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Oberhavel Suche nach dem Brücken-Löwen
Lokales Oberhavel Suche nach dem Brücken-Löwen
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09:07 08.06.2017
Auf dem Pfeiler vor dem Schloss ist nur der Rest der Tatze des Löwen zu sehen. Der Beweis auf dem Archivfoto: Es gab mal zwei Löwen. Quelle: FOTOS: Robert Rauh
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Hoppenrade

Jahrzehntelang thronten sie furchteinflößend auf der Brücke vorm Schloss Hoppenrade. Zwei Löwen, die Wache zu halten schienen. Immer ein Auge darauf gerichtet, dass niemand das Anwesen unerlaubt betrat. Mit den Tatzen fixierten sie die Wappen der einstigen Schlossbesitzer: von Heyden-Linden und von Wertherns. Aber Jahre später (1965) verschwanden die beiden Raubkatzen. Für immer? Jein!

Ein Löwe „lebte“ 31 Jahre in Stolzenhagen

Robert Rauh und Erik Lorenz blieben bei ihren Recherchen für das Buch „Fontanes Fünf Schlösser“ genau an dieser Geschichte hängen. In ihrem Werk, das vor einem Vierteljahr erschienen ist, wandeln sie auf den Spuren von Theodor Fontane, der 1889 sein Buch „Fünf Schlösser“ herausbrachte. Rauh und Lorenz recherchierten an den Schauplätzen, die sich auch Fontane ausgesucht hatte, und erzählten die Geschichte der Häuser weiter. Zu jenen fünf Schlössern zählen die in Hoppenrade und Liebenberg.
Im Epilog ihres Buches greifen sie die Geschichte der Löwen auf. Sie schreiben vom „Raub der Löwen“. Einen der Löwen nahm in jenem Jahr eine Berliner Ärztin gemeinsam mit ihrem Mann und einem Freund mit. Das Schloss sei verwahrlost gewesen, der Löwe – ein Kulturgut – hätte ihnen leidgetan. Er hätte ohnehin auf wackligen Füßen gestanden. Sie nahmen ihn mit. In einem Garten in Stolzenhagen überlebte er die nächsten 31 Jahre. Bis er nach der Wende dem neuen (privaten) Besitzer des Schlosses zurückgebracht wurde. Dort sitzt er im Keller und wartet noch auf seine Freilassung.

„Bitte lassen Sie graben!“

Die Buchautoren wollten aber auch wissen, wo der zweite Löwe abgeblieben ist. Sie sprachen mit einem Hoppenrader, der sich an seinen Jugendstreich erinnert und ihn inkognito erzählte. An einem Winterabend im Jahre 1965 war der damals Zwölfjährige mit einem Freund auf dem Schlossgelände unterwegs. Sie registrierten den fehlenden Löwen und meinten, auch den zweiten, den Werthern-Löwen, verschwinden lassen zu können. Sie schubsten ihn vom Sockel – in den darunter befindlichen Teich hinein. In den letzten Zeilen des Buches „Fontanes Fünf Schlösser“ bitten Robert Rauh und Erik Lorenz den derzeitigen Schlossbesitzer von Hardenberg schriftlich: „Lassen Sie bitte graben!“

„Die Löwengeschichte ist bisher DAS Highlight bei jeder Lesung“, so Robert Rauh. Er sagt an, dass es nun eine Fortsetzung gibt. „Graf Hardenberg hat jetzt – wie am Schluss unseres Buches angekündigt – tatsächlich nach dem Löwen graben lassen, ihn aber bisher nicht gefunden. Nun wird vermutet, dass er gar nicht im Teich liegt, sondern – vielleicht bei einer früheren Grabung – auch ’geraubt’ wurde, wie der andere Löwe.“

Die beiden Autoren sind brennend daran interessiert, wo sich der zweite Löwe befindet. Der Aufruf an mögliche Zeugen: „Wer weiß etwas über den verschwundenen Löwen? In der Hoffnung, auch er kehrt nach Hoppenrade zurück.“ Am Sonntag, 14.30 Uhr, wird es auf Schloss Liebenberg die nächste Lesung aus dem Buch Buch geben – und vielleicht neue Erkenntnisse.

Lesungen in der Region

Die nächste Lesung mit Robert Rauh wird am Sonntag, 11. Juni, 14.30 Uhr, im Saal des Schlosses Liebenberg stattfinden. Zu hören sein werden Passagen aus dem Buch „Fontanes Fünf Schlösser“. Der Eintritt ist frei. 

Auch nach Hoppenrade wird es Robert Rauh verschlagen. Für den 10. September haben sie sich angekündigt, um beim feierlichen Abschluss der 750-Jahr-Feier Hoppenrades dabei zu sein

Von Stefan Blumberg

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