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Stadtverordnete einig in Sachen Eierfarm

Oranienburg Stadtverordnete einig in Sachen Eierfarm

Die einstündige Diskussion zu den geplanten Legehennen-Anlagen in den Ortsteilen Zehlendorf, Schmachtenhagen, Wensickendorf ging am Montagabend mit einem einstimmigen Beschluss zu Ende. Der Antrag aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung geht unter anderem dahin, Investor wie Bürgerinitiative im Bauausschuss umgehend zu hören.

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Quelle: dpa

Oranienburg.
Die geplanten Legehennen-Anlagen für insgesamt 84 000 Hühner zwischen Schmachtenhagen, Zehlendorf und Wensickendorf beschäftigten gestern Abend die Stadtverordneten. Die Fraktionen von SPD, Linken, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Freie Wähler verständigten sich auf einen gemeinsamen Antrag, mit dem sie den Bürgermeister beauftragen, „alle rechtlichen und kommunalen Mittel auszuschöpfen“, um die Stadt an allen Verfahren zur Genehmigung solcher Anlagen zu beteiligen. Man wolle immer auf den neuesten Info-Stand sein. Zudem soll der Investor sein Vorhaben im Bauausschuss vorstellen und ebenso die Bürgerinitiative in diesem Gremium gehört werden. Der Beschluss dazu fiel einstimmig.

Zuvor hatte Horst Jäkel von der BI „Contra Eierfabrik“ in der Bürgerfragestunde das Wort ergriffen. „Geplante Standorte sind am alten Silo in Wensickendorf und die Ausbau-Siedlung in Zehlendorf.“ Dort sollen jeweils zwei Stallgebäude für je 21 000 Hühner gebaut werden. Insgesamt zwei Stallanlagen auf je 16 Hektar Land. Geschaffen würden lediglich vier Arbeitsplätze. „Wir befürchten Staub, Lärm, Gestank, beide Anlagen liegen im Naturschutzgebiet Barnim und bei Zehlendorf im Vogelschutzgebiet. Außerdem sind die Wohnungen ganz nah.“

Antje Wendt (FWO), die einen Dringlichkeitsantrag eingebracht hatte, warnte zudem vor zerschnittenen Landschaften durch die Ställe und, dass die Pläne dem teuer geförderten Tourismus völlig abträglich sind.

Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD): „Wir sind uns einig, solche Beeinträchtigungen wollen wir nicht. Deshalb sollten wir jetzt mit kühlem Kopf prüfen, welche Handhabe wir dagegen haben.“ Er wolle Infos aus erster Hand und sei deshalb erfreut, dass er am Dienstagabend zum Runden Tisch in Schmachtenhagen eingeladen sei.

„Die Gesetze schließen nicht automatisch die Beteiligung der Kommunen bei solchen Planungen ein“, so Linken-Fraktionschef Ralph Bujok. Er regte an: „Leitbilder zu entwickeln für die Stadt und die Ortsteile, was wollen wir dort und was nicht. Unabhängig von bestimmten Bauvorhaben.“ Den Antrag findet er wichtig: „Damit nichts an uns vorbei geht.“

„Das was sich da abzeichnet, wollen wir hier nicht haben. Der gemeinsame Antrag ist ein wichtiges Signal an den Investor und die Bürger“, so Heiner Klemp (Grüne).

In drei Infoveranstaltungen hatte die BI „Contra Eierfabrik Oranienburg“ in Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf über ihre Arbeit und die Pläne der Investoren aufgeklärt. „Die Resonanz war sehr groß“, so Sprecherin Heike Bartel. Die Bewohner der Ortsteile seien der „hundertprozentigen Auffassung“, dass die geplanten Anlagen verhindert werden müssen. Ein Unterschriftenaktion war gestartet worden: 2000 Menschen haben schon unterschrieben. Laut Bartel nicht nur betroffene Anwohner, ebenso Laubenpieper, Radtouristen und erholungsuchende Berliner.

Am Dienstagabend findet ab 19 Uhr ein Runder Tisch in Schmachtenhagen statt. Auch der Bürgermeister ist dazu eingeladen.

Von Heike Bergt

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