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Tausende wollen die Dinos sehen

Germendorfer Tierpark sehr beliebt Tausende wollen die Dinos sehen

Horst Eichholz ist jetzt 83 Jahre und hätte allen Grund, endlich kürzer zu treten. Doch der Chef des Germendorfer Tier- und Freizeitparks denkt gar nicht daran. Vor 15 Jahren hatte er den Germendorfern versprochen, einen Tierpark zu bauen. Heute strömen an den Wochenenden tausende Besucher in den Park. Und die Ideen gehen Eichholz noch lange nicht aus.

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Großer Besuchermagnet ist inzwischen der Saurierpark

Quelle: Björn Bethe

Germendorf. „Im Moment sind wir ein Dinopark. Mein Vorhaben ist: Wir bauen weiter. So lange, bis wir DER Dinopark in Deutschland sind. Wenn ich das noch durchsetzen kann ...“

Horst Eichholz lächelt kurz, dann zieht er an der für ihn unvermeidlichen Zigarette und lässt den Blick wieder über den Waldsee vor seinem Büro schweifen. 83 ist er nun. Und denkt nicht daran, aufzuhören. Zwar werde dieser Tage die offizielle Übergabe der Geschäfte an Sohn Torsten vorbereitet. Der „Alte“, wie er von den Angestellten manchmal leise genannt wird, zieht sich jedoch nicht zurück. Er bleibt. „Beratend“, erklärt er selbst.

Tierparkbetreiber Horst Eichholz hat noch viele Ideen und will auch mit 83 Jahren nicht die Hände in den Schoß legen

Tierparkbetreiber Horst Eichholz hat noch viele Ideen und will auch mit 83 Jahren nicht die Hände in den Schoß legen.

Quelle: Björn Bethe

Sein Geld verdient hat er nach der Wende mit dem Abbau von Kies und Sand für den Bauboom der 1990er-Jahre in den Germendorfer Gruben. Nebenbei war er selbst Bauherr von mehr als 40 Wohnhäusern und einem Hotel am Waldsee. Aber anstatt sich dann mit Ende 60 zur verdienten Ruhe zu setzen, musste noch etwas Neues her. Die Idee vom Tierpark war ihm schon früher gekommen, als er zu DDR-Zeiten den Autobahnsee bei Velten betreute. „Ich habe was gesucht, was in der kalten Jahreszeit Besucher anzieht“, erinnert er sich. Die Reaktion der Partei war jedoch deutlich: „Hör auf zu träumen, Eichholz!“, hieß es. Fall erledigt.

Aber der Fall war ganz und gar nicht erledigt, nur vertagt. Auf den 30. Juni 2000. Da bekam Eichholz die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatgemeinde Germendorf verliehen. Am 25. Januar 2010 folgte die der Stadt Oranienburg, in der Germendorf mittlerweile eingemeindet war. „Ich hab mich so gefreut und spontan gesagt: ´Liebe Germendorfer, ich baue uns einen Tierpark´“, schildert er den spontanen Ausbruch vor 15 Jahren.

Aus der spontanen Idee ist ein richtiger Tierpark mit viele Rassen geworden

Aus der spontanen Idee ist ein richtiger Tierpark mit viele Rassen geworden.

Quelle: Björn Bethe

Und wie immer bei neuen Projekten heißt es am Anfang: Lernen. Dieses Mal nannte sich das Fach Waldwirtschaft. „Es waren ja nur Müllkuten hier“. Zu DDR-Zeiten waren die zum VEB Kabau gehörigen Kiesgruben offen und für jedermann zugänglich. Die Leute konnten sich ihren Sand selbst holen – und Dreck abladen. Heute kann in den einstigen Kiesgruben wieder sorglos gebadet werden. Die Wasserqualität sei 1A.

Der Weg dahin war langwierig: Auf zwölf Hektar Fläche startete Eichholz. Drei Angestellte dazu, eine Handvoll Lamas, Ziegen, Kaninchen und Meerschweine. Ein Streichelzoo eben. Heute sind fast 70 Hektar ehemaliger Gruben mit Tier- und Dinopark bebaut. Und ein halber Besuchstag reicht gerade, um eine Runde durch die riesige Anlage zu drehen. Knapp 40 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, den Betrieb am Laufen zu halten. Rund 30 weitere sind es im Hotel, den Imbissen und im Museum. Dutzende Arten von Tieren locken Besucher an - und damit sind nicht nur die „aktiv“ gehaltenen gemeint.

Mittlerweile horstet der Seeadler auf dem Gelände, kommen Kraniche und Fasanen vorbei. Auch Uhu und Falke, Habicht und Eisvogel haben neben den Volieren, Käfigen und Gattern eine neue Heimat gefunden. Und natürlich auch Futter, was sich vor allem die Greife auch aus dem Nachwuchs des Parkbestandes räubern. Trotzdem: „Es macht ja so einen Spaß mit Tieren. Obwohl ich fast aufpassen muss, dass es nicht mehr Arten werden. Sonst kommt noch der Naturschutz“, schmunzelt der Seniorchef. Und staunt, wie sich die Natur alles wiederholt, was vor nicht allzu vielen Jahren noch karge Mondlandschaft war, wie sie der Tagebau nun mal hinterlässt.

Mehr als vier Millionen Euro sind über die Jahre in den Germendorfer Park investiert worden. Ein Großteil der Gewinne aus Kies- und Sandabbau. Der läuft übrigens aus. „Ich habe zwar noch Bergbau-Genehmigungen bis 2033, aber die letzten noch vorhandenen Flächen wandele ich in Mischwald um. Interesse am weiteren Abbau habe ich keines mehr“, betont Horst Eichholz.

Dafür hat er Interesse an seinem Dinopark. Der Tierpark gehört er zu den kleineren und soll auch nicht viel größer werden. Aber den Dinopark mit seinen teils dutzende Meter hohen und lebensecht bemalten Figuren, den will er noch verschönern. Mehr als 100 wurden angeschafft. Nun wird daran gearbeitet, deren unmittelbares Umfeld zu verschönern. Sein Ziel ist es, sich noch mehr als Familienpark zu etablieren, noch mehr Stammgäste zu gewinnen und vielleicht noch in diesem Jahr die Marke von 500 000 Besuchern zu knacken. Hetzen lassen wird er sich auf dem Weg dahin jedenfalls nicht. Das tat er nie. Eile mit Weile, mag ein Sprichwort sein, das ihn treffend beschreibt. Denn natürlich hätte der Park viel schneller entstehen können. Mit Fördermitteln. Darauf verzichtete der Unternehmer aber. „Und solange Manitou es duldet, mache ich so weiter“, lächelt er.

Das Programm

Ein buntes Programm haben sich der Betreiber und die Mitarbeiter des Tier- und Freizeitparks einfallen lassen, um das 15-jährige Jubiläum der Anlage rund um die Waldseen würdig zu feiern. Das Ganze findet statt am Sonnabend, 21. Juni. Los geht es um 10 Uhr.

Dann spielt die Combo des Landespolizeiorchesters bis 12 Uhr. Es folgt Radio Teddy mit Maskottchen und Tierparkquiz. Dazu kommen Besucherkinder auf die Bühne.

Ab 12.30 Uhr gestalten die Berlin Crazy Traps und die Fehrbelliner Crazy Tanzkonder für eine Stunde das Programm.

Bis 14.15 Uhr folgen die Fothamockaz, eine Showtanzgruppe, die Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften in dieser Disziplin erkämpfte.

Ab 14. 15 Uhr stehen wieder die Berlin Crazy Traps und die Fehrbelliner Crazy Tanzkinder auf der Bühne, dieses Mal verstärkt von der Clownerieaktion mit Hund Manolito.

Die Stunde zwischen 15 und 16 Uhr gestalten Frank und seiner Freunde.

Ab 17 Uhr ist die Kreismusikschule Oranienburg zu sehen und vor allem zu hören, ehe später die Don Kosaken stimmgewaltig singen.

Mit dem Beginn der Dämmerung ist der Festtag dann spätestens beendet, Feuerwerk, Lasershow und ähnliches verbieten sich angesichts der vielen tierischen Bewohner des Parks von selbst.

Von Björn Bethe

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