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Stellenweise lebensgefährlich

MAZ-Umfrage Radfahrer Stellenweise lebensgefährlich

Auch am Freitag gab es viele neue Hinweise von MAZ-Lesern zu gefährlichen Ecken in Oranienburg. Für Familie Schluß sind das besonders Abschnitte auf Straße der Einheit, wo auch viele Schulkinder unterwegs sind. Schlecht weg kommt bei den Lesern der neue Kreisverkehr in der Sachsenhausener Straße.

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In der Straße der Einheit besteht hohe Unfallgefahr, warnt Familie Schluß.

Quelle: Privat

Oranienburg. Nach den jüngsten schweren Unfällen mit Radfahrern in Oranienburg startete die MAZ am Donnerstag einen Aufruf an die Leser, Gefahrenstellen für Radfahrer zu benennen. Das Echo war enorm. Viele Mails und Anrufe erreichten uns, mehr als 60 Einträge gab es gleich am Donnerstag auf der Facebookseite MAZ Oberhavel. Am Freitag meldeten sich weitere Leser. Sie schildern ihre Erfahrungen und machen vor allem Vorschläge, wie Gefahrenpunkte entschärft werden können. Liebe Leserinnen und Leser, Sie können uns weiter schreiben, oranienburg@MAZ-online.de, und ab Montag auch wieder anrufen,  03301/594570. Die Hinweise übermitteln wir der Unfallkommission des Kreises, die Ende Januar wieder tagt. Die Kommission, in der auch die Polizei mitwirkt, prüft gefährliche Bereiche auf Straßen und entscheidet über Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit. Hier weitere Wortmeldungen von MAZ-Lesern.

Eine zentrale Gefahrenstelle – Straße der Einheit

Verena und Henning Schluß: Liebe MAZ, vielen Dank für Ihre Initiative zu den Gefahrenstellen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen in der Stadt! Ich finde das ist eine sehr wichtige Initiative. Eine zentrale Gefahrenstelle, an der es in den letzten Monaten 3 z.T. schwere Unfälle mit RadfahrerInnen gegeben hat, ist die Straße der Einheit. Insbesondere der Kreuzungsbereich Waldstaße, Sandhausener Weg, Straße der Nationen ist davon betroffen. Hier macht die von Norden kommende Straße der Einheit eine Kurve und die nach der Kurve kommende Kreuzung ist nur schwer einsehbar. Es gibt eine Querungshilfe (Mittelinsel), diese ist aber ungünstiger Weise genau hinter der Kurve gebaut worden und nicht etwa auf der anderen Seite der Kreuzung Richtung Süden. Was erheblich sicherer, weil übersichtlicher wäre. Diese Stelle ist deshalb besonders problematisch, weil hier viele Kinder die Straße queren. Der Kindergarten Knirpsenland ist hier, die Kreismusikschule, die Musikschule Klang-Farbe Orange und die Gedenkstätte mit ihren vielen tausend Besuchern. Morgens ist das auch der Schulweg für viele Kinder, die zur Waldschule radeln. Die Gefahrenquelle des gemeinsamen Fuß- und Radwegs ist zwar aufgehoben, ein Radstreifen ist aber nicht auf die Straße gemalt. Das Entfernen einer Litfasssäule und eines Baumes hat die Situation zwar ein wenig übersichtlicher gemacht, an der grundsätzlichen Problematik, dass die vielbefahrene Straße der Einheit hinter einer Kurve auf eine Querungshilfe trifft, die für die FußgängerInnen und RadfahrerInnen, die sie benutzen zur Todesfalle werden kann, ist das aber keine Lösung. Weder ist die Querungshilfe als Zebrastreifen markiert, noch ist eine Temporeduzierung vorgesehen. Die drei Unfälle in letzter Zeit, in denen Autofahrer RadfahrerInnen überfahren oder angefahren haben, allein auf dem Stück vom Sandhausener Weg bis zur Bernauer Straße belegen, dass es auf dieser von Kindern viel befahrenen und belaufenen Strecke hoch gefährlich ist und sie dringend entschärft werden muss. Tempo 30 auf diesem innerstädtischen Streckenabschnitt, auf dem nun RadfahrerInnen und Autos gemeinsam auf der Straße fahren, ohne eigene Radspur wäre eine sehr geeignete Maßnahme zur Senkung der Unfallrate. Es darf doch nicht erst soweit kommen, dass hier ein Kind tödlich verletzt wird.

Sowohl die Gedenkstätte Sachsenhausen, wie die Musikschule Klang-Farbe Orange hatten sich bereits an die Stadtverwaltung gewandt und um eine Entschärfung der lebensgefährlichen Situation gebeten. Es wäre im Interesse unserer Kinder wichtig, wenn hier eine Temporeduzierung auf Tempo 30 durchgeführt würde und damit auch dem Verkehrskonzept der Stadt Oranienburg entsprochen würde.

Wirrwarr am neuen Kreisel

Martin Hafemann: Ich fahre täglich mit dem Fahrrad Oranienburg-Birkenwerder und habe dabei schon oftmals gefährliche Situationen entlang der Berliner Straße erlebt.

1. Kreuzung Weimarer Straße

Die Ecke ist so unübersichtlich, dass Autofahrer so weit vorfahren müssen, um den Rad- u. Gehweg einzusehen, dass das Auto dann schon den kompletten Überweg blockiert. Viele Autofahrer bremsen auch recht spät und stecken in der Zwickmühle: nach vorne geht’s nicht, weil die Berliner Straße Vorrang hat, und von hinten kommt das nächste Auto. Auch wenn die Gefahr „nur“ gemindert wird, ein Stoppschild oder/und besser eine Bodenschwelle würde Abhilfe schaffen.

2. Kreuzung Birkenallee und Kreuzung Beethovenstraße (Café Grünlers)

Hier fehlt eine Markierung des Übergangs von Rad- u. Fußweg, die den Autofahrern deutlich macht, davor oder dahinter zu warten, wenn sie auf die Berliner Straße abbiegen. Andernfalls ist wiederum der Übergang blockiert, bis der Autofahrer abbiegen kann.

3. Café Grünler bis Ortsausgang

Hier müssen Radfahrer auf der Straße fahren, weil einfach kein Platz für ein Radweg ist. Mit den Autos im Nacken - und das sind gerade jetzt wegen der Umleitung Borgsdorf nicht wenig – ist das mit der gefährlichste und unsicherste Punkt für Radfahrer in Oranienburg. Hier fehlt eine Markierung Fahrradstreifen auf der Fahrbahn, auch wenn vermutlich die restliche Fahrbahnbreite zu schmal ist. Na und? Autofahrer brauchen auf dem Stück nicht neben Radfahrer fahren, sie sollen diese vielmehr als gleichrangig akzeptieren und eine Markierung würde dies verdeutlichen.

4. Kreisverkehre allgemein

Während die hiesigen Kreisverkehre überwiegend regeln: erst Auto, dann Fußgänger/Radfahrer, wird im Nachbarbundesland M-V wie z.B. Greifswald einheitlich die bessere Methodik mit gekennzeichneten Überwegen für Fußgänger und Radfahrer angewandt. Wer mit dem Auto in den Kreisel rein- und rausfährt, muss die Fußgänger und Radfahrer vorlassen. Das ist eindeutig und unmissverständlich geregelt, obwohl dieselbe StVO bundesweit gilt.

Nicht nur in Oranienburg sieht es aber so aus: Ich fahre an den Kreisverkehr und kann erst rüber, wenn die Autos weiter im Kreisel fahren und nicht blinken. Das ist ein gefährlicher Trugschluss, denn plötzlich biegt ein Blinkmuffel um die Kurve ab und könnte mich umfahren, da er ja Vorrang hat. Steige ich ab und schiebe das Fahrrad, habe ich plötzlich wieder Vorrang, auch wenn kein Zebrastreifen markiert ist. Und wenn die Hürde dann gemeistert ist, stehe ich auf der Mittelinsel und vor mir blockiert ein PKW den Übergang, weil der Verkehr im Kreisel seine Einfahrt nicht zulässt und auch keine Übergangsmarkierung vorhanden ist, die dem Fahrer anzeigt: Übergang frei halten. Selbst der Fußgänger hat nun nicht mehr Vorrang, sondern allein der PKW. Das ist für Radfahrer und Fußgänger ärgerlich und unnötig, da der Verkehr im Kreisel eigentlich nur noch an einem vorbeiläuft und gar nicht mehr beachtet werden muss.

Mit der Freigabe Kreisel Sachsenhausener Straße wurden von der Stadt Hinweise zu den Verkehrs- und Vorfahrtsregeln veröffentlicht; zu sehen in der Bildergalerie zum MAZ-Artikel „Der Kreisel an der Sachsenhausener Straße ist eröffnet“. Wohl nicht ohne Grund, denn wer sieht bei diesem Vorrangwirrwarr noch durch? Ich kann nur hoffen, dass z.B. das Modell M-V hier Schule macht.

Übrigens: Für den Rückweg Birkenwerder-Oranienburg nehme ich die Strecke von Pinnow am Kanal entlang Richtung Eden. Dieser Abschnitt bekommt als Fahrradweg die Bestnote 1+ mit Sternchen. Und im Allgemeinen sehe ich, dass der ausgebaute Radverkehr in Oranienburg ganz gut und in der weiteren Umgebung (Oberhavel, Barnim) sehr gut da steht.

Konzept für Radwege nicht erkennbar

Heiko Engelmann: Zum Thema Gefährdungspotenzial hier nur ein paar Beispiele. Sicher geht es nicht nur um gesundheitliche Risiken. Es stellt sich aber die Frage, warum Oranienburg eine fahrradfreundliche Stadt sein soll. Ein durchgehendes Radwegekonzept, auch und vor allem bei neu gebauten Straßen, kann ich nicht erkennen.

Adolf-Decker-Straße: Wenn man von der Berliner Straße abbiegen will, befindet man sich in einem Slalomwald. Licht- und Ampelmast, Straßen- und Verkehrsschilder und ein Baum. Würde mich wundern, wenn hier noch nie jemand hängen geblieben ist.

Aderluch: Warum muss man sich hier den Weg mit den Fußgängern teilen, wenn die Straße breit genug ist für einen separaten Radweg in Fahrtrichtung. Hier besteht eine Gefahr durch Autos, die aus Seitenstraßen kommen und nicht mit Radfahrern von rechts rechnen. Zu guter Letzt endet der Radweg plötzlich und geht auf der anderen Seite weiter. Wie kann der Radfahrer (nicht Radgeher) gefahrlos auf die andere Seite kommen?

B 96 Oranienburg Süd: Der Radfahrer kann auf Grund des ungünstigen Winkels den Verkehr auf der Straße kaum einsehen. Der Autofahrer den Radweg aber schon. Warum erhält hier der Autofahrer die Vorfahrt und der Radfahrer wird zum absteigen gezwungen? Auf der Straße ist im weiteren Verlauf kein Radweg gekennzeichnet.

Lehnitzstraße: Verkehrsführungen müssen auf den ersten Blick klar sein. Es ist immer schlecht, wenn man überlegen muss, was sich die Planer dabei gedacht haben.

Radweg in der Lehnitzstraße

Radweg in der Lehnitzstraße.

Quelle: Privat

Soll der Radweg (Foto: Privat) für beide Fahrtrichtungen gelten? Wie komme ich auf diese Spur, wenn ich aus der Sachsenhausener kommend geradeaus fahre?Später gibt es dann auf beiden Seiten einen Radweg.

Stralsunder Straße: Warum man beim Neubau einer Straße zu einem Bahnhof auf Radwege verzichtet und dafür überdimensional breite Fußwege zur Verfügung hat, wird hoffentlich nicht für alle Zeiten ein Geheimnis bleiben. Auf Höhe DM-Markt muss der Radfahrer plötzlich auf die Straße ausweichen und verbleibt dann dort auch bei der Einengung im Ampelbereich.

Lösung für die Kreuzung

Hans-Georg Budich: Den Artikel in der MAZ über das Unfallgeschehen und die Gefahrenstellen im Sraßenverkehr in Oranienburg nehme ich zum Anlass, Ihnen eine Video-Aufzeichnung vom 1. März 2014 über häufige Vorfahrtsverletzungen an der Kreuzung Birkenalle und Saarlandstraße an einen Beispiel zu zeigen. Es hat an dieser Kreuzung schon mehrere Beinahe-Zusammenstöße, aber auch Unfälle gegeben. Die Lösung ist, dass der Hauptstraßenverlauf entsprechend dem Hauptverkehrsstrom als abbiegende Hauptstraße Birkenalle in die Saarlandstraße, von beiden Richtungen, endlich durchgesetzt wird. Da es sich um eine relativ kleine Kreuzung mit relativ engen Radien, handelt, sollte die Geschwindigkeit in beiden Richtungen auf 30 Km/h begrenzt werden. Aus Richtung neue B 96 auf der Birkenallee ab Lehartstraße und aus Richtung Berliner Str. in der Saarlandstr. ab der Kreuzung Eisenacher- bzw. Thale-Straße. Letzteres insbesondere angesichts des tödlichen Verkehrsunfalles auf dem Fußgängerüberweg am Kindergarten.

Immer die gleichen Schwachpunkte

Regina Fritsch: Ich fahre viel Fahrrad und ärgere mich immer über die gleichen Schwachpunkte. Am Kaufland Oranienburg kein Fahrradstreifen zu den Fahrradständern, man fährt ab Kreisverkehr zwischen Auto und Fußgänger Slalom. Das selbe in Süd beim neuen Edeka. Es gibt kein Fahrradstreifen zum Parkplatz, auch den Fußgängern geht es nicht besser. Da es erst neu eröffnet wurde, wundert mich das sehr. Der neue Kreisverkehr mit einer Spur für Fahrradfahrer - die Idee ist gut, aber nicht jeder Radfahrer hat eine Fahrerlaubnis. Die Autos müssen am Zebrastreifen anhalten für Fußgänger, die Radfahrer fahren weiter. Autos blinken beim Ausfahren, Radfahrer halten die Hand nicht raus. Fahre ich nach Leegebruch Richtung Dekra, Sägewerk, Schwarzer Weg, muss ich die Straßenseite, wenn ich nach den Regeln gehe, sechs Mal wechseln. Es könnte noch mehr kontrolliert werden, wer auf der falschen Seite Fahrrad fährt.

Umdenken nötig

Claudia Godomski: Auf meinem Arbeitsweg passiere ich zwei gefährliche Stellen (von zahlreichen Ausfahrten und Nebenstraßen abgesehen - ein generelles Umdenken ist bei den Autofahrerinnen und -fahrern wohl nötig):

Auf dem Hinweg: von Norden kommend bin ich auf der Granseer Straße unterwegs und von rechts aus der Clara-Zetkin-Straße kommen regelmäßig Autos angeschossen, dass mir fast das Herz stehen bleibt. Der Radweg ist an dieser Stelle deutlich gekennzeichnet, vielleicht wäre eine Vorwarnung in der Clara-Zetkin-Straße von Hilfe.

Auf dem Rückweg: von Süden kommend werden Radfahrerinnen und -fahrer nach der Ampelkreuzung Chausseestraße / Zum Bahnhof (Sachsenhausener Bahnhof) per Markierung auf die Fahrbahn gelenkt, da die Spur neben der Fahrbahn nicht zuverlässig sicher befahrbar ist. Die Autofahrerinnen und -fahrer interessiert das wenig, mit viel zu wenig Seitenabstand fahren sie vorbei. An der ersten Brücke geht es dann zurück auf den Fuß- und Radweg, der so schmal ist, dass beim Passieren nicht nur großer LKWs eine gefährliche Nähe entsteht.

Die Situation ist erst nach der letzten Brücke entspannter, bevor dann Autos vom Parkplatz der Apotheke kommen, ohne auf den Radverkehr zu achten. Oftmals ist dann noch die Annahme, die Radfahrerinnen und -fahrer dürften nicht auf dem Fußweg fahren, eine Ursache für unnötige Aggression.

Übrigens: Oranienburgs Straßen sind auch nicht mehr sicher für Radfahrerinnen – bitte überdenken Sie Ihre Politik der gendergerechten Schreibweise, besonders in Überschriften.

Von MAZonline

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