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Oberhavel Stadt lässt sich vor Silberhochzeit scheiden
Lokales Oberhavel Stadt lässt sich vor Silberhochzeit scheiden
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21:11 26.02.2017
Eine der vier partnerschaftlichen Verbindungen wurde jetzt aufgelöst. Quelle: Robert Roeske
Hohen Neuendorf

Man hätte die Sache auch einfach im Sande verlaufen lassen können. Denn seit dem Besuch einer vom damaligen Bürgermeister geführten Abordnung aus der französischen Partnerstadt Ville de Maing vor mehreren Jahren ruhte die Beziehung, sagte Fred Bormeister (SPD), der sich im hiesigen Partnerschaftkomitee engagiert. 2014 traf dann ein Brief im Rathaus ein, laut dem sich das Städtepartnerschaftskomitee in Maing aufgelöst habe. Trotzdem unternommene Wiederbelebungsversuche scheiterten. Aber Bormeister und seine Mitstreiter wollten nicht den Weg des Stillschweigens wählen. Und so beschlossen die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit bei zwei Gegenstimmen, die Partnerschaft mit der Stadt Maing aufzulösen.

Unmissverständliche Antwort aus Frankreich

Dabei hätten in diesem Jahr die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft angestanden. Deshalb richtete die Stadtverwaltung im Oktober 2016 erneut ein Schreiben an Bürgermeister Phillipe Baudrin. Darin war die Frage formuliert, ob er einen Ansatz sehe, die Beziehungen noch einmal aufzubauen, verbunden mit der Bitte, etwaige Ansprechpartner zu benennen. Andernfalls würde der Stadtverordnetenversammlung die Aufhebung der Städtepartnerschaft empfehlen. Die Anfrage beantwortete der französische Bürgermeister unmissverständlich: Er sehe keine Perspektive der Kontakte mehr. Das hiesige Partnerschaftskomitee beschloss daraufhin am 24. Januar, den Kommunalpolitikern die Auflösung der Partnerschaft vorzuschlagen. Daraufhin habe die Verwaltung mit der französischen Botschaft, dem Europa-Büro des Deutschen Städtetages sowie dem Städte- und Gemeindebund Wege eruiert, „um die Aufhebung ohne Affront zu realisieren“, heißt es in den Erläuterungen des Beschlussvorschlages. Zunächst habe es gedauert, überhaupt Ansprechpartner zu finden, erläuterte Fred Bormeister. Und denen wäre es lieber gewesen, die Sache einfach laufen und hinten herunterfallen zu lassen.

Keine Mehrheit für versöhnliche Trennungsvereinbarung

Nach der Beschlussfassung soll nun die französische Seite formgerecht informiert werden. Doch einigen Stadtverordneten war dieser harte Schnitt nicht geheuer. Der Vorschlag von Inka Gossmann-Reetz (SPD), eine versöhnliche Trennungsvereinbarung aufzusetzen, fand jedoch keine Mehrheit. Darin hätte zum Beispiel formuliert sein können, dass nicht grundsätzlich an der deutsch-französischen Freundschaft gerüttelt werde und Gäste natürlich jederzeit in der Stadt willkommen seien.

Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) hatte zuvor noch ein anderes Beispiel des zerrütteten Zustandes der Partnerschaft vorgebracht. Danach war bereits die Fahrt einer Delegation nach Ville de Maing konkret geplant. „Es gab eine Ausladung“, obwohl man die Fahrkarten quasi in der Tasche hatte, so Apelt. Auf eine Einladung aus Hohen Neuendorf hin sei keiner erschienen.

Frühere Realschule in Bergfelde hatte die Partnerschaft angestoßen

Den ursprünglichen Beschluss zur Aufnahme partnerschaftlicher Beziehungen hatte die frühere Gemeindevertretung Bergfelde am 27. Mai 1992 gefasst. Im Juni des selben Jahres besuchten Gemeindevertreter sowie der damalige Bürgermeister Reinhard Groß und die Rektorin der damaligen Realschule, Eldrid Czichy, den nordfranzösischen Ort und unterzeichneten die Städtepartnerschaftsvereinbarung.

Getragen wurden diese Beziehungen vom Austausch der Schule in Bergfelde und einer Oberschule in Maing. Mit der Neuorganisation der Schule, ihrem Umzug nach Borgsdorf und später nach Hohen Neuendorf habe sich der Schwerpunkt verlagert, heißt es in den Erläuterungen zum Beschluss. Nachdem die beiden Lehrerinnen, die den Austausch mit Leben erfüllten, in den Ruhestand gegangen waren, habe sich keine aktive Nachfolge gefunden. Auf Verwaltungsebene sei es ebenfalls nicht gelungen, den Funken der Begeisterung und Freundschaft auf andere gesellschaftliche Gruppen zu übertragen.

Glienicke/Nordbahn fährt auf Gegenkurs

Die Gemeinden Glienicke/Nordbahn und Plobannalec-Lesconil (Frankreich) gehen eine neue Gemeindepartnerschaft ein.

Diesen feierlichen Anlass wollen die Bürgermeister beider Kommunen am Sonnabend, 11. März, in Glienicke beurkunden.

Bereits im Mai 2013 hatte die Gemeindevertretung den Beschluss gefasst, eine internationale Städtepartnerschaft begründen zu wollen.

Das Partnerschaftsprojekt nahm Fahrt auf, nachdem 2014 eine Gruppe aus Plobannalec-Lesconil zu Gast war. Es fanden sich Engagierte zusammen die im Mai den Verein „Amis de France“ gründeten und die Beziehungen auf- und ausbauten.

Von Helge Treichel

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