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Oberhavel Stahltafeln am Hafenbecken
Lokales Oberhavel Stahltafeln am Hafenbecken
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08:35 03.05.2014
Stiftungsdirektor Günter Morsch, der in Algerien geborene Landschaftsarchitekt Kamel Louafi und der Präsident des  Sachsenhausen-Komitees, Roger Bordage, präsentierten den Entwurf (v.l.). Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Bis April nächsten Jahres, dem 70. Jahrestag der Befreiung, soll das Konzept verwirklicht werden. So könnten diesen wichtigen Schritt wenigstens die wenigen verbliebenen Zeitzeugen noch miterleben. „Es ist die letzte Chance“, sagt Morsch. Seine Stimme klingt jetzt beschwörend.

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Roger Bordage, KZ-Überlebender, 89 Jahre alt und Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees stellten am Freitag den Gestaltungsentwurf für den Gedenkort Klinkerwerk vor. Er stammt von dem Berliner Landschaftsarchitekten Kamel Louafi. Eine Jury unter Vorsitz der Landschaftsplanerin Donata Valentien hatte seinen Entwurf am vergangenen Mittwoch aus vier Wettbewerbsarbeiten ausgewählt und einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen. Laut Jury, in der auch Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) mitgewirkt hatte, werde ein „Raum der Kontemplation“ geschaffen. Dieser ermögliche Erinnern und Besinnung, öffne jedoch zugleich den Blick für die Umgebung und die Wasserfläche

So stellt sich Kamel Louafi den Gedenkort Klinkerwerk vor. Sitzgelegenheiten sollen zum Nachdenken einladen. Quelle: LOUAFI LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

Der Entwurf des 61-jährigen Louafi sieht vor, den bestehenden Gedenkort am Hafenbecken teilweise mit Wänden aus rostigem Corten-Stahl einzufassen. Eine etwa 15 Meter lange Stahl-Tafel soll mit dem Zitat eines Überlebenden versehen werden. Der Umriss eines ehemaligen Wachturms, dessen Fundamente vorhanden sind, wird mit weißen Stangen markiert. Das vorhandene Denkmal, ein 1998 von Jugendlichen errichtetes Dreieck aus im Gelände vorgefundenen Ziegelsteinen, soll durch einen Betonsockel mit Widmungstext eingefasst werden. Sichtachsen sollen den Blick unter anderem auf ebenfalls von Jugendlichen geschaffene Skulpturen lenken. „Ein schlichter Entwurf ist am Schwierigsten zu präsentieren“, sagt Kamel Louafi über seine Arbeit. Für deren Umsetzung ist ein Kostenrahmen von 100000Euro vorgegeben. Das Geld dafür stammt vom Land.

Professor Morsch appellierte eindringlich an Land, Kreis, Stadt, die Firma Havelbeton und die Denkmalschautzbehörde, „mitzuarbeiten, die Bedenken zurückzuschrauben und die Pläne in gemeinsamer Anstrengung umzusetzen“. Auch Roger Bordage, der selbst Häftling im Klinkerwerk war, warb für das Konzept: „Wir sind froh und dankbar, dass es künftig einen würdigen Ort für die Trauer um unsere Kameraden, die im Todeslager Klinkerwerk umgekommen sind, geben wird.“ Nach den Worten von Morsch waren dort Menschen ins Moor getrieben, Leichenteile in Bombenkratern verscharrt und im Hafenbecken neun Tonnen Menschenasche versenkt worden.

Von Helge Treichel

Info: Im Klinkerwerk beginnt am Montag, 5. Mai, um 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Zeitzeugen.

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