Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Sturz auf Schulhof: Familie fordert Änderung

Glienicke/Nordbahn Sturz auf Schulhof: Familie fordert Änderung

An seinem vierten Schultag erlitt Abc-Schütze Jay (6) eine schwere Kopfverletzung auf dem Hof der Grundschule Glienicke. Die Familie fordert, die scharfkantigen Betonelemente zu entfernen, die als Sitzgelegenheit dienen. Sie würde das ebenfalls „sehr begrüßen“, sagte Schulleiterin Antje Burmeister.

Voriger Artikel
Täter ergreifen die Flucht
Nächster Artikel
Keramik statt trockener Zahlen

Ramona Ratzmann und ihr Vater Herbert Ratzmann mit den Betonklötzen an der Unfallstelle auf dem Hof der Glienicker Grundschule.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke. Sein vierter Schultag war traumatisch für den Abc-Schützen Jay aus Glienicke. Beim Herumspringen zwischen den Betonklötzen, die als Sitzgelegenheiten auf dem Schulhof stehen, verlor der Sechsjährige das Gleichgewicht und stürzte. Mit seinem Kopf schlug er so unglücklich gegen eine der Kanten, dass er sich eine zehn Zentimeter lange klaffende Wunde am Kopf zuzog. „Das musste dreimal von innen nach außen genäht und zusätzlich geklammert werden“, berichtet seine Mutter Ramona Ratzmann am Montagabend beim Ortstermin in einer Runde von Kommunalpolitikern.

Die Mitglieder des Sozialausschusses hatten das Computerkabinett der Grundschule inspiziert, die Mutter war vom Vorsitzenden Uwe Klein (SPD) hinzugeladen worden. Da die hölzernen Sitzflächen vom Beton entfernt worden waren, hätten diese Sitzgelegenheiten auf dem Hof „nichts mehr zu suchen“, sagte Ramona Ratzmann. Die Mutter äußert den dringenden Wunsch, die Betonelemente so schnell wie möglich zu entfernen. „Ich habe keine ruhige Minute mehr auf Arbeit, wenn das so ist“, sagt sie – auch im Namen weiterer Eltern.

Ortstermin des Sozialausschusses

Ortstermin des Sozialausschusses.

Quelle: Helge Treichel

Begleitet wird sie von ihrem Vater Herbert Ratzmann, der am Unfalltag noch vor der Feuerwehr und dem Rettungsdienst am Ort des Geschehens war. „Das sah schlimm aus. Hier war alles voller Blut“, sagt er und macht mit beiden Armen eine ausholende Bewegung. Ihm war sofort aufgefallen, dass die Holzbeplankung auf dem Beton fehlte und die scharfen Kanten somit frei lagen, erzählt er. Bohrlöcher würden davon zeugen.

Die Kommunalpolitiker betrachten den Beschwerdebrief der Familie

Die Kommunalpolitiker betrachten den Beschwerdebrief der Familie.

Quelle: Helge Treichel

Über ihren Rechtsbeistand hatte sich die Familie bereits Mitte September zunächst an die Schule und dann an die Gemeindeverwaltung gewandt. In dem Schreiben fordern sie, die Sitzflächen zu erneuern. Die Antwort indes verärgert die Familie, obgleich Fachdienstleiter Hannes Landsberg den Unfall bedauert. Die Außenanlage der Grundschule werde turnusmäßig auf Gefahren überprüft. Grundlage für deren Gestaltung sei die Unfallverhütungsvorschrift „Schulen“. „Die Aufstellung der Betonklötze als Sitzgelegenheit ist ordnungsgemäß erfolgt“, schreibt Landsberg. Entgegen den Ausführungen bestehe keine Notwendigkeit, auf die Betonklötze Sitzflächen zu montieren. „Vielmehr wurden die hölzernen Sitzflächen aus Gründen der Sicherheit der Kinder entfernt (Splitter- und Klemmschutz)“, lautet die Antwort. Das Vorhandensein von Sitzelementen, Treppenstufen und Bordsteinkanten aus festen Materialien wie Beton, Metall, Holz oder ähnliches auf einem Schulhof „stellt per se keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dar“.

Dass es die Holzplanken abgeschraubt wurden, weil es zuvor einen Unfall mit einem Holzsplitter gegeben hatte, erläutert Uwe Klein. Ulf Grupe (CDU/Freie Demokraten) drückt sein Verständnis aus und erinnert zugleich an einen Unfall seines Sohnes, ebenfalls kurz nach Schulbeginn. Es gebe jedoch weitere Betonklötze und „noch mindestens 150 andere Dinge“, die ein Gefahrenpotenzial darstellen. „Eine Vollkasko kriegen wir nicht“, betont er. Einen Unfallschwerpunkt könne er nicht erkennen.

Fachbereichsleiterin Jana Klätke zeigt sich als Mutter ebenso verständnisvoll, unterstrich aber den schriftlich dargelegten Standpunkt der Verwaltung und versprach weitere Prüfungen. „Lasst uns die Dinger erst mal zur Seite stellen“, lautete der Vorschlag des Ausschussvorsitzenden. Dem stimmte auch Jana Klätke vorbehaltlich des Schulvotums zu. Sie würde das ebenfalls „sehr begrüßen“, sagte daraufhin Schulleiterin Antje Burmeister.

Die Betonklötze sollen nun auf dem Bauhofgelände gelagert werden – zur „Vorsorge“. Ein Versäumnis liege nicht vor, ließ Klein ausdrücklich im Protokoll vermerken.

Und Jay? Dem Jungen geht es besser. Seit einer Woche geht er wieder zur Schule.

Von Helge Treichel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg