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Oberhavel Streitbar, aber lösungsorientiert
Lokales Oberhavel Streitbar, aber lösungsorientiert
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12:58 02.09.2017
Enrico Rossius und seine Lebenspartnerin Angela Geißler auf dem Balkon ihrer Wohnung in der Weißen Stadt in Oranienburg. Quelle: Marion Bergsdorf
Oranienburg

Früher mochte er keine Katzen in der Wohnung haben. Jetzt hat er zwei, damit sich eine allein nicht einsam fühlt. Enrico Rossius (40), Oranienburgs Bürgermeisterkandidat der Linken, ist sehr schnell zu einer großen Familie gekommen. Die Liebe erwischte ihn 2015, als er an einer Demo für die Unterbringung von Flüchtlingen teilnahm. „Es funkte sofort“, sagt auch Angela Geißler (45). Beide zogen bald zusammen in eine große Wohnung in der Weißen Stadt Oranienburg, in der genug Platz ist für die drei Kinder von Angela. Wiebke (13) hat ein eigenes Zimmer, die Jungs Tilman (10) und Malte (7) teilen sich ein Zimmer. Als die Katze der Familie starb, trauerten die Kinder ein halbes Jahr lang. Dann war es der Katzengegner Enrico, der über seinen Schatten sprang. Und weil ihm eine Tante riet, lieber zwei Katzen anzuschaffen, weil nur im Haus lebende Tiere Gesellschaft bräuchten, wurden zwei Katzen angeschafft. Die Kinder sind glücklich, Enrico ist sogar Fütterer der Tiere.

Überhaupt spielt Arbeitsteilung in der Familie Rossius/Geißler eine große Rolle. Ansonsten wären die Schichtdienste der Erwachsenen mit Kinderbetreuung und Haushalt nicht zu stemmen. Während Angela den Haushalt mit Wäsche und putzen managt, kocht Enrico und bäckt auch gerne Kuchen. Angela arbeitet seit 18 Jahren als Sozialarbeiterin in der Caritas-Werkstatt St. Johannesberg und betreut psychisch Kranke. Enrico ist im Kundendienst eines Mobilfunkanbieters tätig, außerdem im Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Harald Petzold (Linke).

Politisch sind Angela und Enrico links. Angela wuchs in Bonn auf, ihr Vater, obwohl aus Bayern stammend, war linker Gewerkschafter. Zu Hause wurden Arbeiterlieder von Hannes Wader abgespielt. Nach dem Studium in Berlin landete Angela der Arbeit wegen in Oranienburg. Enrico ist in Oranienburg geboren und hier aufgewachsen. Der Vater war hier Maurer, die Mutter arbeitete im Finanzamt.

Angela Geißler ist überzeugt, dass Enrico Rossius „ein guter Bürgermeister wäre“, er sei zwar ein streitbarer Geist, doch er versuche „immer eine Lösung zu finden, mit der alle leben können“. So zum Beispiel im Forum gegen Rassismus, auch dort vermittle Enrico oft. Enrico Rossius dazu: „Es ist nun mal meine Rolle, die Meinung der Fraktion in den Ausschüssen und im Stadtparlament zu vertreten.“ Was er in der Verwaltung sofort anpacken würde, wenn er Bürgermeister wäre: „Ich würde dafür sorgen, dass die Leute in der 2. Reihe, die Amtsleiter und Mitarbeiter, deutlich bei Entscheidungen gestärkt werden.“ Die hätten jetzt wenig zu sagen. Es sei wichtig, „Teamwork“ hinzubekommen. Sofort wäre auch das Dezernat für Finanzen zu besetzen, „und der Baudezernent ist nicht für die Ewigkeit gewählt“, so Rossius.

Die 13-jährige Wiebke, die Cheerleaderin bei der Rugby-Union Hohen Neuendorf ist, fände Enrico als Bürgermeister „cool“, er habe gute Ziele. Auch Tilmann fände es toll, doch er befürchtet, dass Enrico dann „ganz oft weg“ sei. Das wiederum fände er „nicht so toll“, wo er doch so gerne mit Enrico kuschele.

Wenn alle zu Hause sind, sitzt die Familie abends am Tisch, isst zusammen und redet. Angela und die Kinder unterstützen Enricos Wahlkampf. „Es war mir klar, dass wir mit Enrico ein politisch aktives Leben führen“, sagt Angela Geißler, die seit 2014 ebenfalls der Partei Die Linke angehört.

Von Marion Bergsdorf

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