die Sprünge der Nachwuchsathleten. „Sehr stark“, lobte der 65-Jährige, der bis heute selber mindestens zweimal in der Woche aktiv trainiert – „ein Salto am Reck ist kein Problem“ – die Leistung von Fabio Paech. 3,31 Meter übersprang der 16-Jährige, der seinem erfolgreichen Bruder Carlo, 2016 Deutscher Hallenmeister im Stabhochsprung, nacheifern will. Auch Eberhard Gienger, der seit 2002 für die baden-württembergische CDU im Bundestag sitzt, hat sich als Jugendlicher selbst einmal im Stabhochsprung versucht. Ein kaputter Zahn sei die Folge eines unsanften Zusammenstoßes mit der starren Hochsprunglatte gewesen, verrät der Diplomsportlehrer und sportpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion lachend.

Eigentlich habe er alle Sportarten ausprobiert, erzählt der 36-fache Deutsche Meister und dreimalige Reck-Europameister. 1974 wurde er sogar Weltmeister und 1976 gewann er die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Montreal. „Das Reck war mein Lieblingsgerät“, so Gienger, doch habe er dafür am wenigsten trainiert. Überhaupt lasse sich das Turnen auf einfache Bewegungen – beugen und strecken – herunterbrechen, stapelt der Ausnahmeathlet, der 1974 und 1978 zum Sportler des Jahres gewählt wurde, ein wenig sehr tief. Denn nicht nur Talent, sondern vor allem harte Arbeit haben ihn einst zum Erfolg geführt. Anfangs habe er täglich zwei Stunden trainiert. An der Sportschule dann drei Stunden und mehr, erinnert sich Gienger, der zudem leidenschaftlicher Fallschirmspringer ist. „Für Bodenturnen und Pauschenpferd war das meiste Training notwendig“, so der in Künzelsau geborene Sportler. „Diese Geräte fallen aus dem Rahmen.“

Beim SV electronic trainieren derzeit rund 550 Sportler – davon dreiviertel Kinder und Jugendliche – in den Bereichen Leichtathletik, Volley- und Basketball sowie in Frauengruppen und beim Seniorensport. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist gut, wir haben eine hervorragende Anlage, auch wenn wir uns die Stadthalle bei Veranstaltungen teilen müssen“, erklärt der stellvertretende electronic-Vorsitzende Mario Hempel zufrieden. Da die Stadt weiter wachse, sei auch zukünftig kein Mitgliedermangel zu befürchten. Im Bereich Leichtathletik mit 300 Sportlern ist der Verein sogar Leistungsstützpunkt. Es gibt hier sogar Wartelisten. Schwierig sei nur, so Hempel, den Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport hinzubekommen. Regelmäßig kann der Verein Erfolge bei Deutschen Jugendmeisterschaften verbuchen. Ein Zeichen für das große sportliche Engagement im Verein. Eine Leistung, die sich auch bis Berlin herumgesprochen hat.

„Ich kenne den Verein schon länger und weiß welch tolle Arbeit hier geleistet wird“, begeistert sich der CDU-Bundesabgeordnete Uwe Feiler, auf dessen Einladung Eberhard Gienger nach Oberhavel gekommen ist. Man habe einmal über den Tellerrand Berlins hinausschauen wollen, da Vereine in ländlichen Gebieten, aber auch im Speckgürtel andere Probleme hätten, als Sportclubs in der Hauptstadt. So trainieren im Hohen Neuendorfer Leistungsbereich auch Schüler aus Leegebruch, Bötzow und anderen Orten Oberhavels, was lange Anfahrtswege bedeutet.

Von Ulrike Gawande

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