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Tattoo-Skandal: Chef stellt sich vor Bademeister

Spaßbad in Oranienburg Tattoo-Skandal: Chef stellt sich vor Bademeister

Ein Mann mit geschmacklosem KZ-Tattoo hat am Sonnabend das Oranienburger Spaßbad Turm-Erlebniscity besucht. Der Fall schlug hohe Wellen, weil ein zuständiger Bademeister den Mann nicht sofort aus dem Bad geworfen hatte. Nun verteidigt sein Chef das Vorgehen des Bademeisters.

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Der KZ-Spruch auf Rücken und Hüftgold empörte einen Besucher. Am Ende musste der Tattooträger das Turm-Spaßbad verlassen.

Quelle: Screenshot / Facebook

Oranienburg. Am Sonnabend besuchte ein Mann mit Nazi-Tattoo die Turm-Erlebniscity in Oranienburg, der Vorfall wurde am Mittwoch und Donnerstag von vielen Medien aufgegriffen und schlug Wellen der Empörung. Auf der MAZ-Facebook-Seite äußerten sich viele Nutzer entsetzt, der Beitrag wurde fast 100 Mal geteilt und erreichte innerhalb eines Tages um die 40.000 Menschen.

Bademeister hätte den Gast nicht rauswerfen können

Kay Duberow, Geschäftsführer der Stadtservice Oranienburg GmbH, nimmt nun den zuständigen Bademeister in Schutz, der laut den Zeitungsberichten nicht auf den Hinweis eines Badegastes reagiert haben soll. Er sollte den umstrittenen Gast, der die Silhouette eines Konzentrationslagers samt des zynischen Nazispruches „Jedem das Seine“ auf dem Rücken trägt, aus dem Bad werfen. Der Bademeister hätte den Gast überhaupt nicht eigenhändig rauswerfen dürfen, so Duberow. „Er darf das Becken nicht aus den Augen lassen, solange dort Badebetrieb herrscht.“ Stattdessen habe der Bademeister richtig gehandelt und einen zuständigen Beauftragten der Geschäftsführung informiert, der wiederum sofort bei der Kriminalpolizei in Oranienburg angerufen habe. Die Kripo habe sich genau danach erkundigt, was auf dem Tattoo des Mannes zu sehen sei. „Sie haben dann die Auskunft erteilt, dass es sich bei der Silhouette nicht um ein verfassungsfeindliches Symbol handelt und wir deshalb auch keine Anzeigen erstatten können“, erklärt Kay Duberow. Dass nun dennoch Anzeige gegen den Mann erstattet wurde, verwundert Duberow. „Ich weiß nicht, ob die Staatsanwaltschaft dieselbe Auffassung hat wie die Kripo“, so der Turm-Chef.

Gast wurde vor die Wahl gestellt: T-Shirt an oder gehen

Nach dem Telefonat sei der Gast mit dem Tattoo, der mit seinem kleinen Sohn im Spaßbad war, dennoch aufgefordert worden, entweder ein T-Shirt anzuziehen oder das Bad umgehend zu verlassen. Der Gast habe sich daraufhin entschieden, das Haus zu verlassen. „An dieser Stelle haben wir also mehr getan als wir – rein rechtlich – hätten tun müssen“, erklärt Kay Duberow. Dass zwischen dem Entdecken des Tattoos und dem Rauswurf etwa eine halbe Stunde verging, erklärt der Turm-Chef neben dem Telefonat mit der Kripo auch damit, dass man den Badegast anschließend erst einmal wiederfinden musste. „Zu dem Zeitpunkt waren ja ein paar hundert Gäste im Bad.“

Kay Duberow stellt klar, dass solche Tattoos im Spaßbad nichts zu suchen haben. „Wir sind ein Freizeitunternehmen und stehen mit beiden Beinen auf demokratischem Boden.“

Von Marco Paetzel

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