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Tempo-30-Beschluss entrüstet die Wirtschaft

Oranienburg Tempo-30-Beschluss entrüstet die Wirtschaft

Nach dem Beschluss der Stadtverordneten, für ein Jahr auf den Hauptstraßen der Oranienburger Innenstadt Tempo 30 vorzuschreiben, klingeln bei IHK, Handwerkskammer, Mittelstandsverband und Wirtschaftsjunioren die Telefone heiß. Es hagelt Proteste.

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Machten im Auftrag von Handwerks- und Baufirmen und Dienstleistern ihrem Ärger Luft über das Tempolimit.


Oranienburg. Die Entscheidung sei undurchdacht, bringe nichts und beschere der Wirtschaft vor allem Mehrkosten, fasst Philipp Gall, Leiter des IHK-Regionalcenters in der Breiten Straße 1 zusammen. Nach dem Beschluss vom Montagabend, auf Oranienburgs Hauptstraßen für eine Testphase von einem Jahr Tempo-30 vorzuschreiben, „gab es einen Sturm der Entrüstung“. Telefone klingelten ununterbrochen, die Liste der Mails sei endlos lang, bestätigte auch Dirk Müller, Präsidiumsmitglied der IHK. So fürchteten die Unternehmen vor allem Umsatzeinbußen. Da es langsamer durch die Stadt gehe, brauche man mehr Arbeitszeit und Fahrzeuge, die zum Beispiel die Baustellen beliefern. Andere äußerten ihre Sorge, dass Kunden+ künftig die City meiden, statt hier einzukaufen.

Auch die IHK war in die Workshops zur Vorbereitung des Verkehrsentwicklungsplanes bis 2025 zwar einbezogen gewesen und habe sich positioniert, „aber der Plan lag ein Jahr auf Eis und ist nun plötzlich durchgedrückt worden, ohne uns noch einmal zu fragen“, ärgert sich Gall. In der Debatte haben man zum Beispiel darauf hingewiesen, dass es jetzt schon mit durchschnittlich nur 27 Stundenkilometern durch die Innenstadt geht, dass der Emissionsausstoß bei Tempo 50 im fünften Gang geringer ist als im zweiten bei Tempo 30. Auch habe man Ausweichstrecken, wie die zusätzliche Brücke in der Verlängerung der Bothestraße oder eine Umgehung über Lehnitz angesprochen – alles sei verworfen worden.

„Tempo 30 macht nur Sinn, wenn man Verkehr verdängen will. Diesen Effekt gibt es in Oranienburg nicht. Tempo 30 führt zu größerer Belastung und Verlangsamung“, so Klaus-Peter Fischer, Vorsitzender des Mittelstandverbandes Oberhavel. Auch kämen die Busse der OVG noch langsamer voran. Zulieferer, Entsorger und Baugewerke befürchten Verzögerungen: „Wer bezahlt das alles, wir müssen teurer kalkulieren“, so Dirk Müller. „Der Zeitaufwand summiert sich“, unterstützte Wirtschaftsjunior Christian Lambeck. „Ich vermisse ein Gesamtkonzept. Wenn schon Tempo 30, dann müssen auch die Ampel ausgeschaltet werden, gilt rechts vor links. Das muss zusammengehen“, so Müller. Die Wirtschaftsvertreter fühlen sich bei der Entscheidung überrumpelt statt einbezogen.

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Von Heike Bergt

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