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Stadtverein feiert 15-jähriges Bestehen

Hohen Neuendorf Stadtverein feiert 15-jähriges Bestehen

Mit einem Jubiläumsempfang beging der Stadtverein Hohen Neuendorf am Freitag sein 15-jähriges Bestehen. Dafür angetreten, die Beteiligungsrechte der Einwohner zu stärken, ist die Wählergruppe seit 2003 in der Stadtverordnetenversammlung vertreten.

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Hans-Joachim Guretzki (r.) und Matthias Schwanke am Freitag beim Jubiläumsempfang. Live-Musik machten die „6 Richtigen“.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Am Anfang stand die Idee, sich an der Gestaltung und der Politik im Ort zu beteiligen. Für diese Form der Bürgerbeteiligung riefen die 23 Gründungsmitglieder den Stadtverein ins Leben. Das war am 15. März 2001. Denn ihre Erfahrung war es zu jener Zeit, dass Einwohner zwar angehört wurden, ihre Anliegen aber regelmäßig im Sande verliefen. Genau das sollte verbessert werden. Am Freitagabend feierte der Stadtverein Hohen Neuendorf seinen 15. Geburtstag.

Noch im Gründungsjahr wurde ein großes Kinderfest veranstaltet. 2002 begannen die Bemühungen, an der Ecke Jägerstraße/Heinersdorfer Straße einen Spielplatz einzurichten. „Es hat zehn Jahre gedauert, aber er ist gut geworden“, bilanziert Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Guretzki. Der Familienvater gehört nicht zu den Gründungsmitgliedern, übt diese Funktion allerdings schon seit elf Jahren aus. Und er ist Vorsitzender der dreiköpfigen Fraktion des Stadtvereins in der Stadtverordnetenversammlung. 2003 hatte der Stadtverein erstmals ein Mandat errungen. Bei der Kommunalwahl 2008, als der Stadtverein mit 19 Kandidaten Flagge zeigte, waren es dann drei Mandate. Im Jahr zuvor hatte sich Guretzki auch um das Amt des Bürgermeisters beworben.

Der 61-Jährige, der Physik und Biologie studierte und als Marketing-Manager in Berlin tätig ist, war als 2001 zugezogener Einwohner enttäuscht über Reaktionen auf seine Bürgerhinweise. So kam er zum Stadtverein. Als erfolgreichen Ansatz für mehr Bürgerbeteiligung bezeichnet er die Initiative „Stadt im Dialog“. Auch die Idee für ein städtisches Leitbild gehe auf den Stadtverein zurück. Sehr gut besucht waren die initiierten Bürgerversammlungen zum Straßenbau. Folgerichtig war der Einstieg in die Kommunalpolitik, der bereits als Vereinszweck formuliert worden war.

Die positive Bilanz dieses Engagements lasse sich „nicht an zahllosen erfolgreichen Projekten ablesen“, sagt Guretzki. Allerdings habe sich die Diskussionsqualität in den politischen Gremien verbessert, ebenso die Petitionsmöglichkeit. Nachdem Anträge des Stadtvereins regelmäßig am Mehrheitsvotum scheiterten, habe man sich stärker auf die fundierte Sacharbeit in den Ausschüssen verlegt. Neben dem Leitbild nennt der Vereinschef noch drei Erfolgsprojekte des Stadtvereins: So sei die geplante Autobahnanbindung durch das Herthamoor verhindert worden. Wichtige Ergebnisse habe die Arbeitsgruppe für den Rathausanbau erzielt. Und mit hoher Sachkompetenz wirke der Stadtverein in der Bürgerinitiative A10-Nord mit, wo es unter anderem um den Ausbau und Lärmschutzinteressen geht. Nicht geglückt sei es bislang, eine Konzeption für den Straßenbau im Gebiet zwischen Karl-Marx-Straße und Wasserturm zu initiieren, was den Anliegern der Sandstraßen unter anderem finanzielle Planungssicherheit gegeben hätte. „Was uns auch auf den Nägeln brennt, ist die Verteilung der Gelder für freiwillige Aufgaben, sagt Hans-Joachim Guretzki. Bislang entfalle das Engagement zu 90 Prozent auf den Sport. „Da fehlt etwas Ausgewogenheit.“ Und selbst zu den Grünen gebe es wesentliche Meinungsverschiedenheiten, beispielsweise beim Südzugang zum Hohen Neuendorfer S-Bahnhof, den der Stadtverein ablehnt.

Es gebe also genug Themen, bei denen man den Parteien nicht das Feld überlassen könne und wolle, so Guretzki. Ein Wählerergebnis von konstant zehn Prozent sei ein deutlicher Ausdruck der Daseinsberechtigung.

Verein und Wählergruppe

Der Stadtverein tritt für die Beteiligungsrechte der Bürger ein.

Weitere Ziele sind sichere Schulwege, gute Lernmöglichkeiten für alle Kinder, erlebnisreiche Spielplätze, Orte der Begegnung und Kommunikation in allen Stadtteilen.

Der Erhalt der Natur, Transparenz bei öffentlichen Planungen, kostengünstige Vielfalt beim Ausbau der Straßen, Förderung und Sicherheit des Fuß- und Radfahrverkehrs, bessere Busverbindungen und gute Nahversorgung innerhalb der Stadtteile stehen ganz oben auf der Agenda.

Knapp 60 Mitglieder zählt der Stadtverein aktuell. Zum Jubiläumsempfang am Freitag in Stolpe waren knapp 100 Gäste eingeladen.

Von Helge Treichel

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