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Oberhavel Strip-Poker endet mit Schlägerei
Lokales Oberhavel Strip-Poker endet mit Schlägerei
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00:34 19.03.2018
Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand und Beleidigung gegen Polizisten musste sich ein 33-Jähriger am Donnerstag in Oranienburg vor dem Schöffengericht verantworten. Quelle: Julian Stähle
Oranienburg

Eigentlich sollte der Abend des 12. März 2016 ein gemütliches erotisches Date zwischen zwei befreundeten Paaren in Oranienburg werden. Es wurde viel Alkohol getrunken und Strip-Poker gespielt, bei dem der Verlierer jeweils ein Kleidungsstück ablegen muss. Als das Quartett zum Spielende unbekleidet war, stieg neben dem Alkohol (2,44 Promille) auch Eifersucht bei Rene B. zu Kopfe. Seiner Beobachtung nach hätte sich sein Freund – das spätere Opfer – begehrlich seiner Partnerin genähert. Er schlug hemmungslos auf Christian O. ein. Die Frauen gingen dazwischen und riefen die Polizei.

Angeklagter wehrte sich mit Kopf und Fuß gegen Polizeibeamte

Noch im Adamskostüm wehrte sich Rene B. mit Kopfstößen und Fußtritten und beleidigte die Beamten. So endete die Party für den geschädigten Christian O. mit einer gebrochenen Nase und Gehirnerschütterung im Krankenhaus und für Rene B. in der Ausnüchterungszelle. Der saß deshalb wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand und Beleidigung gegen Polizisten angeklagt, am Donnerstag vor dem Oranienburger Schöffengericht. Besonders heikel für den vielfach vorbestraften Angeklagten war, dass die Taten während einer laufenden doppelten Bewährung geschehen waren.

Zuletzt positive Entwicklung des 33-jährigen Angeklagten

Für den Oranienburger stand die Frage, ob er wieder in den Knast einrücken muss oder mit einem blauen Auge davonkommt. Dazu sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer: „Wäre der Prozess kurz nach der Tat gelaufen, wären wohl zweieinhalb Jahre Gefängnis herausgekommen. Über eine mögliche dritte Bewährung hätte ich nicht nachgedacht. Nun, nach zwei Jahren sehe ich das anders“. Er beantrage eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Der Ankläger würdigte dabei die positive Entwicklung des 33-Jährigen seitdem. Der lebt in geordneten Verhältnissen mit seiner Lebenspartnerin und den zwei Kindern, ist in Arbeit als Landschafts- und Gartenbauer, hat sein Alkoholproblem unter Kontrolle und sich mit dem Opfer ausgesöhnt. Positiv sei auch das uneingeschränkte Geständnis zu werten und dass der Angeklagte freiwillig ein Schmerzensgeld von 1500 Euro an den Geschädigten zahlen will.

Nach mehrmonatiger Funkstille entschuldigt

Mit den Worten an seinen Mandanten: „Wenn sie hier herauskommen wie es der Staatsanwalt eben beantragt hat, können sie sich vor Dankbarkeit in den Staub werfen“, schloss sich der Verteidiger dem vollinhaltlich an. Zuvor hatte der Geschädigte, der 39-jährige Christian O., als Zeuge bestätigt, dass sich Rene B. nach mehrmonatiger „Funkstille“ bei ihm entschuldigt habe. Beide kennen sich schon mehr als zehn Jahre.

Von Helmut Schneider

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