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Stresstest im Milchwerk

Feuerwehrübung in Gransee Stresstest im Milchwerk

Eine schwierige Einsatzübung absolvierten 71 Frauen und Männer der Granseer Amtsfeuerwehr am Sonnabend im Milchwerk. Im Trocknungsturm wurde eine Staubexplosion simuliert, wie es sie vor viereinhalb Jahren tatsächlich gegeben hat.

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Die Feuerwehr probte am Sonnabend im Milchwerk den Ernstfall.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Hitze, Dreck, Glutnester – das sind Stichwörter, die Feuerwehrleute mit dem Alarmtitel „Explosion“ verbinden. Den hatten die Feuerwehrleute des Granseer Amtsbereiches am Samstagmorgen – noch vor dem Frühstück – auf ihren Piepern. Einsatzort: das Gewerbegebiet. Eine Explosion gab es dort in Wirklichkeit zwar nicht, aber die größte und vielleicht schwierigste Einsatzübung der vergangenen Jahre.

Der Milchtrocknungsturm von Fude und Serrahn bot dafür optimale Bedingungen: mit Temperaturen von bis zu 70 Grad im Inneren, einem sensiblen, weil unbekannten Bereich und einem weitreichenden Treppenhaus. Der Fahrstuhl war zumindest für die Feuerwehrleute außer Betrieb. Amtsbrandmeister Andreas Pahlow sprach bewusst von einer Extremsituation, allen voran für die Atemschutzgeräteträger, die in das Gebäude gehen mussten. „Die Bedingungen hier sind härter als auf der Übungsstrecke, die wir sonst absolvieren“, sagte er. „Das ist ein guter Stresstest.“

Erstmals seit Jahren waren an der Übung alle zwölf Löschgruppen des Amtsbereiches beteiligt; insgesamt 71 der 108 Kameraden rückten am Samstagmorgen an. Die einen in dem Wissen, dass es sich um eine Übung handelt, die anderen in dem Glauben, es sei Ernst. „Wir haben es den Löschgruppenführern überlassen, die Kameraden einzuweihen oder auch nicht“, sagte Pahlow. „Uns war wichtig, dass so viele Kameraden wie möglich mitmachen können.“ Deshalb gab es verschiedene Szenarien: während eine Besuchergruppe die Milchtrocknungsanlage besichtigt, kommt es im Werk zu einer Staubexplosion. Eine solche Verpuffung gab es 2011 tatsächlich, wenige Tage vor der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage (MAZ berichtete). Im Übungsfall der Feuerwehr können sich einige der Besucher ins Freie retten, fünf Menschen bleiben aber zunächst vermisst. Die Opfer sind traumatisiert und kaum ansprechbar. Die Einsatzkräfte können nicht auf Informationen hoffen, sind auf sich gestellt und müssen die verschiedenen Ebenen nach den Vermissten absuchen. Im Milchwerk ist es extrem warm und es ist dunkel. Im zweiten Übungsabschnitt wird eine Wasserstrecke aufgebaut, nachdem ein Lkw durch Funkenflug in Brand geraten war.
In der Realität läuft der Betrieb in der Trocknungsanlage weiter: „Samstags haben wir keinen Versand. Das ist es an der Rampe ruhig“, sagte Franz Willi Vogel, zweiter Betriebsleiter des Milchwerks. Er unterstützte die Feuerwehrleute bei der Orientierung im Turm und sagt ihnen, wo sie wegen der heißen Oberflächen nicht hinfassen sollten. „Wir unterstützen die Übung gerne, wir wollen uns eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr“, so Vogel. Die Übung dient auch dazu, den gerade eingeführten Digitalfunk zu testen. Als unabhängige Beobachter sind Kollegen aus Zehdenick und Fürstenberg zu Gast.

Von Cindy Lüderitz

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