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Tausende Aale eingesetzt

Himmelpfort Tausende Aale eingesetzt

Die Seen rund um Himmelpfort erhielten am Donnerstag einen frischen Bestand an Aalen. Etwa 46 000 Jungaale wurden eingesetzt. Ziel ist es, den Bestand an Allen im Elbeeinzugsgebiet zu erhalten. Die hiesigen Gewässer gehören mit dazu.

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Eimerweise junge Aale transportierten die Fischer Oliver Naatz (vorn) und Matthias Winkler vom Lkw zum Stolpsee.

Quelle: Stefan Blumberg

Himmelpfort. Sie haben einen weiten Weg hinter sich. Mehr als 5000 Kilometer legten die Mini-Aale zurück, um letztlich in den Brandenburger Gewässern ausgesetzt zu werden. Ihr Laichgebiet ist offensichtlich die Sargassosee im Golf von Mexiko. Gefangen wurden sie als Glasaale an den französischen Küsten, um sie in der deutschen Angelfarm in Haren (Emsland) bis auf sieben Gramm zu mästen. Glasaale werden sie genannt, weil sie durchsichtig sind und man Herz, Wirbelsäule und Darmtrakt mit bloßem Auge erkennen kann. Gestern fanden 325 000 Jungaale in Brandenburger Gewässern ein neues Zuhause; darunter in den Seen um Himmelpfort. Hier wurden 46 000 kleine Aale (323 Kilogramm) – sie besitzen eine Länge von etwa zwölf Zentimetern – von den Fischern Matthias Winkler und Oliver Naatz vom Behälter auf dem Lastkraftwagen ins hiesige Wasser befördert. Auch nach Templin, Lychen und Wandlitz wurden welche verfrachtet. „Ich habe sie erst einmal an den Reusen ausgesetzt, damit sie – hoffentlich – vorerst Schutz haben. In den ersten Tagen liegen sie sowieso herum, ehe sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben“, sagt Matthias Winkler. Jetzt brauchen sie etwa zehn Jahre, ehe sie eine angemessene Fanggröße haben. Unter 50 Zentimeter soll das nicht sein, so Ronald Menzel. Er leitet das von der Fischereischutzgenossenschaft Brandenburg umgesetzte Pilotprojekt. 80 Fischereibetriebe und der Landesanglerverband beteiligten sich daran.

„80 Prozent Förderung da kann man nichts falsch machen“

Gemacht wird das alles, um den europäischen Aalbestand zu sichern. „Besatz ist die effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des Aalbestandes“, sagt Ronald Menzel. 80 Prozent der Kosten stammen aus Fördermitteln (75 Prozent von der EU, 25 Prozent vom Land). 20 Prozent müssen die Pächter der Gewässer selbst tragen. „Da mache ich immer mit“, sagt Klaus-Peter Gensch, seit dem Jahr 2000 Pächter der Seen um Himmelpfort. „Bei 80 Prozent Förderung kann man nichts falsch machen.“ Er machte die Erfahrung, dass vom Gewicht her mindestens so viele Aale herausgeholt wie eingesetzt werden. „Wenn wir in zehn Jahren genau so viele Aale fangen wie jetzt, dann haben wir alles richtig gemacht.“

„Die Aale vermehren sich in unseren Gewässern nicht“, so Ronald Menzel. Die alten Aale würden irgendwann wegsterben. Das Land Brandenburg leiste einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung des Aalmanagementplanes für das Flusseinzugsgebiet der Elbe. Ziel ist es, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach ihrem acht- bis 15-jährigen Leben im Binnengewässer die Rückwanderung in die Laichgebiete antreten und erfolgreich zur Reproduktion des Aalbestandes beitragen.

Die jetzt ausgesetzten, sieben Gramm leichten Aale sind bereits dreieinhalb Jahre alt. Sie werden nun entsprechend der Größe der von der Fischerei Gensch bewirtschafteten Seen anteilig mit den Jungaalen bestückt. Für Matthias Winkler ist klar: „Wenn die Seen nicht mit Aalen bestückt werden, wird es bald keine mehr geben.“

Von Stefan Blumberg

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