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Oberhavel Streit um Forschung im Stechlinsee
Lokales Oberhavel Streit um Forschung im Stechlinsee
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09:54 15.08.2014
Forschung am Stechlinsee. Quelle: Carola Martin
Neuglobsow

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) Brandenburg hat das Vorhaben für nicht genehmigungsfähig erklärt. Auch der Nabu-Regionalverband Gransee ist – im Gegensatz zum Landesverband – gegen die geplante Versuchsreihe. „Wir sehen das sehr kritisch“, erklärte der Vorsitzende Tom Kirschey.

Forschung zum Algenwachstum

Um den Klimawandel und speziell die Auswirkungen von Nährstoffen auf das Algenwachstum in einem Klarwassersee wie den Stechlin erforschen zu können, plant das Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Neuglobsow eine neue Versuchsreihe im Seelabor. Die Wissenschaftler wollen dem Wasser dazu Phosphor und Huminstoffe zusetzen – also Nährstoffe, die die Wasserqualität beeinflussen. „Die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels sind vielschichtig. Es gehört dazu nicht nur die Klimaerwärmung“, sagt Institutsleiter Mark Gessner. Wichtig für Seen seien auch die Stoffeinträge aus dem Umland, die sich wegen veränderter Niederschläge zum Teil dramatisch verändern könnten. Dazu gehörten vor allem die Huminstoffe, die aus dem Boden ausgewaschen werden. Zu viele Nährstoffe im Wasser belasten Seen.

Auch im Stechlin zeigte sich in den vergangenen Jahren eine mitunter besorgniserregende Entwicklung. Die zum Teil schlechtere Wasserqualität wird unter anderem mit erhöhten Phosphatwerten in Verbindung gebracht. Noch ist allerdings unklar, woher diese Stoffe kommen. Für ein Gewässermanagement unter veränderten Klimabedingungen sei es essenziell, zu ergründen, inwieweit Huminstoffe die Algenentwicklung beeinflussen und unter welchen Nährstofflasten mit vermehrtem oder vermindertem Auftreten von Cyanobakterien zu rechnen ist. Die Blaualgen sind in vielen Seen der Region ein ungeliebtes Sommerphänomen.

Kritik an geplantem Nährstoffeintrag

Speziell der im Rahmen des Experiments geplante Nährstoffeintrag ist bei den Naturschutzverbänden umstritten. „Wir verstehen einfach nicht, warum dieses Experiment in einem der klarsten Seen Brandenburgs durchgeführt werden muss“, begründet der Geschäftsführer des Bund-Landesverbandes, Axel Kruschat, die Ablehnung. Die Diskussion um die Veränderungen im Stechlin hätte noch keine nachvollziehbaren Antworten gebracht. „Die Versuche allein mögen keine starke Gefährdung für den See darstellen. Aber in einem so sensiblen Bereich Nährstoffe einzutragen, halten wir einfach für keine gute Idee“.

Nach Einschätzung von Mark Gessner ist die Dosis entscheidend und die soll im Rahmen der geplanten Experimente so gering wie möglich sein. „Insgesamt geht es um die Zugabe von 800 Gramm Phosphor für die gesamte Versuchsanlage, die 0,03 Prozent des Wasservolumens des Sees ausmacht“, so der Wissenschaftler. Eine Gefährdung des Stechlinsees durch die geplanten Phosphor zu gaben sei aus seiner Sicht ausgeschlossen. Trotzdem würde das Wasser zwischen dem Seelabor und dem See nur dann ausgetauscht, wenn die Messwerte unbedenklich seien.

Von Cindy Lüderitz

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