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Oberhavel Starthilfe in ein neues Leben
Lokales Oberhavel Starthilfe in ein neues Leben
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00:29 21.11.2015
Die Schmachtenhagenerin Margit Polzin, Lehrerin im Ruhestand und Sozialarbeiterin, vor ihrer „Klasse“ Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Welche Worte brauche ich, um mir Brot, Mineralwasser und Gemüse kaufen zu können? Für den Einkauf und andere Begriffe des ganz alltäglichen Lebens hat Margit Polzin am Dienstag ihren Schülern vermittelt. 21 junge Männer und eine Frau erlernen ihre ersten Worte in deutscher Sprache. Und die ehemalige Lehrerin für Deutsch und Russisch aus Schmachtenhagen hilft ihnen dabei. „Menschen aus Syrien, Eritrea, Irak und Iran, die gute Aussichten haben, bleiben zu können“, so Maxim Kauffmann. Nach dem Start des neuen Programms der Bundesanstalt für Arbeit für Einstiegskurse für Asylbewerber aus diesen Ländern ab Oktober, habe er sich umgesehen, wo man so etwas in Oranienburg schnell starten könne, so der Leiter des privaten Bildungsträgers Novum am Bötzower Platz. Und suchte den Kontakt zu langjährigen Kooperationspartnern.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Woba) konnte einen Raum in der Liebigstraße 4 zur Verfügung stellen, der Märkische Sozialverein (MSV), in dem Margit Polzin als Familienbetreuerin aktiv ist, sprach die Deutschlehrerin an. Am 12. November startete ihr Kurs, einer von zweien mit jeweils 22 Flüchtlingen, die an drei Tagen in der Woche Grundlagen der deutschen Sprache vermittelt bekommen. Sie kommen aus Lehnitz, Hennigsdorf und Velten, auch aus Gransee – auf freiwilliger Basis. „Insgesamt 320 Stunden umfasst die Grundausbildung“, so Maxim Kauffmann. Ein dritter Kurs sei in Vorbereitung, er rechne mit noch mehr Nachfrage. Es fehlten jedoch vor allem Lehrer. Natürlich habe die Schule auch ein Interesse, Einnahmen zu erschließen, doch „das ist kein klassisches Geschäftsfeld, wir sehen es durchaus als unseren Beitrag zur Integration. Der Aufwand ist enorm. Viele der jungen Leute sind hilflos, brauchen Unterstützung“.

Das sah auch Margit Polzin so. sie habe einerseits überlegt, „dass ich mir das durchaus noch zutraue, junge Menschen zu unterrichten und andererseits weiß ich natürlich, wie nötig dieser Unterricht jetzt ist.“ Früher hatte sie in Berlin unterrichtet, später zur Sozialarbeiterin umgeschult.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Raum eine schnelle Lösung gefunden haben. Wir möchten gern helfen“, so Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski. Was Wohnungen für Flüchtlinge in der Stadt betreffe, habe die Woba bereits ein ganzes Haus in der Bernauer Straße an Flüchtlinge vermietet und wolle dem Landkreis jetzt Wohnungen am Bötzower Platz zur Zwischenvermietung anbieten, die wegen der anstehenden Sanierung nicht mehr vergeben worden waren.

Und MSV-Geschäftsführerin, Gabriela Wolff, will noch eine dringende Bitte an den Mann und die Frau bringen: „Wir brauchen für die Deutschkurse noch Tische und Stühle.“

Von Heike Bergt

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