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Oranienburg: Laut und ruppig

Steffen Riehn blickt auf 25 Jahre Weidengarten zurück Oranienburg: Laut und ruppig

Begonnen hatte alles mit einem Baugerüst. Unten wurde es mit Brettern versehen. Oben mit einer Plane überzogen. Fertig war die Bühne. Etwas wackelig, „aber wir haben es überlebt“, sagt Steffen Riehn. Heute ist der Weidengarten längst weit über Oranienburg hinaus bekannt, als Gaststätte und Veranstaltungsort.

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Die Unbestechlichen: Gastsängerin Andrea Kaaden und Bassist Dennis Straßburg neben Steffen Riehn (von links).

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Das Konzert war zu Ende, die Musiker wollten eigentlich nach Hause. Aber dann blieben sie doch. Und spielten die ganze Nacht. Bis die Sonne aufging, erinnert sich Steffen Riehn. Die Rede ist von Silent Noise, einer Beatles-Coverband. Sie ist inzwischen Geschichte, der Ort ihres Auftritts hingegen blüht und gedeiht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Weidengarten ist längst weit über Oranienburg hinaus bekannt, als Gaststätte und Veranstaltungsort.

Steffen Riehn ist Inhaber. Zugleich ist der Gastronom Vollblutmusiker, Frontmann der Band Die Unbestechlichen, die bereits seit 1988 existiert. Viele Texte stammen aus seiner Feder. Das Gitarrespielen hatte er sich vorher selber beigebracht, in irgendwelchen Schuppen hatte er mit Freunden unermüdlich geübt. Vergangenen Sonnabend traten die Musiker im gut besuchten Oranienwerk auf. Vorgruppe war Lee Rock aus Leegebruch.

Die Unbestechlichen und der Weidengarten seien miteinander verwoben, erklärt Riehn. Auch sonst ist die Gaststätte in der Kleingartenkolonie aus der lokalen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Immer wieder finden in der gemütlichen Kneipe mit dem rustikalen Holzambiente Konzerte statt. Bei größeren Events lockt in wärmeren Monaten der lauschige Garten. Er bietet genug Platz für eine größere Bühne, vor der sich Scharen von Fans aus Oberhavel und Berlin tummeln können. Und das seit 25 Jahren. Verdammt lange her, ein ganzes Vierteljahrhundert. Da kriegt man fast einen Schreck, seufzt Riehn vor dem Konzert. Er selber habe das gar nicht mitbekommen „bei all dem Trubel“. Sein Koch habe ihn darauf aufmerksam gemacht.

Begonnen hatte alles mit einem Baugerüst. Unten wurde es mit Brettern versehen. Oben mit einer Plane überzogen. Fertig war die Bühne. Etwas wackelig, „aber wir haben es überlebt“. Heute wäre so ein Konstrukt wohl nicht mehr möglich, mutmaßt er.

25 Jahre. An alles kann er sich nicht mehr erinnern. Nie vergessen wird er jedoch große Namen wie Extrabreit, die legendäre NDW-Band, „lauter und ruppiger Sound“. Oder Urgestein und Weltmusiker Lüül, der mit einer multimedialen Lesung auf seine wilden Jahre in den 60ern und 70ern zurückblickte. Beinahe hätte er auch noch Torfrock engagiert, aber das hatte zeitlich nicht gepasst. Dafür sei das nächtliche Telefonat äußerst entspannt verlaufen. Aus dem Osten dagegen stammte Jürgen Kerth, eine DDR-Gitarren-Legende, „ein sehr angenehmer Gast“. Von ihm hatte Steffen Riehn schon als Jugendlicher Platten in den Händen gehalten.

Dann wieder gab es Momente, da wurde ihm ganz anders. Einmal regnete es während eines Open-Air-Konzerts in Strömen. Ohne Ende. „Ich dachte, da kommt kein Mensch“, erinnert er sich. Dann kamen sie doch und tanzten im Schlamm wie bei Woodstock.

Künftig will er verstärkt Newcomern aus der Region eine Bühne bieten. Mit Sängerin Sabine Brand will er zudem für November ein Konzert mit der französischen 80er-Jahre-Cover-Band Showtime organisieren. „Der Termin steht zu 80 Prozent“, so Steffen Riehn.

Neben bekannten Events, wie zum Beispiel Oldie- und Folkfestival, sind auch private Veranstaltungen ein fester Faktor. Vom Abi-Ball bis zur Jugendweihe. 90. Geburtstag? Punkkonzert? So unterschiedlich sei das gar nicht, findet er. Vor allem auf die Stimmung komme es an. „Am Ende zählt einfach ein schöner Tag“, so Steffen Riehn.

Von Fritz Hermann Köser

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