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Tafelrunde mit Diskussion und Erbsensuppe

Oranienburg Tafelrunde mit Diskussion und Erbsensuppe

Der Arbeitslosenverband will am 6. Oktober in Oranienburg ein Zeichen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung setzen. Er lädt deshalb anlässlich des Tages für menschenwürdige Arbeit sowie anlässlich des Deutschen Tafeltages zu einer Diskussionsrunde ein. Danach gibt es Erbsensuppe aus der Gulaschkanone.

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Erbsensuppen-Koch Karsten Peter Schröder (l,), Viola Knerndel vom Arbeitslosenverband Oranienburg und der DGB-Gewerkschaftssekretär Detlef Almagro Velázquez vor einem Fahrzeug der Oranienburger Tafel.

Quelle: Bert Wittke

Oranienburg. Wenn der Vorsitzende Oberhavel-Kreistages Karsten Peter Schröder (SPD) aus Bärenklau die große Gulaschkanone anheizt, die rote Schürze umbindet und den Kochlöffel schwingt, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass der 7. Oktober naht. Dieses Datum steht für den Welttag für menschenwürdige Arbeit, der einst vom Internationalen Gewerkschaftsbund ins Leben gerufen wurde und sich 2017 zum zehnten Mal jährt. Der Arbeitslosenverband in Oranienburg nimmt diesen Tag sowie den 11. Deutschen Tafeltag, der eigentlich am 16. September begangen wird, zum Anlass, um auf sein Gelände in der Strelitzer Straße einzuladen. Dort soll in einer Woche, am 6. Oktober, ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und gegen die Ausgrenzung von Armut betroffener Menschen gesetzt werden. Beginn der Veranstaltung ist nicht zufällig 11.55 Uhr. „Unser Motto lautet auch dieses Jahr wieder: Es ist fünf Minuten vor 12“, klärt Viola Knerndel“, langjährige Leiterin der Einrichtung, auf. Bevor dort aber Erbsensuppe geschöpft wird, die Karsten Peter Schröder unter Mithilfe seiner Frau und mit vom DGB finanzierten Zutaten kredenzt, soll mit den Besuchern diskutiert werden. Darüber, dass, wie es DGB-Gewerkschaftssekretär Detlef Almagro Velázquez am Donnerstag beim Arbeitslosenverband zum Ausdruck brachte, es einer Gesellschaft nicht gut zu Gesicht stehe, wenn Leute von ihrer Hände Arbeit nicht leben können und Minijobs, Leih- und Zeitarbeit auf der Tagesordnung stehen. In Oberhavel liege die Zahl atypisch Beschäftigter bei 38,8 Prozent. Jeder vierte Arbeitnehmer sei hier von Teilzeitarbeit betroffen, darunter besonders viele Frauen. Die Quote der Minijobber (450 Euro) betrage 11,4 Prozent.

Zu den Gesprächspartnern, die am 6. Oktober auf das Gelände des Arbeitslosenverbandes kommen, gehören unter anderem Bernd Schulz, der einst das Jobcenter Oberhavel mit aufgebaut und viele Jahre geleitet hat, und Frank Techen, Regionsgeschäftsführer in der DGB-Region Ostbrandenburg. Und natürlich wird auch Viola Knerndel mit von der Partie sein, die aus eigener Erfahrung und aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit an der Spitze des Arbeitslosenverbandes und der Oranienburger Tafel eine Menge erzählen kann, was Leute bewegt, die von Armut betroffen und von der regelmäßigen Ausgabe von Lebensmitteln durch die Oranienburger Tafel abhängig sind. Und deren Zahl, so Viola Knerndel am Donnerstag, sei auch in Oberhavel unvermindert hoch. 2016 wurden bei der Tafel demnach Personen aus insgesamt 7305 Haushalten registriert. Bis August dieses Jahres seien es bereits 6790 Haushalte gewesen. Die Zahl der Tafelbesuche von Januar bis August 2017 betrage 37 161. Darunter 9471 Kinder. Besonders hoch sei die Zahl der Asylbewerber, die die Tafel dieses Jahr bereits aufgesucht haben, nämlich 10 801.

Am 6. Oktober sollen beim Arbeitslosenverband übrigens auch all jene Lebensmittel verteilt werden, die am Vortag bei der Stadtwette des Arbeitslosenverbandes mit Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (MAZ berichtete) von den Oranienburgern hoffentlich zahlreich zusammengetragen werden.

Von Bert Wittke

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