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Oberhavel Stählerne Erinnerung an der Havelbrücke
Lokales Oberhavel Stählerne Erinnerung an der Havelbrücke
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00:15 03.05.2017
An den Widerlagern gibt es Tafeln, die an den Bau erinnern. MAZ-Leser Volker Borchert war besorgt, dass sie in der Schrottpresse landen. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

Neun Jahre vor dem Bau der Mauer rollten die ersten Autos über die Brücke vor Nieder Neuendorf. An der rostigen Gedenktafel am nördlichen Widerlager steht bis heute „Brücke der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft – Erbaut 1952”. Ähnlich pathetisch wurde auch der Anfang der 1950er-Jahre gebaute Havelkanal genannt, er hieß „Kanal des Friedens”. Die in 13 Monaten errichtete 34 Kilometer lange Wasserstraße sollte vor allem einen Zweck erfüllen, den Schiffsverkehr zwischen Oder und Elbe um Westberlin herumzuleiten. Der Brückenbau war erforderlich geworden, weil der am Rande Nieder Neuendorfs verlaufende neue Kanal die Spandauer Landstraße durchschnitt.

Zumindest die Namenstafel am Widerlager der Brücke soll von dieser Geschichte erhalten bleiben, wenn das marode Bauwerk voraussichtlich ab November abgerissen wird. MAZ-Leser Volker Borchert hatte sich bei der Redaktion nach den Tafeln erkundigt. „Ich denke, die gehören ins Deutsche historische Museum und nicht in die Schrottpresse“, so der Frohnauer. Gemeinsam mit der Metallplatte vom anderen Widerlager – sie zeigt eine Fahne mit der Unterschrift „Für deutsch-sowjetische Freundschaft“ – soll die Tafel im Eckbereich zum südlichen Uferrandweg auf einer Stahlbeton-Stele montiert werden. „Wir wollten die Tafeln bewusst nicht wieder an der neuen Brücke installieren, sie ist es ja dann nicht mehr“, erklärt Sven Brückner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brandenburg (WSA), das für den Neubau verantwortlich ist.

Die Stele wird voraussichtlich 1,60 Meter breit und 2,20 Meter hoch werden. Die neue Brücke soll Ende 2018 in Betrieb genommen werden, dann wird die Stele eventuell schon stehen, so Sven Brückner. Der Abriss der alten Brücke indes soll schon ab November beginnen. „So etwas lässt sich auch gut machen, wenn es Frost gibt“, erklärt Brückner.

Auch die Vorbereitungen zum Bau der Behelfsbrücke, über die der Verkehr während der Abrissarbeiten ab November laufen soll, seien im Gange. Die ersten Container für die Bauüberwachung stehen schon, auch Bäume wurden bereits gefällt. Eidechsen, die Schaden nehmen könnten, seien fast komplett abgesammelt. „Bislang haben wir aber nur sehr wenige Tierchen dort gefunden“, so Sven Brückner.

Anfang Mai soll dann die Suche nach Kampfmitteln beginnen. Der östliche Gehweg solle schon in der kommenden Woche im Baubereich komplett gesperrt werden, die Fußgänger auf die andere Seite geleitet werden. Im Kreuzungsbereich Walter-Kleinow-Ring soll es eine Überleitung geben, auch auf der Südseite der Brücke werden die Passanten auf die andere Seite geführt. Die einspurige Behelfsbrücke sei eine gute Lösung, auch wenn es Staus geben könne. „Sie ist vernünftig für alle nutzbar und hat kombinierte Geh- und Radwege mit ausreichender Breite“, so Sven Brückner.

Von Marco Paetzel

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