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Oberhavel Taucher bergen Totholz aus dem Langen Trödel
Lokales Oberhavel Taucher bergen Totholz aus dem Langen Trödel
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20:00 22.07.2016
Eine Spezialfirma ist mit Tauchern auf dem Langen Trödel unterwegs. Quelle: Robert Roeske
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Liebenwalde

Der Andrang der Boote vor der Klappbrücke in Liebenwalde, hält sich in Grenzen. Auch im Stadthafen herrscht am Freitag gähnende Leere. Am spannendsten im Langen Trödel sind wohl gerade zwei blaue Pontons und die Taucher in der Fahrrinne.

Erst am 16. Juni war der Lange Trödel mit großem Wirbel eröffnet worden. Lange, lange hatten die touristischen Akteure darauf warten müssen. Doch kurze Zeit später wurde die Freude schon wieder ein wenig getrübt. Die ersten Unterhaltungsmaßnahmen begannen vor zwei Wochen.

Schon wenige Tage nach der Eröffnung hatten sich die ersten Bootsführer gemeldet und von Totholz und anderen Gefahrenstellen in der Fahrrinne berichtet. Seither kämpfen sich zwei Taucherteams durch den Kanal. „Sie suchen den Langen Trödel nach so genannten Grundgängern ab“, sagt Jörn Lehmann, Bürgermeister von Liebenwalde. Er hat den Hut auf. Die Stadt Liebenwalde, die Gemeinde Wandlitz und der Landkreis Barnim sind für die Unterhaltung und den Betrieb des zehn Kilometer Abschnittes des Finowkanals zuständig.

„Achtung“ steht an der Klappbrücke in Liebenwalde. Maximal 80 Zentimeter Tiefgang dürfen die Boote haben, die durch den Langen Trödel wollen. Quelle: Robert Roeske

„Der Kanal ist schließlich 90 Jahre nicht befahren worden“, erzählt Lehmann. Nachdem die ersten Schiffe durchgefahren sind, ist Totholz nachgerutscht. Das gefährliche für die Bootsführer sind aber die Grundgänger. Das ist über Jahrzehnte vollgesaugtes Holz, das weder auf der Kanalsohle liegt, noch an der Oberfläche schwimmt. Es schwebt im Wasser und ist nicht zu sehen. „Man muss sich das vorstellen, wie kleine Torpedos“, sagt Lehmann. Aus diesem Grund darf der Trödel bis auf weiteres nur von Booten mit einem maximalen Tiefgang von 80 Zentimetern und mit vier Km/h befahren werden. Zugelassen ist der Trödel für 1,40 Meter Tiefgang und sechs Km/h.

Die Taucher der Firma Tai-Tech aus Pasewalk kommen nur langsam voran. Der erste Trupp hat etwa einen Kilometer vom Stadthafen aus gesehen geschafft.

Christian Hinkerohe ist Tauchmeister und der Geschäftsführende Gesellschafter der Firma Tai-Tech Gmbh aus Pasewalk. Quelle: Roeske

„Wir haben ja keine karibischen Verhältnisse hier“, sagt Christian Hinkerohe, der Geschäftsführer der Firma Tai-Tech. Die Taucher tappen praktisch im Dunkel, sobald der Schlamm auf dem Grund einmal aufgewirbelt ist. Die Grundgänger können sie nur ertasten. Aber auf diese Weise wandern auch andere Gegenstände ans Tageslicht, die nicht in die Fahrrinne gehören. Auf dem Haufen im Hafen liegen außer Holzstämmen schon Autoräder, Fahrradgestelle und verbeulte Kochtöpfe. Die Firma hat extra Technik eingesetzt, die den Tourismus nicht beeinträchtigt. Der Ponton mit den Gerätschaften darauf hat nur 20 Zentimeter Tiefgang und kann nahe am Ufer fahren. Die Sportboote werden nicht gestört.

Die Taucher haben schon etliches aus dem Langen Trödel gefischt. Quelle: Roeske

„Wir lassen bei dieser Gelegenheit das Lichtwellenkabel gleich mit kontrollieren“, sagt Lehmann. Auf der Sohle des Trödels liegt das Kabel geschützt in einem Rohr, das mit Schellen an einem Stahlseil befestigt ist. Das Gewicht des Seils soll das Rohr auf dem Grund halten.

Mit einer Messlatte kontrolliert der Taucher, ob das Lichtwellenkabel noch ordnungsgemäß befestigt ist und tief genug liegt. Quelle: Robert Roeske

Mit einer Messlatte tasten sich die Taucher Meter für Meter über das Rohr und sehen, ob es tief genug liegt. „Bisher haben wir noch keinen Schaden entdeckt“, berichtet der Tauchermeister. Zwei Teams mit je vier Mann arbeiten sich durch den Kanal. Wie lange die Arbeiten und damit die Einschränkungen noch dauern, kann keiner sagen.

Als der Lange Trödel saniert worden ist, war auch die Fahrrinne ausgebaggert worden. Ob man nicht damals schon mehr Grundgänger und Totholz hätte finden können, kann Jörn Lehmann nicht einschätzen . „Wir hatten mit der Firma Streicher eine Fachfirma hier“, meint Lehmann. Zudem habe es eine Bauüberwachung und eine Endabnahme gegeben. „Wir müssen uns einfach angucken, was jetzt bei den Arbeiten festgestellt wird.“

Dass durch die Einschränkungen nun weniger Boote den Langen Trödel befahren als erhofft, kann schon sein. „Wir setzen unsere Hoffnungen in eine gute nächste Saison“, sagt Lehmann.

Von Andrea Kathert

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