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Oberhavel Stilles trauriges Drama in der Ortsmitte
Lokales Oberhavel Stilles trauriges Drama in der Ortsmitte
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18:48 06.07.2016
Jens Pamperin vor dem Haus der Toten in Friedrichsthal. Es war der zweite Einsatz. Diesmal kamen die Helfer zu spät. Quelle: Heike Bergt
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Friedrichsthal

Einen grausigen Fund mussten die Friedrichsthaler Feuerwehrleute am Montagnachmittag kurz vor 16 Uhr machen: Sie entdeckten das Ehepaar R. tot in seinem Haus in der Ortsmitte. Und es war offenbar schon seit mehreren Tagen tot: „Sie waren nicht mehr zu erkennen“, so Einsatzleiter Jens Pamperin.

Der Ruf „Person in Not“ in der Grabowseestraße 3 erreichte die Feuerwehrleute schon einmal vor vier Wochen, erinnert sich der stellvertretende Oranienburger Stadtbrandmeister und Leiter des örtlichen Löschzuges. Auch damals waren die Rollläden seit Tagen runtergelassen. Nachbarn kam das verdächtig vor und alarmierten die Retter. „Wir sind hinten durch die Küche rein, haben sie damals im Schlafzimmer im Bett liegend gefunden“, erinnert sich Jens Pamperin. Damals habe er sich des Eindruck nicht erwehren können: „Irgendwie wollen sie nicht mehr.“

Verwesungsgeruch schon im Garten

Vier Wochen später ein erneuter Anruf aus der Nachbarschaft: Der Briefkasten quoll über, wieder gingen die Rollläden tagelang nicht mehr hoch. Die Nachbarn machten sich Sorgen. Der Ehemann, Jahrgang 1949, pflegte seine 55-jährige Frau, die an den Rollstuhl gefesselt war. Diesmal kam jedoch die Hilfe zu spät. Schon im Garten schlug den Feuerwehrleuten starker Verwesungsgeruch entgegen: „Die Küche war voller Fliegen.“ Wegen dieser Anzeichen habe die Feuerwehr den Rettungsdienst und die Polizei alarmiert. Gemeinsam hätten sie dann das Haus betreten. Die beiden Toten waren bis zur Unkenntlichkeit verwest.

Die Polizei geht davon aus, dass sie bereits seit etwa drei Wochen tot waren. Vermutlich sei der Mann, der sich Untergeschoss befand, vor seiner Frau gestorben. So konnte er sich um die Pflegebedürftige nicht mehr kümmern. Sie starb in ihrem Bett. Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es nicht, so die Polizei.

Jens Pamperin erinnert sich, dass der Ehemann fast täglich ins benachbarte Einkaufszentrum ging, um Bier und Pudding zu holen. Heruntergelassene Fensterläden seien kein ungewohntes Bild gewesen. Der Tote soll zwei Töchter haben und einen Bruder im Ortsteil. „Er war ein umgänglicher Mensch. Das hätte nicht passieren müssen. Traurig, dass sich niemand gekümmert hat“, bedauert Marktinhaberin Manuela Lucke.

Die Verstorbenen sind „alte Friedrichsthaler. Die wohnten hier, solange ich denken kann“, so Pamperin. Erst vor acht Wochen war er zu einem ähnlichen Fall in Friedrichsthal gerufen worden: eine alte Dame war in ihrer Wohnung gestorben. So etwas gehöre zum Alltag der Feuerwehr. Trotzdem lasse das niemanden kalt. Am meisten, räumt Jens Pamperin gestern ein, habe ihn der Tod der Radfahrerin, die am Schlossplatz unter einen Lkw geraten war, mitgenommen.

Spaziergänger findet verweste Leiche

Auch in Hennigsdorf-Nord wurde ein Toter gefunden, ein Spaziergänger mit Hund hatte am Dienstag die Polizei alarmiert. Der Mann lag an der Rückwand einer Garage. Mittlerweile gehen die Beamten davon aus, dass es sich um einen 51-jährigen Obdachlosen handelt. Das müsse aber noch sichergestellt werden, der Mann sei teilweise schon stark verwest gewesen, so Polizeisprecher Toralf Reinhardt.

Im Stadtteil ist der Tote in diesen Tagen Gesprächsthema Nummer eins. Der Mann soll markante gelbe Schuhe getragen haben und schon länger krank gewesen sein. Er hatte laut einer Hennigsdorferin zuletzt eine offene Wunde am Bein. Mehr als eine Woche sei der Mann nicht mehr gesehen worden.

Die Polizei geht davon aus, dass der Obdachlose eines natürlichen Todes gestorben ist, Mord oder Totschlag werden ausgeschlossen. Traurig sei es, schreibt ein Hennigsdorfer auf Facebook, dass es so weit gekommen sei, dass sich Menschen – wie Tiere versteckt – zum Sterben in die Natur legten. Ob das tatsächlich so war, könnten die Ermittlungen der Polizei klären.

Von Heike Bergt und Marco Paetzel

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