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Oberhavel Stille Helden ausgezeichnet
Lokales Oberhavel Stille Helden ausgezeichnet
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11:15 17.06.2017
Die mit der Ehrenamtsnadel Geehrten: Joachim Siebmann, Jeanette Budtke, Janine Hellmuth, Isolde Fontaine und Hjördes Wetzel (v.l.). Quelle: Julian Stähle
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Hohen Neuendorf

„Menschen“ – darum gehe es beim diesjährigen Hohen Neuendorfer Stadtempfang, sagte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) am Freitagabend in seiner Rede vor den circa 80 geladenen Gästen. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Raimund Weiland (CDU) zeichnete er fünf Personen aus, die sich täglich dafür einsetzen, die Welt für andere ein Stück lebenswerter zu machen. Anstelle der bisherigen Skulptur erhielten sie eine Ehrenamtsnadel aus echtem Gold. Das Motto der Veranstaltung in der Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule: „Menschen 2016 – stille Helden“.

Schüler, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden und beim Lernen besondere Hilfe benötigen, unterstützt Janine Hellmuth an der Waldgrundschule in Hohen Neuendorf. Die Mutter von vier Kindern helfe „mit unendlicher Geduld, Zuwendung, Leidenschaft und christlicher Nächstenliebe“ weiter, „wo soziale und schulische Systeme an ihre Grenzen kommen“. Als Schulhelferin sei sie die „Gute Seele“ der Schule, sagte Laudatorin Ariane Fäscher.

Zwei- bis dreimal pro Jahr fährt Janette Budtke aus ihrem Borgsdorfer Friseursalon ins Obdachlosenheim nach Oranienburg. „Hier frisiert sie kostenlos Menschen, die sonst auf der Straße leben“, hieß es in der Lobrede. Ohne Berührungsängste und auf Augenhöhe erfülle sie ihren Kunden Stylingwünsche. Auf diese Weise gebe sie ihnen ein Stück Würde zurück. Zusätzlich werbe sie für ihre Aktion Sachspenden ein, die den Obdachlosen zugute kommen. Mit selbstlosem Engagement setze sich die alleinerziehende Mutter, die in ihrem Leben selbst durch einige Tiefen gehen musste, auch im Umgang mit Behörden für ihre Schützlinge ein. Darüber hinaus engagiere sie sich in ihrem Heimatort für Veranstaltungen wie „Rock im Hirsch“.

Aus der Rede von Bürgermeister Apelt

Zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt: „Und weil wir uns 112-prozentig auf sie verlassen können, schlafe ich als Bürgermeister ruhig. Dafür danke ich Ihnen, liebe Kameradinnen und Kameraden, sehr herzlich!“

Zum Landrat: „Es gab Zeiten in denen die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und der Stadt Hohen Neuendorf nicht besonders gut war. Diese Zeiten sind vorbei. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Ihnen (...) bedanken.“

Zum Thema Stadtentwicklung sagte Steffen Apelt: „Hohen Neuendorf wächst. Heute haben wir schon den Bevölkerungszuwachs erreicht, den sämtliche Prognosen erst für das Jahr 2020 vorausgesagt hatten.“

Viele Facetten hat das ehrenamtliche Engagement von Joachim Siebmann: Die einen kennen ihn als Schiedsrichter des Tischtennisvereins HSV 90 bei regionalen und überregionalen Turnieren, die anderen als Mathe-Nachhilfelehrer und wieder andere von der Volkssolidarität. Ob beim Generationenprojekt der Rosenthal-Oberschule, bei kommunalpolitischen Themen oder wo immer eine helfende Hand benötigt wird – der fitte Senior bringe sich mit ein. Viele seien ihm vielleicht schon begegnet, ohne es zu wissen: Häufig steckt er im Kostüm von „Forsty“, dem Maskottchen des FSV Forst Borgsdorf.

Die Geselligkeit des Stadtempfangs wurde auch unter freiem Himmel genossen. Quelle: Helge Treichel

Hjördes Wetzel leitet seit zwei Jahrzehnten den Bastelkreis in der Evangelischen Kirchengemeinde Hohen Neuendorf-Stolpe. Im Schnitt treffen sich dort regelmäßig zehn Frauen. Für manche sei es der wichtigste Termin in der Woche, sagte Ariane Fäscher, Fachbereichsleiterin für Stadtmarketing. Die hergestellten Dinge würden beim Advents- und Osterbasar zugunsten einer guten Sache verkauft. Der Erlös in den vergangenen 20 Jahren: 32 300 Euro. Zudem organisiere sie regelmäßig Tagesausflüge für die Gruppe.

Das Catering besorgte das Team vom „Grünen Turm“ in Hohen Neuendorf. Quelle: Helge Treichel

Als „Kantinenfrau Isi“ ist Isolde Fontaine seit Jahrzehnten in der Grundschule Borgsdorf beliebt. Für die Kinder, Eltern und Lehrer sowie für die Schule und die Stadt sei sie allerdings viel mehr, denn sie engagiert sich als Elternvertreterin sowie Vorstandsmitglied im Förderverein. „Sie ist inzwischen länger an der Schule als jeder Lehrer oder Rektor“, so Ariane Fäscher. Auch in ihrer Rolle als Mutmacherin und Seelsorgerin sei sie „so etwas wie die Mutter der Schule“.

Raimund Weiland während seiner Ansprache. Quelle: Helge Treichel

Das Thema Bürgernähe zog sich wie ein roter Faden durch die Rede von Raimund Weiland, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Das Motto des Jahresempfangs klinge zwar so, als würden Menschen „als etwas Exotisches“ behandeln. Tatsächlich müsse Politik die „Menschen immer in den Mittelpunkt stellen“. Gerade die Kommunalpolitik sei dadurch gekennzeichnet, dass sich Bürger und Politiker auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen können. Gelingt es nicht, Lösungen zu vermitteln, könne das schnell zu Politikverdrossenheit führen. Die Leute müssten aber mitgenommen werden: „Unsere Ziele können wir nur mit Hilfe unserer Mitbürger erreichen“, sagte Weiland. Sein Fazit: „Ich kann die Bürger nur ermuntern, sich einzubringen und auch ordentlich mitzumischen.“

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Hjördes und Heinz Wetzel feierten am Freitag ihren 44. Hochzeitstag. Weil das die Sternenhochzeit ist, gab’s eine Sternenrose als Geschenk. Quelle: Sebastian Morgner

Von Helge Treichel

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