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Tanzende Schleier am Nachthimmel

Velten/Lillehammer Tanzende Schleier am Nachthimmel

Jennifer Diehl aus Velten verbringt gerade ein Auslandssemester in Norwegen. Die 21-Jährige will die Welt erkunden – im Norden Europas ist sie besonders von den Polarlichtern fasziniert und erzählt, dass eine typisch deutsche Leberwurststulle auch in Lillehammer beliebt ist.

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Richtige Frühlingsbilder sind in Norwegen zumindest noch nicht möglich. „Ende März hatte es noch einmal richtig geschneit“, so Jennifer Diehl.

Quelle: Fotos: privat

Velten/Lillehammer. Anfang März wird der Nachthimmel mit scheinbar fluoreszierenden Streifen bedeckt, die sich bewegen wie in einem Kaleidoskop: Polarlichter, auch Aurora Borealis oder Northern Lights genannt. Jennifer Diehl aus Velten hat sie gesehen – während ihres Auslandssemesters, das sie gerade in Norwegen verbringt. Das Naturspektakel konnte sie in der Stadt Tromsø, etwa 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, erleben. Hier gibt es nicht nur die nördlichste Universität, sondern auch die nördlichste Kathedrale der Welt – und eben Polarlichter.

„Wir waren überglücklich, sie sehen zu können“, erzählt die 21-Jährige. Doch der Weg dahin war beschwerlich. Insgesamt fast 15 Kilometer ist sie mit anderen jungen Frauen gelaufen, um störenden Lichtquellen zu entkommen. Etwa zwei Stunden sahen sie die bunten Lichter am Himmel. „In dem Moment ist es ungewöhnlich und gleichzeitig faszinierend“, beschreibt sie diesen Wow-Effekt.

Faszinierende Polarlichter

Faszinierende Polarlichter.

Quelle: privat

Doch ist das Phänomen wirklich alienhaft grün? „Man sieht eher einen grau-silber-weißen Schleier, der tanzt“, sagt sie. Erst durch die Kamera würden die Lichter dann grünlich erscheinen. Nach dem Abitur am Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf hat sie die Northern Lights schon einmal gesehen – in Kanada, wo sie 2014/15 das Land erkundete. In Norwegen sei es jedoch ein anderes Erlebnis gewesen, „viel heller und größer.“

Am 17. Januar ist Jennifer Diehl bei Minus 16 Grad Celsius in Norwegen angekommen. Sie will ihr Fernweh stillen, neue Erfahrungen machen, andere Kulturen kennen lernen. Warum nicht Oslo? „Ich wollte die Reise mit meiner Liebe zum Ski- und Snowboardfahren verbinden, daher meine Entscheidung für Lillehammer.“ Hier gibt es Möglichkeiten, dem Hobby nachzugehen – und zu studieren.

Schnee über Schnee

Schnee über Schnee. Norwegen ist ein kaltes Land, der Frühling kommt nur schleichend.

Quelle: privat

Während ihres Kanadaaufenthalts startete sie ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie. Ihren Abschluss machte sie in Salzburg. „Danach habe ich mich tiefer in die Wirtschaft gestürzt.“ Studiengang: International Business Management (in englischer Sprache) an einer privaten Hochschule in Berlin. Allerdings sei das kein reines BWL, es gehe in die internationale Richtung.

„Zu meinem Studium gehört ein Pflichtauslandssemester als Praxisphase“, erklärt sie ihren Lillehammer-Aufenthalt. An der Hochschule Lillehammer (HiL) als eine von 3000 Studenten hat sie Traumstudienkurse in Psychologie belegt – „womit ich eine Verbindung zu meinem Fernstudium schaffe.“

Einfach das Leben genießen

Einfach das Leben genießen: Jennifer Diehl lebt den Moment – und hält ihn fotografisch fest.

Quelle: privat

Mit ihren Englischkenntnissen kommt Jennifer Diehl in Lillehammer, das etwa doppelt so groß ist wie Velten, gut zurecht. Mit vier Erasmus-Studenten lernt sie das gesprochene Norwegisch. „Es gibt zwei Schriftsprachen“, erklärt sie, „ein Standard-Norwegisch wie bei uns Hochdeutsch gibt es aber nicht.“ Dafür sehr viele Dialekte. „Wir lernen den Oslo-Style.“ Auch mit Hilfe von Apps. „Ansonsten kann man viele Begriffe aus dem Deutschen oder Holländischen ableiten.“ So heißt „joggebuk“ Jogginghose, „kirke“ Kirche und„forstiktig“ vorsichtig.

Doch Norwegen ist kein billiges Pflaster. „Aldipreise sucht man hier vergebens.“ Dafür ist das Essen lecker. Wobei Jennifer Diehl meist vegan kocht, was in Norwegen nicht ganz so verbreitet ist. Ihr Eindruck vom dortigen Essen: „Viel mit Kartoffeln, klassische Stulle und Leberwurst sind ganz typisch.“ Ebenfalls beliebt: Hveteboller (Hefebrötchen mit Rosinen), natürlich dünnes Knäckebrot und Karamellkäse („Brunost“). „Den muss man mögen, ich kann gut darauf verzichten.“

Symbolträchtig

Symbolträchtig: Die Veltenerin umarmt die Welt.

Quelle: privat

Wo geht es nach Norwegen beruflich hin für die 21-Jährige? Ursprünglich wollte sie nach ihrem Studium „fest ins Berufsleben einsteigen“. Ziel: Führungsposition in einem internationalen Unternehmen. Aktuell blühe sie aber in der Psychologie auf. „Ich lebe nach dem Motto: Everything happens for a reason.“ Alles geschieht aus einem Grund oder: Nichts passiert grundlos. „Ich werde garantiert irgendwo landen, wo ich es vorher nicht erwartet hätte“, sagt Jennifer Diehl. Sie ist gespannt, welche Türen sich in nächster Zeit noch öffnen werden. Vielleicht weisen ja sogar die Polarlichter den Weg.

Jennifer Diehl hält Interessierte auf ihrem Blog auf dem Laufenden: jennyaufundwiederweg.auslandsblog.de

Von Marco Winkler

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