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Streit um Abwassergebühren geht weiter

Schwante Streit um Abwassergebühren geht weiter

Für die meisten Kunden des Kremmener Abwasserzweckverbandes sind die Gebühren am 1. Juli gesunken. Einige Grundstücksbesitzer aus Schwante müssen jedoch tiefer in die Tasche greifen – weil auch der Turnus der Abfuhr geändert worden und die Gruben nun zu klein ist. Bald soll es dazu Gespräche geben.

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Wasser wird zu Abwasser – und das ist in Schwante und Umgebung derzeit bei einigen Bewohnern ein großes Thema.

Quelle: dpa

Schwante. Die Problematik um die neuen Abwassergebühren schwelen in Schwante auch weiterhin. Wie berichtet, ist die Gebührensatzung beim Zweckverband Kremmen geändert worden. Bislang war die Awu in Velten für die Abfuhr verantwortlich, doch lange ist in Kremmen über die zu hohen Kosten diskutiert worden. Nun kümmert sich der Verband selbst. Zahlten die Kunden vorher nur 5,02 Euro pro Kubikmeter Abwasser, hätten es eigentlich 7,18 Euro sein müssen – der Betrag wurde gedeckelt. Jetzt zahlen sie nur noch 4,74 Euro.

Dennoch müssen einige Grundstücksbesitzer aus Schwante tiefer in die Tasche greifen, weil der Zweckverband den Turnus für die Fäkalienabfuhr geändert hat. Alle drei Wochen wird abgepumpt, zusätzliche Fahrten müssen angemeldet und extra bezahlt werden.

Helmut Jilg, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kremmen

Helmut Jilg, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kremmen.

Quelle: Robert Roeske

Helmut Jilg, der Geschäftsführer des Kremmener Zweckverbandes sprach im Juli von nur fünf Betroffenen – und von dieser Zahl rückte er am Donnerstag auf Nachfrage nicht ab. Allerdings haben sich allein bei der MAZ mehr als fünf Betroffene gemeldet. Auch zur Einwohnerfragestunde im Gemeindeparlament in Eichstädt kamen mehr Betroffene, die eine Auskunft haben wollten. Am Dienstag, 30. August, findet beim Zweckverband ein Gespräch statt, bei dem sich Grundstücksbesitzer mit den Vertretern des Zweckverbandes austauschen wollen – nichtöffentlich.

Anja Gessele, die sich an die MAZ wandte, beschwerte sich beispielsweise darüber, dass erst am 23. Mai die Änderungen angekündigt worden seien, am 1. Juli traten sie in Kraft. „Hier war schon mal keine angemessene Reaktionszeit berücksichtigt.“ Helmut Jilg widerspricht. „Bereits im Dezember 2015 ist die Öffentlichkeit informiert worden“, allerdings nicht jeder Betroffene persönlich, aber mit Bekanntmachungen im Internet und in der Presse. Auch hält Anja Gessele die Anmeldezeit der Sonderabfuhren sieben Tage im Voraus für kaum kalkulierbar.

Das Klärwerk in Kremmen

Das Klärwerk in Kremmen.

Quelle: Robert Roeske

Der Eberswalder Zweckverband empfehle mindestens eine fünf Quadratmeter große Grube zu installieren, so Anja Gessele weiter. Auch dazu äußerte sich Helmut Jilg. Aus seiner Sicht sei dies eine Sache der Architekten, die das Haus planen. „Die müssen wissen, welche Dinge da eine Rolle spielen“, so Jilg. In der Regel rechne man mit 120 Litern pro Person und Tag. „Das sind Dinge, die Hausbauer in Eigenverantwortung entscheiden müssen.“ Der Zweckverband dürfe und habe nie gesagt, wie groß eine Abwassergrube sein müsse. Allerdings verweist Anja Gessele nochmals darauf, dass ja auch der Turnus der Abfuhr geändert worden sei und man nun von ganz anderen Voraussetzungen beim Grubenbau ausgehen müsse als vorher.

Viktor Grabl aus Schwante verweist auf den Begriff der Solidarität. „Leider hat das, was hier gerade geschieht, nichts mehr mit Solidarität zu tun, sondern eher mit Ausgrenzung und Wucher“, sagt er. Aus Sicht von Helmut Jilg gehe es darum jedoch nicht, und er fragt, warum 96 Prozent der beim Zweckverband angeschlossenen Grundstücksbesitzer für die anderen vier Prozent draufzahlen müssten. „Das kann man nicht verlangen. Diese Solidarität gibt es nicht“, so Jilg. Die Kostenverteilung geschehe nach dem Verursacherprinzip, so der Geschäftsführer weiter.

Das Treffen beim Zweckverband findet am Dienstagnachmittag um 14 Uhr statt. Es ist abzuwarten, wie viele der Betroffenen zu diesem Termin Zeit haben und ob der Streit beigelegt werden kann.

Von Robert Tiesler

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