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Start der Biotonne in Teilen Oberhavels

Oberhavel Start der Biotonne in Teilen Oberhavels

500 Haushalte in der Gemeinde Birkenwerder, den Städten Hohen Neuendorf und Hennigsdorf haben sie schon: die Biotonne. Jetzt wurde der „grüne Behälter“ erstmals in Oberhavel eingeführt – auf freiwilliger Basis in einem Modellprojekt. Ziel: 3500 Tonnen sollen es am Ende werden. Kritik gibt es von den Grünen.

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Überzeugt vom „Bio-Produkt“: AWU-Geschäftsführer Manfred Speder und Vertriebsleiterin Roswitha Kühn.

Quelle: Robert Roeske

Oberhavel. Seit dieser Woche können in Oberhavel erstmals Bioabfälle fachgerecht getrennt und entsorgt werden – mit der Biotonne. Ein Modellprojekt auf freiwilliger Basis in der Gemeinde Birkenwerder sowie den Städten Hohen Neundorf und Hennigsdorf samt Ortsteilen startete die Abfallwirtschafts-Union (AWU). „Wir wollen damit nicht nur ein Zeichen setzen“, sagt Geschäftsführer Manfred Speder, „sondern auch eine zusätzliche Dienstleistung anbieten.“ 500 der dunklen Behälter samt braunem Deckel wurden bisher beantragt; 100 werden ab 6. Juni schon geleert.

Die Entleerung der Tonne erfolgt erst einmal auf telefonischen Abruf bei der AWU. Preislich liegt sie mit 4,70 Euro für eine 120-Liter-Tonne auf dem Niveau der Hausmüllentsorgung. „Das wird nicht auf großes Verständnis stoßen“, ist sich Thomas von Gizycki, Grünen-Fraktionschef im Kreistag, sicher. Oberhavel mache nur „Politik nach Vorschrift.“

Die AWU ist verantwortlich für die Entleerung der Biotonne

Die AWU ist verantwortlich für die Entleerung der Biotonne.

Quelle: Robert Roeske

Grünes Ziel: Kostenlose Biotonne. Manfred Speder erklärt die notwendige Preispolitik: „Wir hatten die Vermutung, wenn die Biotonne günstiger gewesen wäre, würde viel Hausmüll in den Behältern landen.“ Über Preise wird bei Erfolg der Testphase aber noch einmal nachzudenken sein. „Wenn wir viel Biomüll haben, könnte die Tonne bei entsprechender Kostenkalkulation preiswerter werden. Die Qualität muss aber stimmen.“ Kostenlos werde das Angebot aber nicht werden können.

Der Biomüll landet in der Grüneberger Kompostieranlage der Umwelt und Recycling Dienstleistungs GmbH. „Die Mengen sind derzeit noch zu klein, um sie zu einer Biogasanlage – Brandenburg hat davon eh zu wenig – zu bringen.“ Lohnenswert wäre die Tonne, wenn rund 3500 Haushalte in dem Modellprojektgebiet sie hätten. Das wären mehr als 10 Prozent aller Haushalte. „Es dauert aber, bis es sich durchsetzt.

Landrat Ludger Weskamp (SPD) mit AWU-Geschäftsführer Manfred Speder (r)

Landrat Ludger Weskamp (SPD) mit AWU-Geschäftsführer Manfred Speder (r.).

Quelle: Robert Roeske

Erklärtes Ziel sei es, das Projekt nach Ablauf des jetzigen Modellversuchs Ende 2019 fortzusetzen. Landrat Ludger Weskamp (SPD) hofft auf noch etwas mehr. „Sollte es funktionieren, werden wir das Gebiet, in dem die Biotonne angeboten wird, ausweiten.“ Erste Anfragen aus anderen Gemeinden wie Glienicke hätte es schon gegeben. Wichtig sei aber, die Freiwilligkeit der Biotonne beizubehalten. Kein Druck soll entstehen, kein Zwang. „Wir haben keine Absicht, die Biotonne selbst bei einem Erfolg zur Pflicht zu machen“, so Weskamp. Manfred Speder ist sich sicher, dass die Biotonne nach zweieinhalb Jahren nicht wieder aus Oberhavel verschwinden wird. „Wir sind in Deutschland gute Recycler.“

Schleppend läuft die Werbung noch bei Wohnungsgesellschaften und Hausverwaltungen. „Oft haben sie keinen Platz für die Tonne“, so AWU-Vertriebsleiterin Roswitha Kühn. „Aber Gesellschaften, die Reihenhäuser vermieten, haben schon einige Tonnen bestellt.“

Weitere Informationen:

Die Biotonne soll die Abfallverwertung fördern und den Umgang mit Gartenabfällen entlasten – Laubsäcke könnten so gespart werden. In die Biotonne dürfen alle kompostierbaren Küchen- und Gartenabfälle.


60 Kilogramm passen in eine 120-Liter-Tonne. Diese gibt es mit (35 Euro) oder ohne Filterdeckel für 75 Euro.

Der Kreistag befürwortet vorigen November die Biotonne. Die Recyclingquote des im Kreis anfallenden Hausmülls soll verbessert werden. Ziel sind 65 Prozent bis 2020.

Jährliche Kosten für AWU und Kreis: rund 118 000 Euro, die durch Gebühren wieder eingespielt werden sollen.

Von Marco Winkler

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