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Tanzen gegen Tierfabriken im Katharinenhof

Gransee Tanzen gegen Tierfabriken im Katharinenhof

Am 16. Oktober ist die Genehmigung für die geplante industrielle Schweinemastanlage in Hassleben vom Potsdamer Verwaltungsgericht aufgehoben worden. Sehr zur Freude der Kläger, die 13 Jahre lang für dieses Urteil gekämpft hatten. Nun wollen sie feiern: Im Katharinenhof in Gransee. Und das hat einen ganz bestimmten Hintergrund.

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Austragungsort für die Erfolgsfeier – der Katharinenhof in Gransee.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Es war ein harter Kampf: 13 Jahre lang investierten sie Energie, Geld, Zeit und Kreativität. Am 16. Oktober 2017 kam die Erlösung: Die Genehmigung für die geplante industrielle Schweinemastanlage in Hassleben ist vom Potsdamer Verwaltungsgericht aufgehoben worden. Gransee soll Schauplatz der Feier des Triumphes sein.

Reinhild Benning schlug den Katharinenhof für die Feier vor

„Sie“ sind die klagenden Verbände: Der Bund Brandenburg, der Nabu Brandenburg und der Deutsche Tierschutzbund. Unterstützt wurde die Klage von zahlreichen Privatpersonen, Bürgerinitiativen und der Albert-Schweitzer-Stiftung. Nun wollen sie ihren Erfolg mit der Veranstaltung „Tanzen gegen Tierfabriken“ am Freitag, den 8. Dezember, im Katharinenhof in Gransee feiern. Vorgeschlagen hat den Ort die Granseerin Reinhild Benning. Sie setzt sich seit Bekanntwerden der Planung der Schweinemastanlage im Bund für Umwelt-und Naturschutz gegen die Gründung dieser ein. Bewusst hat sie den ehemaligen Obsthof in der Gemeinde ausgesucht:„Gransee liegt ebenso wie Hassleben in einer wunderschönen Region Brandenburgs. Um diese Schönheit zu verteidigen und den Sieg über Hasslebens Schweinemast zu feiern, ist der Katharinenhof perfekt geeignet.“ Der Katharinenhof-Verein, in dem sie selbst Mitglied ist, stelle seine Räume gern zur Verfügung, da „sein Anliegen ist, die Natur intakt zu halten und über die Naturzusammenhänge zu informieren“, sagt Benning.

Der „Tanz gegen Tierfabriken“ soll für neue Motivation sorgen

Parties sind normalerweise nicht das Element von Umwelt- und Tierschützern, doch in diesem Fall muss die Feier sein, erklärt Sybilla Keitel, die ebenfalls gemeinsam mit ihrem Mann Gert Müller seit Beginn der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“ im Jahre 2004 mitwirkt: „Wir haben so lange gekämpft, natürlich müssen wir unseren Erfolg jetzt auch mal feiern und ausgelassen sein. Wir können ja nicht immer nur diskutieren, da würde man ja wahnsinnig werden“, sagt Keitel. Gleichzeitig sieht sie das Fest als Motivationsschub und Vernetzungsmöglichkeit: „Für die Agrarwende brauchen wir ordentlich Schubkraft und dafür die geballte Kraft der landesweiten Bürgerinitiativen. Das wird nichts, wenn wir schlecht gelaunt und demotiviert sind.“

Herber Rückschlag durch die Urteilsbegründung

Doch mit aller Freude schwingt auch Enttäuschung mit: Hassleben sollte ursprünglich ein Präzedenzfall für den Kampf gegen weitere Massentieranlagen wie etwa in Vetschau oder Tornitz werden. Doch das Verwaltungsgericht Potsdam hob die Genehmigung für die Schweinemastanlage aus bauplanungsrechtlichen Gründen auf. Ein herber Rückschlag für die Umweltaktivisten. Schließlich reichten laut Keitel die Verstöße gegen die Brand-, die Umwelt- und die Tierschutzrichtlinien bei Weitem aus, um den Wiederaufbau der ehemaligen DDR-Schweinemastanlage zu stoppen. Doch bei einer – ihrer Meinung nach sehr unwahrscheinlichen – Berufung würden die Kläger diese Trümpfe ausspielen.

Motto: Stark für die Agrarwende

Die Feier auf dem Katharinenhof findet unter dem Motto „Stellen wir alle Hebel auf Agrarwende: für eine saustarke Schubumkehr am 8. Dezember“ statt. Für ausreichend Partystimmung haben die Veranstalter gesorgt: Die Irish-Folk-Band Green Meadow macht den Auftakt, anschließend werden Partyhits gespielt. Für das Festbuffet sind die Gäste selbst verantwortlich, um vegane oder vegetarische Speisen wird gebeten. Zu der privaten Feier eingeladen sind diejenigen, die zum Erfolg über die Massentierhaltung in Haßleben beigetragen haben und künftig im Aktionsbündnis weitere Erfolge erzielen wollen. Um Anmeldung unter kontakt@stoppt-den-megastall.de wird gebeten.

Von Josefine Kühnel

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