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Takeda setzt noch eins drauf

100-Millionen-Euro-Investition Takeda setzt noch eins drauf

Takeda investiert bis zum Jahr 2017 rund 100 Millionen Euro für die Erweiterung der Oranienburger Produktion. Das erste Viertel des neuen Gebäudes ist bereits fertig. Ab Mitte 2017 sollen die ersten Tabletten aus der neuen Halle kommen.

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Die Armierung für den nächsten Teil des Fundaments wird eingebaut.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Die Entscheidung zur Produktionserweiterung am Standort Oranienburg war im Takeda-Konzern vor anderthalb Jahren gefallen. Heute wachsen das „P-Modul“ (Produktionshalle) und das „M-Modul“ (Multifunktionshalle), wie es Hans-Joachim Kaatz beschreibt, an der Lehnitzstraße in die Höhe. 100 Millionen Euro investiert der Pharmariese bis Mitte 2017, dann soll die neue Halle nahtlos in die Produktion von Tabletten und Kapseln einbezogen sein. „Eine Investition, die Standortsicherheit gibt, aber auch ein Stück Zukunft für die Stadt und die Region“, so der Senior-Chef des Unternehmens und Leiter des Erweiterungsbaus. „Viele regionale Firmen partizipieren auch jetzt schon beim Bau“, so Architekt Christoph Bräutigam, so liefert unter anderem Havelbeton zu.

Verschweißte Kunststoffbahnen dichten den Boden unter dem künftigen Gebäuden ab. Sie sollen den Neubau vor möglichen Ausgasungen aus dem Boden schützen. Die Bodenplatte für die beiden Gebäude wird in vier Segmenten gegossen. Das erste Viertel ist fertig. 1,35 Meter stark ist die Platte. 2000 Kubikmeter Zement stecken allein im ersten Teil. Inzwischen liegt überall gebündelte Stahlarmierung: Insgesamt rund 1300 Tonnen werden benötigt. Wachsen auf den ersten Teil erste Wände in die Höhe, ist auf dem letzten Segment noch die Abdichtplane zu sehen.

Drei Kräne drehen sich über der Baustelle. Der Größte steht in der Mitte und ist am „Fuß“ einbetoniert. Eine Methode, die so häufig nicht praktiziert wird, erklärt Bräutigam, aber den Vorteil biete, „schwerste Teile über die gesamte Fläche gut reinheben zu können“. Zum Schluss wird der 55-Meter- Kran mit 60-Meter-Ausleger übers Dach herausgezogen. Der „Fuß“ verbleibt im Fundament.

Optisch wird sich der Erweiterungsbau den beiden vorhanden Hallen anpassen und „auch direkt andocken“, so Hans-Joachim Kaatz. „Aber die Produktionshalle wird zehn Meter länger.“ Grund: Ab 2017 sind neue Zahlencodes auf den Verpackungen Pflicht, um die Produkte und Medikamente fälschungssicher zu machen. Deshalb braucht es zusätzliche Maschinen, deshalb wird die Halle länger. Im multifunktionalen M-Modul kommen fünf Verpackungslinien, Sozialräume und Schleusen zu den Reinräumen unter. Insgesamt baut Takeda auf „Vorrat“: „Wir werden mit dem Anbau die nächsten zehn Jahre hinkommen“, schätzt Kaatz, der von 180 neuen Arbeits- und Ausbildungsplätzen ab 2017 ausgeht.

Für Hans-Joachim Kaatz ist die Bauleitung der Abschluss eines langen und erfolgreichen Berufslebens. Seit 1974 arbeitet er im Unternehmen. Nach dem Mathematikstudium in Berlin begann er im Pharmawerk in der „wissenschaftlichen Arbeitsorganisation“, stieg zum Direktor für Ökonomie und Betriebsleiter auf. Als nach der Wende „Teil eins des Neubaus entstand, hätten ich mir nie den Bau eines 2. Modul träumen lassen. Jetzt entstehe das dritte. Ein gutes Zeichen. Und der Konzern weiß, was er an Oranienburg hat.“
Drei Kameras ermöglichen Hans-Joachim Kaatz den Überblick über „seine“ Baustelle vom Schreibtisch aus: „Jeden Morgen sehe ich, wie es vorangeht.“

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