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Oberhavel Staffelstab übergeben
Lokales Oberhavel Staffelstab übergeben
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00:33 15.06.2015
Ex-Oberhavel-Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD, r.) übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger Ludger Weskamp (SPD). Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Ludger Weskamp (SPD) ist am Freitagabend als neuer Landrat des Oberhavelkreises ernannt worden. Kreistagsvorsitzender Karsten Peter Schröder (SPD) nahm den Diensteid ab und übergab die Ernennungsurkunde. Den feierlichen Rahmen bildete eine Sondersitzung des Kreistages in der Mensa des Oranienburger Rungegymnasiums. Daran nahmen die Landräte aus allen Partnerkreisen teil, darunter aus Polen.

Weskamp kündigte an, seine rund 1000 Mitarbeiter umfassende Mannschaft breiter aufstellen zu wollen. Im Zuge des Nachtragshaushalts hoffe er auf die Zustimmung des Kreistages für 30 zusätzliche Stellen. Es gehe vordringlich um den Bereich Asyl, weil zuletzt alle Ressourcen dorthin gegangen seien. Außerdem wolle er auch die Führungsriege breiter aufstellen. Sein Wunschziel sei es, die freien Dezernentenstellen noch im dritten Quartal zu besetzen.

Erster Beigeordneter bilanziert Übergangszeit

Zuvor hatte der Erste Beigeordnete Egmont Hamelow (CDU) seine siebeneinhalb Monate dauernde Zeit als amtierender Landrat bilanziert. Dem eingespielten Team sei es gelungen, „das Schiff auf Kurs zu halten“. Er versicherte Weskamp, die Mannschaft sei motiviert, einsatzbereit und bereit, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Den letzten Tagesordnungspunkt bildete die offizielle Verabschiedung von Ex-Landrat Karl-Heinz Schröter. Bis zum 5. November 2014 habe der neue brandenburgische Innenminister die Geschicke des Landkreises fast 25 Jahre lang geleitet, sagte der Kreistagsvorsitzende. Die Verabschiedung falle „spät, aber herzlich“ aus. In bewegenden Worten würdigte er Schröters Verdienste. Als „streitbarer Geist“ habe er Oberhavel zu einer „liebens- und lebenswerten Region“ gemacht. Beispielhaft nannte er die Schulen und Krankenhäuser in Kreis-Trägerschaft. Die Symbiose aus wirtschaftlich starkem Süden und touristisch attraktivem Norden sei gelungen.

Aus einer Niederlage ein Gewinn gemacht

Aber Schröter habe auch damit leben können, wenn Verwaltungsanträge mal keine Mehrheit fanden – wie zur Schließung einer Schule. Das Rungegymnasium, der Ort der Festveranstaltung, sei das beste Beispiel dafür, „dass aus einer Niederlage auch ein Gewinn werden kann“. Der Kreistagsvorsitzende beschrieb den für alle so überraschend ausgeschiedenen Landrat als Marathon-Mann – als einen, der belastbar ist. Beispiel dafür sei das Gutscheinsystem, bei dessen Beibehaltung sich Schröter einen Ruf als Hardliner erworben habe. Von „Genosse Granit“ sei auch überregional zu lesen gewesen. Nicht ganz so fett seien die Schlagzeilen ausgefallen über sein Bemühen um soziale Gerechtigkeit, um die Sicherung und Fortentwicklung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die Erfolge des Landkreises als sogenannte Optionskommune beim Betreiben der Jobcenter „können sich landesweit sehen lassen“, sagte der Kreistagsvorsitzende.

Karsten Peter Schröder erinnerte an das Jahr 1993, als der Landkreis gebildet wurde und Gransee sowie Oranienburg „zur Vernunftehe gezwungen“ wurden. „Jetzt sitzen Sie auf der anderen Seite des Tisches“, sagte er mit Blick auf die nächste beabsichtigte Reform und die Rolle Schröters als Innenminister. Und so mancher Gast konnte sich ob der Ironie der Situation ein Grienen nicht verkneifen. Schröder dankte Schröter für seinen „langjährigen, beispielhaften Einsatz“.

Ex-Landrat und Innenminister will Partner sein

Schröter zeigte sich selbstkritisch: Menschen seien zwar „in der Regel besser als ihr Ruf, aber schlechter als ihr Nachruf“, sagte er. Er habe sich vorgenommen, mit seinen ehemaligen Landrats-Kollegen so umzugehen wie bisher – „als Partner!“ Gemeinsam habe man gelernt, dass Reformen zu guten Ergebnissen führen können – „wenn man sich nur müht“. Als Ingenieur sei er „ausgebildet für Veränderungen“. Und so sei es für ihn „ein großes Glück und eine große Ehre gewesen, nach 40 Jahren SED-Diktatur die kommunale Selbstverwaltung aufbauen zu dürfen“.

Karl-Heinz Schröter brauchte sein Bedauern zum Ausdruck, dass er sein Amt „eher wie auf der Flucht verlassen“ habe. Deshalb nutzte er die Gelegenheit, sich bei allen Kollegen auf der Kommandobrücke zu bedanken. Sie seien der Garant für eine kontinuierliche Arbeit. Dass der Landkreis Oberhavel im Vergleich gut dasteht, habe er schon immer gewusst, bekannte der Innenminister – „wie gut, weiß ich erst jetzt.“ Als Grundlage für die mitunter etwas lästige Position benannte Schröter zwei Dinge: eine „tolle Verwaltung“ und „stabile Verhältnisse im Kreistag“. Sich auf Mehrheiten verlassen zu können, wiege viel in einer Waagschale. Er richtete deshalb auch einen Dank an die Kreistagsabgeordneten und drückte seinen Wunsch aus, dass der gepflegte und konstruktive Umgang beibehalten wird.

Die Grundlagen des OHV-Erfolgs genannt

Grundlage sei ebenso eine sparsame Haushaltsführung. Das schaffe zwar wenige Freunde in der Gegenwart, um so mehr aber in der Zukunft, zitierte Schröter seinen langjährigen Weggefährten Andreas Noack, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Der Oberhavel-Erfolg basiere auf einem weiteren Fundament, der „tollen Unterstützung“ aus dem Vogelsbergkreis. Ein Landrat habe viele Pflichtaufgaben, als schönste freiwillige Aufgabe habe er die Partnerschaftsarbeit empfunden. „Was ich erleben und lernen durfte, hat mich gestärkt und beflügelt“, sagte Schröter, auch mit Blick auf die polnischen Partner. Er bedankte sich für die „tolle Zusammenarbeit“. Die sei ein „Beitrag zur Aussöhnung“.

Als abschließenden symbolischen Akt übergab Schröter einen Staffelstab an den neuen Landrat Ludger Weskamp. Der stehe auch für die Leichtathleten-Weisheit, dass jede Staffel „nur gemeinsam gewinnt oder verliert“, sagte Schröter. In diesem Sinne bat er Weskamp, die Mannschaft zusammenzuhalten. Er forderte ihn auf, den Staffelstab in ehren zu halten und wünschte für die Amtsführung „viel Fortune“.

Von Helge Treichel

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